Mobilitätswende statt Nabelschau Welche Auswirkungen ein möglicher Neubau einer ICE-Strecke durch den Süden Portas hätte und welche Alternativen es dazu gibt, war thematischer Mittelpunkt einer Online-Podiumsdiskussion der Grünen im Kreis Minden-Lübbecke. Es ist nicht entscheidend, ob der Widerstand wächst. Entscheidend ist, ob das in Rede stehende Infrastrukturprojekt im nationalen und europäischen Interesse erforderlich ist und wie es unter Berücksichtigung von Mensch und Umwelt best- und schnellstmöglich realisiert werden kann. Agitation und Propaganda einiger Journalisten und politischen Strippenzieher verstellen den Blick auf das Wesentliche und die objektive Betrachtung. Erforderlich ist es deshalb, weil es die Fahrzeit zwischen Köln und Berlin auf unter vier Stunden verkürzt und damit dem konkurrierenden Luftverkehr die Attraktivität nimmt, die schnellen und langsamen Verkehre auf der Bestandsstrecke entkoppelt und dadurch die bestehende Kapazität erweitert. Der Neubau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamm-Hannover ist Teil der zwingend anzustrebenden europäischen Mobilitätswende. Die Entkopplung und digitale Ertüchtigung der Bestandsstrecke schafft die Voraussetzungen für einen schnellen, dichten und pünktlichen Regional- und Nah- und Fernverkehr, die unbestrittene Voraussetzung für den schrittweisen Abbau des Individualverkehrs. Innovation, Effektivitäts- und Produktivitätssteigerungen sind die Schmiermittel der Globalisierung und unseres Wohlstands. Wenn wir gegenüber dem APAC-Raum (Asia-Pacific) wirtschaftlich nicht noch weiter zurückfallen wollen, dann müssen wir die Beschäftigung mit uns selbst aufgeben und den Blick auf die originären Staatsziele richten. Den individuellen und öffentlichen Wohlstand sowie das wirtschaftliche Wachstum zu fördern und den Menschen die nationale, beziehungsweise die europäische Sicherheit und Souveränität zu garantieren, ist zentrale Aufgabe der politischen Führung, im Land und in Europa. Während in Asien und im pazifischen Raum die größte Freihandelszone der Welt entsteht und die Neue Seidenstraße China die wirtschaftlichen Expansion nach Westen ermöglicht, sollten wir uns nicht satt und wohlgefällig zurücklehnen und Nabelschau betreiben, sondern darüber nachdenken, was wir dagegen setzen können. Hans Ulrich Gräf, Minden

Mobilitätswende statt Nabelschau

Welche Auswirkungen ein möglicher Neubau einer ICE-Strecke durch den Süden Portas hätte und welche Alternativen es dazu gibt, war thematischer Mittelpunkt einer Online-Podiumsdiskussion der Grünen im Kreis Minden-Lübbecke.

Es ist nicht entscheidend, ob der Widerstand wächst. Entscheidend ist, ob das in Rede stehende Infrastrukturprojekt im nationalen und europäischen Interesse erforderlich ist und wie es unter Berücksichtigung von Mensch und Umwelt best- und schnellstmöglich realisiert werden kann. Agitation und Propaganda einiger Journalisten und politischen Strippenzieher verstellen den Blick auf das Wesentliche und die objektive Betrachtung.

Erforderlich ist es deshalb, weil es die Fahrzeit zwischen Köln und Berlin auf unter vier Stunden verkürzt und damit dem konkurrierenden Luftverkehr die Attraktivität nimmt, die schnellen und langsamen Verkehre auf der Bestandsstrecke entkoppelt und dadurch die bestehende Kapazität erweitert. Der Neubau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamm-Hannover ist Teil der zwingend anzustrebenden europäischen Mobilitätswende. Die Entkopplung und digitale Ertüchtigung der Bestandsstrecke schafft die Voraussetzungen für einen schnellen, dichten und pünktlichen Regional- und Nah- und Fernverkehr, die unbestrittene Voraussetzung für den schrittweisen Abbau des Individualverkehrs.

Innovation, Effektivitäts- und Produktivitätssteigerungen sind die Schmiermittel der Globalisierung und unseres Wohlstands. Wenn wir gegenüber dem APAC-Raum (Asia-Pacific) wirtschaftlich nicht noch weiter zurückfallen wollen, dann müssen wir die Beschäftigung mit uns selbst aufgeben und den Blick auf die originären Staatsziele richten.

Den individuellen und öffentlichen Wohlstand sowie das wirtschaftliche Wachstum zu fördern und den Menschen die nationale, beziehungsweise die europäische Sicherheit und Souveränität zu garantieren, ist zentrale Aufgabe der politischen Führung, im Land und in Europa. Während in Asien und im pazifischen Raum die größte Freihandelszone der Welt entsteht und die Neue Seidenstraße China die wirtschaftlichen Expansion nach Westen ermöglicht, sollten wir uns nicht satt und wohlgefällig zurücklehnen und Nabelschau betreiben, sondern darüber nachdenken, was wir dagegen setzen können.

Hans Ulrich Gräf, Minden

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