Intellektuelle Herausforderung Das Stück "Gott" von Ferdinand von Schirach lief jüngst im Mindener Stadttheater. Endlich wieder im Theatersaal sitzen und nicht bei 3Sat-Empfang vor dem Bildschirm. Coronagerecht infektionssicher platziert im Stadttheater, Handy aus und dann ging es los. Das Stück von Schirach wird herrvorragend auf die Bühne gebracht. Es ist nicht einfach, den dialogen Leben zu geben. Aber es gelingt den Schauspielern durch Gestik und Mimik, die Positionen zu verkörpern und sie werden ihren Rollen gerecht. Dieses Stück ist eine intellektuelle Herausforderung für den Zuschauer, er muss sich in Rechtslogik und Rechtsphilosophie hineinfinden. Letzteres ist sogar für Juristen schwierig, da die Rechtsphilosohie ein Schattendasein führt in der Rechtswissenschaft. Das Thema polarisiert und beleuchtet viele rechtliche Streitfragen und so wird neben der Sterbehilfe auch der Schwangerschaftsabbruch und Verhütung zum Thema. Besonders gefallen hat mir die Darstellung der katholischen Position durch den Bischof. Die abschließende Abstimmung erlaubte es mir als Zuschauer, mich auch einzubringen. Schade, dass niemand die vorherigen Ergebnisse der Vorabende präsentiert hat; das fände ich interessant. Alles in allem hat es sich für mich gelohnt, 29,50 Euro investiert zu haben. Die Diskussionen, die mangels Pause nicht im Gebäude geführt werden konnten, habe ich draußen vor dem Theater geführt. Ich habe viel dazu gelernt. Mein Dank gilt den Schauspielern und dem Team des Stadttheaters Minden. Andreas Möhring, Minden

Intellektuelle Herausforderung

Das Stück "Gott" von Ferdinand von Schirach lief jüngst im Mindener Stadttheater.

Endlich wieder im Theatersaal sitzen und nicht bei 3Sat-Empfang vor dem Bildschirm. Coronagerecht infektionssicher platziert im Stadttheater, Handy aus und dann ging es los.

Das Stück von Schirach wird herrvorragend auf die Bühne gebracht. Es ist nicht einfach, den dialogen Leben zu geben. Aber es gelingt den Schauspielern durch Gestik und Mimik, die Positionen zu verkörpern und sie werden ihren Rollen gerecht. Dieses Stück ist eine intellektuelle Herausforderung für den Zuschauer, er muss sich in Rechtslogik und Rechtsphilosophie hineinfinden. Letzteres ist sogar für Juristen schwierig, da die Rechtsphilosohie ein Schattendasein führt in der Rechtswissenschaft. Das Thema polarisiert und beleuchtet viele rechtliche Streitfragen und so wird neben der Sterbehilfe auch der Schwangerschaftsabbruch und Verhütung zum Thema. Besonders gefallen hat mir die Darstellung der katholischen Position durch den Bischof.

Die abschließende Abstimmung erlaubte es mir als Zuschauer, mich auch einzubringen. Schade, dass niemand die vorherigen Ergebnisse der Vorabende präsentiert hat; das fände ich interessant. Alles in allem hat es sich für mich gelohnt, 29,50 Euro investiert zu haben. Die Diskussionen, die mangels Pause nicht im Gebäude geführt werden konnten, habe ich draußen vor dem Theater geführt. Ich habe viel dazu gelernt. Mein Dank gilt den Schauspielern und dem Team des Stadttheaters Minden.

Andreas Möhring, Minden

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