Keine faire Terminvergabe Seit Monaten gibt es im Bürgerbüro nur halb so viele Termine wie vor der Corona-Pandemie, viele finden die Hürden zu hoch, um einen der wenigen Beratungsangebote zu bekommen. Daniel Schollmeyer, Leiter des Bürgerbüros, hat sich dazu im MT-Interview geäußert (MT vom 16. Juni). Es ist natürlich verständlich, dass es Einschränkungen beim Betrieb mit Kundenkontakten geben muss, aber die Antwort von Herrn Schollmeyer auf die Frage nach mehr Mitarbeitern nach über einem Jahr der Pandemie verstehe ich wohl nicht richtig. Wenn nur noch die Hälfte der Mitarbeiter im Kundenkontakt arbeiten, was macht denn dann die andere Hälfte in dieser Zeit? Warum können diese Mitarbeiter denn nicht neue Mitarbeiter einarbeiten, ohne den laufenden Betrieb noch weiter zu verzögern? Zumal, wenn ich mich an meinen letzten Besuch im Bürgerbüro erinnere, der Abstand zwischen den Kundenschaltern schon aus Gründen der Diskretion sehr groß ist und somit nicht weniger Schalter zur Verfügung stehen. Das eigentliche Übel aber ist das für die Terminvergabe genutzte Prinzip. Will man einen Termin buchen, heißt es, jeden Morgen den Wecker auf 6.15 Uhr stellen und schnell zum Computer eilen. Diejenigen mit den flinken Fingern können so einen Termin ergattern, die mit den langsamen aber (solange die Nachfrage höher ist als das Angebot) niemals. Insofern gleicht die Terminvergabe, wie schon neulich in einem Artikel des MT von Herrn Lietz ganz richtig gesagt, einer Lotterie. Eine faire Terminvergabe, in der jeder Bürger die gleichen Chancen hätte, egal wie schnell er (oder sie) tippen kann oder wie pünktlich der Wecker klingelt, wäre doch so einfach. Man könnte zum Beispiel einen Terminwunsch in einer Warteschlange registrieren. Die wird systematisch abgearbeitet (und eben nicht zufällig), sodass jeder irgendwann einen Terminvorschlag zugesendet bekommt. Bestätigt man diesen innerhalb einer zugewiesenen Zeit, hat man einen Termin. Verfällt die Bestätigung, muss man sich eben hinten wieder anstellen. Das bedeutet für das Bürgerbüro keine Mehrarbeit, denn die Software könnte das ganz allein erledigen. Und auch für den Bürger wäre es völlig stressfrei. Udo Klocke, Minden

Keine faire Terminvergabe

Seit Monaten gibt es im Bürgerbüro nur halb so viele Termine wie vor der Corona-Pandemie, viele finden die Hürden zu hoch, um einen der wenigen Beratungsangebote zu bekommen. Daniel Schollmeyer, Leiter des Bürgerbüros, hat sich dazu im MT-Interview geäußert (MT vom 16. Juni).

Es ist natürlich verständlich, dass es Einschränkungen beim Betrieb mit Kundenkontakten geben muss, aber die Antwort von Herrn Schollmeyer auf die Frage nach mehr Mitarbeitern nach über einem Jahr der Pandemie verstehe ich wohl nicht richtig. Wenn nur noch die Hälfte der Mitarbeiter im Kundenkontakt arbeiten, was macht denn dann die andere Hälfte in dieser Zeit? Warum können diese Mitarbeiter denn nicht neue Mitarbeiter einarbeiten, ohne den laufenden Betrieb noch weiter zu verzögern? Zumal, wenn ich mich an meinen letzten Besuch im Bürgerbüro erinnere, der Abstand zwischen den Kundenschaltern schon aus Gründen der Diskretion sehr groß ist und somit nicht weniger Schalter zur Verfügung stehen.

Das eigentliche Übel aber ist das für die Terminvergabe genutzte Prinzip. Will man einen Termin buchen, heißt es, jeden Morgen den Wecker auf 6.15 Uhr stellen und schnell zum Computer eilen. Diejenigen mit den flinken Fingern können so einen Termin ergattern, die mit den langsamen aber (solange die Nachfrage höher ist als das Angebot) niemals. Insofern gleicht die Terminvergabe, wie schon neulich in einem Artikel des MT von Herrn Lietz ganz richtig gesagt, einer Lotterie.

Eine faire Terminvergabe, in der jeder Bürger die gleichen Chancen hätte, egal wie schnell er (oder sie) tippen kann oder wie pünktlich der Wecker klingelt, wäre doch so einfach. Man könnte zum Beispiel einen Terminwunsch in einer Warteschlange registrieren. Die wird systematisch abgearbeitet (und eben nicht zufällig), sodass jeder irgendwann einen Terminvorschlag zugesendet bekommt. Bestätigt man diesen innerhalb einer zugewiesenen Zeit, hat man einen Termin. Verfällt die Bestätigung, muss man sich eben hinten wieder anstellen. Das bedeutet für das Bürgerbüro keine Mehrarbeit, denn die Software könnte das ganz allein erledigen. Und auch für den Bürger wäre es völlig stressfrei.

Udo Klocke, Minden

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