Hafen nur noch mit Alibifunktion Betr.: „Neuer Streit um die Mittelweser“ und „'Großschiffe für Minden keine Bedingung'“, MT vom 20. FebruarNun ist die Katze endlich aus dem Sack! Dabei wussten die Planer des Regioports spätestens seit Sommer 2016:Großmotorgüterschiffe auf die Mittelweser zu schicken ist zu risikoreich und wirtschaftlich nicht darstellbar!Auch die Verhandlungen für einen Gleisanschluss zum Hafen sind gescheitert.Zu einer nennenswerten Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf „alternative Verkehrswege wie Schiff und Bahn“ wird es also nicht kommen. Das war jedoch die Voraussetzung für die Freigabe von Fördermitteln!Warum klammern sich die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung aber offenbar wider besseres Wissen weiterhin an den Schlüsselbegriff „Trimodalität“?Etwa um die Fördermittelvergabe nicht zu gefährden?Bei der Darstellung des Hafengeschäftsführers, die größeren Schiffe seien „lediglich eine Option, aber keine Bedingung für einen wirtschaftlichen Betrieb“ handelt es sich um ein irreführendes Rückzugsgefecht.Sie legt für den Leser nahe, dass der Schiffsverkehr im alten Hafen mit den kleineren Europaschiffen so zugenommen hat, dass der Platz nicht mehr ausreicht. Das ist nicht der Fall!Wirtschaftlich wäre lediglich das industriell-gewerbliche Sondergebiet, dass an den Regioport angeschlossen ist, wenn die „Hafenaffinität“ aufgehoben würde und, wie schon vorgesehen, auch Gefahrgüter und Schadstoffe dort gelagert werden können.Bleibt der Schluss: Für das Projekt Regioport werden nach dem jetzigen Stand Fördermittel zweckentfremdet, um einen riesigen Container-Umschlagplatz für Lkw zu erschließen. Der Hafen erfüllt dabei nur noch eine Alibifunktion....Das legt den Verdacht der Veruntreuung von Steuergeldern nahe und könnte, wenn Gelder zurückgezahlt werden müssen, teuer werden - für die Bürger der Stadt Minden!Dr. Ullrich Lampert, Bückeburg

Hafen nur noch mit Alibifunktion

Betr.: „Neuer Streit um die Mittelweser“ und „'Großschiffe für Minden keine Bedingung'“, MT vom 20. Februar

Nun ist die Katze endlich aus dem Sack! Dabei wussten die Planer des Regioports spätestens seit Sommer 2016:

Großmotorgüterschiffe auf die Mittelweser zu schicken ist zu risikoreich und wirtschaftlich nicht darstellbar!

Auch die Verhandlungen für einen Gleisanschluss zum Hafen sind gescheitert.

Zu einer nennenswerten Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf „alternative Verkehrswege wie Schiff und Bahn“ wird es also nicht kommen. Das war jedoch die Voraussetzung für die Freigabe von Fördermitteln!

Warum klammern sich die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung aber offenbar wider besseres Wissen weiterhin an den Schlüsselbegriff „Trimodalität“?

Etwa um die Fördermittelvergabe nicht zu gefährden?

Bei der Darstellung des Hafengeschäftsführers, die größeren Schiffe seien „lediglich eine Option, aber keine Bedingung für einen wirtschaftlichen Betrieb“ handelt es sich um ein irreführendes Rückzugsgefecht.

Sie legt für den Leser nahe, dass der Schiffsverkehr im alten Hafen mit den kleineren Europaschiffen so zugenommen hat, dass der Platz nicht mehr ausreicht. Das ist nicht der Fall!

Wirtschaftlich wäre lediglich das industriell-gewerbliche Sondergebiet, dass an den Regioport angeschlossen ist, wenn die „Hafenaffinität“ aufgehoben würde und, wie schon vorgesehen, auch Gefahrgüter und Schadstoffe dort gelagert werden können.

Bleibt der Schluss: Für das Projekt Regioport werden nach dem jetzigen Stand Fördermittel zweckentfremdet, um einen riesigen Container-Umschlagplatz für Lkw zu erschließen. Der Hafen erfüllt dabei nur noch eine Alibifunktion....

Das legt den Verdacht der Veruntreuung von Steuergeldern nahe und könnte, wenn Gelder zurückgezahlt werden müssen, teuer werden - für die Bürger der Stadt Minden!

Dr. Ullrich Lampert, Bückeburg

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