Kooperation statt einseitiger Lösungswege Das Herder-Gymnasium ist für seine rund 1.000 Schüler zu klein, eine Erweiterung am Standort jedoch unmöglich. Ein Neubau an der Ecke Königswall/Pöttcherstraße ist eine der Option, würde dann aber den Schulhof der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) betreffen. Zurecht weist Kresse (Norbert Kresse, Stadtkämmerer der Stadt Minden; Anm. d. Red.) darauf hin, dass es um Minden als Bildungslandschaft geht. Verschiedene Einrichtungen kooperieren, damit alle Mindener Schülerinnen und Schüler ein differenziertes und hochwertiges Bildungsangebot erhalten. Möglich ist das nur, wenn die Stadt offen und wertschätzend mit allen Schulen kommuniziert und die Interessen aller Beteiligten beachtet. Unter diesem Aspekt ist auch die Frage nach dem Herder-Neubau zu betrachten. Liest man den Artikel genau, dann scheint für Kresse die Sache klar zu sein: Das Herder erhält einen Neubau auf dem jetzigen Schulhof der KTG. Sein Manöver gegenüber Nachfragen auf Zeit zu spielen und die späte Information der Schulleitung der KTG als „losen Gedankenaustausch“ herunterzuspielen, ist nachvollziehbar, aber durchschaubar. Seine Behauptung, mehrere Möglichkeiten würden erwogen, bleibt so lange unglaubwürdig, wie keine dieser Alternativen benannt wird. Dass er seine eigenen Planungen als Gerüchte bezeichnet, ist ein im Überschwange erzieltes Eigentor. Am Ende soll es heißen: Alternativlos! Kooperation geschieht dort nicht, wo eine Schule einseitig auf Kosten einer anderen Schule profitiert. Einen Konflikt zwischen den Schulen, was Kresse insinuiert, gibt es nicht. Erklärungsbedürftig ist das Verhältnis der Stadt zur KTG. Hier zeigte sich die Stadt in den letzten Jahren als wenig verlässlich. Das trifft eine Schule, die innerhalb der Bildungslandschaft Minden nicht nur in der Inklusion und der Integration anspruchsvolle Aufgaben bewältigt. Klar ist: Es schadet der gesamten Bildungsregion, wenn es dieser Schule schlecht geht. Zu hoffen ist, dass die Beteiligten zum Vorteil der Mindener Schülerschaft und im Lichte der Öffentlichkeit gemeinsam einen Interessensausgleich erarbeiten, bei dem alle profitieren. Frank Duhr, Porta Westfalica

Kooperation statt einseitiger Lösungswege

Das Herder-Gymnasium ist für seine rund 1.000 Schüler zu klein, eine Erweiterung am Standort jedoch unmöglich. Ein Neubau an der Ecke Königswall/Pöttcherstraße ist eine der Option, würde dann aber den Schulhof der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) betreffen.

Zurecht weist Kresse (Norbert Kresse, Stadtkämmerer der Stadt Minden; Anm. d. Red.) darauf hin, dass es um Minden als Bildungslandschaft geht. Verschiedene Einrichtungen kooperieren, damit alle Mindener Schülerinnen und Schüler ein differenziertes und hochwertiges Bildungsangebot erhalten. Möglich ist das nur, wenn die Stadt offen und wertschätzend mit allen Schulen kommuniziert und die Interessen aller Beteiligten beachtet.

Unter diesem Aspekt ist auch die Frage nach dem Herder-Neubau zu betrachten. Liest man den Artikel genau, dann scheint für Kresse die Sache klar zu sein: Das Herder erhält einen Neubau auf dem jetzigen Schulhof der KTG. Sein Manöver gegenüber Nachfragen auf Zeit zu spielen und die späte Information der Schulleitung der KTG als „losen Gedankenaustausch“ herunterzuspielen, ist nachvollziehbar, aber durchschaubar. Seine Behauptung, mehrere Möglichkeiten würden erwogen, bleibt so lange unglaubwürdig, wie keine dieser Alternativen benannt wird. Dass er seine eigenen Planungen als Gerüchte bezeichnet, ist ein im Überschwange erzieltes Eigentor. Am Ende soll es heißen: Alternativlos!

Kooperation geschieht dort nicht, wo eine Schule einseitig auf Kosten einer anderen Schule profitiert. Einen Konflikt zwischen den Schulen, was Kresse insinuiert, gibt es nicht. Erklärungsbedürftig ist das Verhältnis der Stadt zur KTG. Hier zeigte sich die Stadt in den letzten Jahren als wenig verlässlich. Das trifft eine Schule, die innerhalb der Bildungslandschaft Minden nicht nur in der Inklusion und der Integration anspruchsvolle Aufgaben bewältigt.

Klar ist: Es schadet der gesamten Bildungsregion, wenn es dieser Schule schlecht geht. Zu hoffen ist, dass die Beteiligten zum Vorteil der Mindener Schülerschaft und im Lichte der Öffentlichkeit gemeinsam einen Interessensausgleich erarbeiten, bei dem alle profitieren.

Frank Duhr, Porta Westfalica

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