ABO
Fundamentale Widersprüche Mit Mehrheit von Linken, Grünen und SPD hat der Hauptausschuss der Stadt Minden empfohlen, sich der Resolution der Bürgerinitiative Bigtab für den Ausbau und die Modernisierung der vorhandenen Bahnstrecke zwischen Bielefeld und Hannover anzuschließen. Die Resolution von Grünen, Linken und SPD enthält fundamentale Widersprüche. Die Parteien stellen sich einerseits hinter die Erklärung der Bigtab, in der der alleinige Ausbau der Bestandsstrecke gefordert wird. Andererseits kennt die Erklärung der Bigtab keine Variante oder Alternative. Belastungen der vom Ausbau betroffenen Anlieger und weitreichende Eingriffe in die Natur, im Kontext des Ausbaus, ignorieren die Bigtab, die erklärenden Parteien und die Presse offenbar ganz bewusst. Der Streckenausbau ist für Mensch und Natur, so das idealisierte Szenario der Neubaugegner, belastungsfrei. In Abweichung zur Erklärung der Bigtab fordern die Parteien jedoch, dass der Streckenausbau Planungsvariante bleiben soll. Das impliziert, dass sie die Prüfung von Streckenvarianten ausdrücklich anerkennen. De facto ergänzen die Parteien die Erklärung der Bigtab und billigen Neubauvarianten zum Ausbau. Ein diametraler Widerspruch zur Erklärung der Bigtab. Sie hätten auch erklären können, dass sie den Ausbau präferieren und die Prüfung von Neubauvarianten nicht ablehnen. Der deutschlandweite Taktfahrplan ist determinierende Größe der Eisenbahninfrastrukturentwicklung und nicht umgekehrt die Infrastrukturentwicklung Maßstab für den Fahrplan. Das ist ja gerade das Neue und die Abkehr von der bisherigen Planungsphilosophie der Deutschen Bahn. Die Parteien haben noch nicht verstanden, dass der Fahrplan die Infrastruktur bestimmt, den Paradigmenwechsel übersehen. Hans Ulrich Gräf, Minden

Fundamentale Widersprüche

Mit Mehrheit von Linken, Grünen und SPD hat der Hauptausschuss der Stadt Minden empfohlen, sich der Resolution der Bürgerinitiative Bigtab für den Ausbau und die Modernisierung der vorhandenen Bahnstrecke zwischen Bielefeld und Hannover anzuschließen.

Die Resolution von Grünen, Linken und SPD enthält fundamentale Widersprüche. Die Parteien stellen sich einerseits hinter die Erklärung der Bigtab, in der der alleinige Ausbau der Bestandsstrecke gefordert wird. Andererseits kennt die Erklärung der Bigtab keine Variante oder Alternative. Belastungen der vom Ausbau betroffenen Anlieger und weitreichende Eingriffe in die Natur, im Kontext des Ausbaus, ignorieren die Bigtab, die erklärenden Parteien und die Presse offenbar ganz bewusst. Der Streckenausbau ist für Mensch und Natur, so das idealisierte Szenario der Neubaugegner, belastungsfrei.

In Abweichung zur Erklärung der Bigtab fordern die Parteien jedoch, dass der Streckenausbau Planungsvariante bleiben soll. Das impliziert, dass sie die Prüfung von Streckenvarianten ausdrücklich anerkennen. De facto ergänzen die Parteien die Erklärung der Bigtab und billigen Neubauvarianten zum Ausbau. Ein diametraler Widerspruch zur Erklärung der Bigtab. Sie hätten auch erklären können, dass sie den Ausbau präferieren und die Prüfung von Neubauvarianten nicht ablehnen.

Der deutschlandweite Taktfahrplan ist determinierende Größe der Eisenbahninfrastrukturentwicklung und nicht umgekehrt die Infrastrukturentwicklung Maßstab für den Fahrplan. Das ist ja gerade das Neue und die Abkehr von der bisherigen Planungsphilosophie der Deutschen Bahn. Die Parteien haben noch nicht verstanden, dass der Fahrplan die Infrastruktur bestimmt, den Paradigmenwechsel übersehen.

Hans Ulrich Gräf, Minden

Copyright © Mindener Tageblatt 2023
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.