Kein Ruhmesblatt Die zögerliche Anschaffung von Luftfiltern für Schulen gibt einem Leser zu denken. Im Artikel „Dicke Luft im Hintergrund“ berichtet das MT über Diskussionen von Stadtverwaltung und Stadtrat in Porta Westfalica über den Einsatz von Lüftungsanlagen in Klassenzimmern, die ergebnislos abgebrochen und auf den Herbst vertagt wurden. Seit mehr als einem Jahr ist wissenschaftlich belegt, dass Lüftungsanlagen mit Hepa-Filtern die Aerosole in Innenräumen signifikant senken und damit einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Ansteckungsgefahr mit Corona-Viren leisten können. Nach langem Zögern hat inzwischen Ministerpräsident Laschet dies eingesehen und entsprechende Förderprogramme des Landes angekündigt. Bekannt ist auch, dass die heute dominante Virusvariante Delta ca. 60 % ansteckender ist als die bisherigen und sich deutlich schneller ausbreiten wird. Bekannt ist auch, dass für Grundschüler bislang kein Schutz durch Impfung möglich ist und die Ständige Impfkommission die Impfung für 12- bis 16-jährige (noch) nicht empfiehlt. Kinder sind so der Deltavariante schutzlos ausgeliefert. So sagen Wissenschaftler wie auch der Bundesgesundheitsminister eine neue Inzidenzwelle im Herbst voraus. Dass Verwaltung und Politik der Stadt Porta nach einem Jahr noch immer keinen belastbaren realistischen Plan für den Einsatz von Lüftungsanlagen in den Schulen entwickelt und diskutiert haben, ist erschreckend und wirklich kein Ruhmesblatt für die Verantwortlichen. Und das angesichts der drohenden Inzidenzwelle. Man verfährt wieder nach altem Muster: Vertagung der Entscheidung um Monate in der Hoffnung, dass neue Erkenntnisse vorliegen. Es ist offensichtlich einfacher und bequemer, nichts zu entscheiden. Kinder sind unsere Zukunft. Und ihre Bildung ist uns viel Wert. Ich wünsche mir in Porta weniger Verwaltung, mehr Kreativität und klaren Menschenverstand sowie schnelle Beschlüsse. Klaus Albert Bolten, Porta Westfalica

Kein Ruhmesblatt

Die zögerliche Anschaffung von Luftfiltern für Schulen gibt einem Leser zu denken.

Im Artikel „Dicke Luft im Hintergrund“ berichtet das MT über Diskussionen von Stadtverwaltung und Stadtrat in Porta Westfalica über den Einsatz von Lüftungsanlagen in Klassenzimmern, die ergebnislos abgebrochen und auf den Herbst vertagt wurden.

Seit mehr als einem Jahr ist wissenschaftlich belegt, dass Lüftungsanlagen mit Hepa-Filtern die Aerosole in Innenräumen signifikant senken und damit einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Ansteckungsgefahr mit Corona-Viren leisten können. Nach langem Zögern hat inzwischen Ministerpräsident Laschet dies eingesehen und entsprechende Förderprogramme des Landes angekündigt. Bekannt ist auch, dass die heute dominante Virusvariante Delta ca. 60 % ansteckender ist als die bisherigen und sich deutlich schneller ausbreiten wird. Bekannt ist auch, dass für Grundschüler bislang kein Schutz durch Impfung möglich ist und die Ständige Impfkommission die Impfung für 12- bis 16-jährige (noch) nicht empfiehlt. Kinder sind so der Deltavariante schutzlos ausgeliefert. So sagen Wissenschaftler wie auch der Bundesgesundheitsminister eine neue Inzidenzwelle im Herbst voraus.

Dass Verwaltung und Politik der Stadt Porta nach einem Jahr noch immer keinen belastbaren realistischen Plan für den Einsatz von Lüftungsanlagen in den Schulen entwickelt und diskutiert haben, ist erschreckend und wirklich kein Ruhmesblatt für die Verantwortlichen. Und das angesichts der drohenden Inzidenzwelle. Man verfährt wieder nach altem Muster: Vertagung der Entscheidung um Monate in der Hoffnung, dass neue Erkenntnisse vorliegen. Es ist offensichtlich einfacher und bequemer, nichts zu entscheiden. Kinder sind unsere Zukunft. Und ihre Bildung ist uns viel Wert. Ich wünsche mir in Porta weniger Verwaltung, mehr Kreativität und klaren Menschenverstand sowie schnelle Beschlüsse.

Klaus Albert Bolten,

Porta Westfalica

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