Mogelpackung Um mögliche Insolvenzen aufgrund der Corona-Krise abzuwenden, schnürte die Bundesregierung ein Hilfspaket für mittelständige Unternehmen. „Der Ehrliche ist der Dumme“ sagte schon passend Ulrich Wickert über den Verlust der Werte in unserer Gesellschaft. Wie recht er hat und wie aktuell diese Aussage ist, zeigt sich sehr deutlich in der Corona- Krise, die für manche zum Corona-Paradies geworden ist. Das Corona-Hilfspaket für die deutsche Wirtschaft, ganz besonders für den so „wichtigen“ Mittelstand und die Kleinunternehmen, wurde mächtig von unserem Wirtschaftsminister Herrn Altmaier angekündigt. Ein Retter für alle von der Pandemie geplagten Unternehmen, so hat man erst einmal geglaubt. „Kurz vor Weihnachten wurde erst klar, dass die Überbrückungshilfen lediglich ein Beitrag zu den ungedeckten Fixkosten sein sollen“, erklärt Harald Elster, Präsident des Deutschen Steuerverbands e.V., „Ein Unternehmen muss also Verlust gemacht haben, um die Hilfen in Anspruch nehmen zu können." Statt Umsatzerstattung nun also nur Minusausgleich. „Davon war zuvor keine Rede.“ Soweit so gut, doch wo versteckt sich der Fehler? Der Fehler liegt im Zugeständnis der Regierung und der Länder, großen Konzernen volles Kurzarbeitergeld bei voller Produktionsauslastung und Spitzengewinnen zu gewähren. Daimler Benz hat im Krisenjahr 2020 3,7 Milliarden Euro Gewinn erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr 2019, 2,4 Milliarden Euro bei einem Umsatzrückgang von elf Prozent. (Quelle „Die Zeit“ am 18.2.2021) Wie kann das sein? Und weiterhin erhöht die deutsche Automobilbranche den Druck auf die Politik, die Branche finanziell in der Corona-Krise zu unterstützen. Und nun bekommt der „Stützpfeiler“ der deutschen Wirtschaft, der Mittelstand, eine nette Aufforderung, unter Androhung von Strafmaßnahmen, die Überbrückungshilfen zurückzuzahlen. Die von Herrn Altmaier angekündigten finanziellen Hilfspakete erweisen sich nicht als die von vielen Seiten erwartete Rettung. Die Regelungen für die Überbrückungshilfen wurden ganz einfach geändert. Wird diese Forderung auch an die Konzerne wie Daimler oder VW getragen und mit den Gewinnen verrechnet? Wohl eher nicht! Thorsten Saathoff, Minden

Mogelpackung

Um mögliche Insolvenzen aufgrund der Corona-Krise abzuwenden, schnürte die Bundesregierung ein Hilfspaket für mittelständige Unternehmen.

„Der Ehrliche ist der Dumme“ sagte schon passend Ulrich Wickert über den Verlust der Werte in unserer Gesellschaft. Wie recht er hat und wie aktuell diese Aussage ist, zeigt sich sehr deutlich in der Corona- Krise, die für manche zum Corona-Paradies geworden ist.

Das Corona-Hilfspaket für die deutsche Wirtschaft, ganz besonders für den so „wichtigen“ Mittelstand und die Kleinunternehmen, wurde mächtig von unserem Wirtschaftsminister Herrn Altmaier angekündigt. Ein Retter für alle von der Pandemie geplagten Unternehmen, so hat man erst einmal geglaubt. „Kurz vor Weihnachten wurde erst klar, dass die Überbrückungshilfen lediglich ein Beitrag zu den ungedeckten Fixkosten sein sollen“, erklärt Harald Elster, Präsident des Deutschen Steuerverbands e.V., „Ein Unternehmen muss also Verlust gemacht haben, um die Hilfen in Anspruch nehmen zu können." Statt Umsatzerstattung nun also nur Minusausgleich. „Davon war zuvor keine Rede.“

Soweit so gut, doch wo versteckt sich der Fehler? Der Fehler liegt im Zugeständnis der Regierung und der Länder, großen Konzernen volles Kurzarbeitergeld bei voller Produktionsauslastung und Spitzengewinnen zu gewähren. Daimler Benz hat im Krisenjahr 2020 3,7 Milliarden Euro Gewinn erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr 2019, 2,4 Milliarden Euro bei einem Umsatzrückgang von elf Prozent. (Quelle „Die Zeit“ am 18.2.2021) Wie kann das sein? Und weiterhin erhöht die deutsche Automobilbranche den Druck auf die Politik, die Branche finanziell in der Corona-Krise zu unterstützen.

Und nun bekommt der „Stützpfeiler“ der deutschen Wirtschaft, der Mittelstand, eine nette Aufforderung, unter Androhung von Strafmaßnahmen, die Überbrückungshilfen zurückzuzahlen. Die von Herrn Altmaier angekündigten finanziellen Hilfspakete erweisen sich nicht als die von vielen Seiten erwartete Rettung. Die Regelungen für die Überbrückungshilfen wurden ganz einfach geändert. Wird diese Forderung auch an die Konzerne wie Daimler oder VW getragen und mit den Gewinnen verrechnet? Wohl eher nicht!

Thorsten Saathoff, Minden

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