Keine erkennbare Resonanz Eine Leserin fühlte sich bei einem Termin im Krankenhaus nicht sicher aufgehoben. Bei der heutigen Routine-Kontrolle im Klinikum hatte ich einige Erlebnisse, die nicht gerade geeignet waren, meine Bauchschmerzen bezüglich einer eventuellen Corona-Gefährdung zu dämpfen. Ambulante Patienten dürfen immer noch ohne vorherigen Schnelltest hinein. Aber nicht genug: Vor dem Treppenaufgang stand der Fahrer des Krankentransportwagens und rauchte, sodass die Ankömmlinge der Tabak-Qualmwolke kaum entgehen konnten. Beim Warten im schmalen Gang vor dem Röntgen sah ich mich dann unversehens von einem Pulk vorbeidrängelnder Weißkittel auf Tuchfühlung umringt. Ich sah noch, dass einige Masken schief saßen und an den Rändern und über Nasen lückenhaft aufklafften. Mit der Aerosolwolke vor meinem inneren Auge versuchte ich bei der Röntgenleitstelle meine Beobachtung vorzutragen mit der Bitte, die Patienten im sicheren Bereich warten zu lassen. Das blieb aber ohne hörbare Resonanz. Die Klinikleitung war nicht zu sprechen und sei auch gar nicht zuständig. Ich solle einen Beschwerdebogen ausfüllen, den ich aber vergeblich suchte. Ich verstand nun, warum die Damen an der Röntgenleitstelle die Achseln gezuckt hatten. Ein paar leere Stühle an eine sichere Wartestelle zu schleppen geht wohl nicht so einfach. Ich wollte noch fragen, ob es denn nötig sei, dass die Studenten sich im Pulk dicht gedrängt durchs Klinikum bewegen. Aber die Dame aus der Vorstandsabteilung eilte einfach von dannen. Immerhin: "Wir sind hier ein Uniklinikum", hatte mein behandelnder Professor kurz zuvor in seiner Sprechstunde stolz betont. Da befasse man sich nur mit dem Wesentlichen. Brigitte Olschok, Minden

Keine erkennbare Resonanz

Eine Leserin fühlte sich bei einem Termin im Krankenhaus nicht sicher aufgehoben.

Bei der heutigen Routine-Kontrolle im Klinikum hatte ich einige Erlebnisse, die nicht gerade geeignet waren, meine Bauchschmerzen bezüglich einer eventuellen Corona-Gefährdung zu dämpfen.

Ambulante Patienten dürfen immer noch ohne vorherigen Schnelltest hinein. Aber nicht genug: Vor dem Treppenaufgang stand der Fahrer des Krankentransportwagens und rauchte, sodass die Ankömmlinge der Tabak-Qualmwolke kaum entgehen konnten. Beim Warten im schmalen Gang vor dem Röntgen sah ich mich dann unversehens von einem Pulk vorbeidrängelnder Weißkittel auf Tuchfühlung umringt. Ich sah noch, dass einige Masken schief saßen und an den Rändern und über Nasen lückenhaft aufklafften. Mit der Aerosolwolke vor meinem inneren Auge versuchte ich bei der Röntgenleitstelle meine Beobachtung vorzutragen mit der Bitte, die Patienten im sicheren Bereich warten zu lassen. Das blieb aber ohne hörbare Resonanz. Die Klinikleitung war nicht zu sprechen und sei auch gar nicht zuständig. Ich solle einen Beschwerdebogen ausfüllen, den ich aber vergeblich suchte. Ich verstand nun, warum die Damen an der Röntgenleitstelle die Achseln gezuckt hatten. Ein paar leere Stühle an eine sichere Wartestelle zu schleppen geht wohl nicht so einfach. Ich wollte noch fragen, ob es denn nötig sei, dass die Studenten sich im Pulk dicht gedrängt durchs Klinikum bewegen. Aber die Dame aus der Vorstandsabteilung eilte einfach von dannen.

Immerhin: "Wir sind hier ein Uniklinikum", hatte mein behandelnder Professor kurz zuvor in seiner Sprechstunde stolz betont. Da befasse man sich nur mit dem Wesentlichen.

Brigitte Olschok, Minden

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