Frevel an Bevölkerung Im Süden Madagaskars herrscht Dürre. Die Ernten sind knapp, viele Menschen hungern, es gibt kein sauberes Trinkwasser mehr. Eine halbe Million Kinder sind unterernährt. Wie pervers ist doch die Welt. Madagassen essen Lehm statt Brot, sie sind die realen Verlierer im Kampf gegen den akuten Klimawandel. Der Regen bleibt seit vier Jahren aus, Tiere verdursten und das noch übrige Gras und Getreide vertrocknet. Und die Erste Welt? Sie missbraucht wertvolle Landwirtschaftsflächen für ökologisch zweifelhafte Biogasanlagen mit dem Anbau von Mais, der auch noch subventioniert wird, anstatt unserem Klima entsprechend wertvolles Getreide für Mensch und Tier in Fruchtfolge anzubauen. Es kann doch nicht sein, dass "Biogas" wirtschaftlich interessanter ist als der Anbau von Grundnahrungsmittel - ganz abgesehen davon, diese Monokulturen stellen ein Desaster für die Biodiversität dar. Und dann wundern wir uns, dass die Massen sich auf die Wanderung begeben, in das "gelobte" Land, wo Milch und Honig fließt, denn sonst würde man sich solche Freveltaten doch nicht leisten, oder? Bettina Barritt, Hille

Frevel an Bevölkerung

Im Süden Madagaskars herrscht Dürre. Die Ernten sind knapp, viele Menschen hungern, es gibt kein sauberes Trinkwasser mehr. Eine halbe Million Kinder sind unterernährt.

Wie pervers ist doch die Welt. Madagassen essen Lehm statt Brot, sie sind die realen Verlierer im Kampf gegen den akuten Klimawandel. Der Regen bleibt seit vier Jahren aus, Tiere verdursten und das noch übrige Gras und Getreide vertrocknet. Und die Erste Welt? Sie missbraucht wertvolle Landwirtschaftsflächen für ökologisch zweifelhafte Biogasanlagen mit dem Anbau von Mais, der auch noch subventioniert wird, anstatt unserem Klima entsprechend wertvolles Getreide für Mensch und Tier in Fruchtfolge anzubauen. Es kann doch nicht sein, dass "Biogas" wirtschaftlich interessanter ist als der Anbau von Grundnahrungsmittel - ganz abgesehen davon, diese Monokulturen stellen ein Desaster für die Biodiversität dar.

Und dann wundern wir uns, dass die Massen sich auf die Wanderung begeben, in das "gelobte" Land, wo Milch und Honig fließt, denn sonst würde man sich solche Freveltaten doch nicht leisten, oder?

Bettina Barritt, Hille

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