Fragwürdiger Anlass Ab sofort können Zuschauer für das Theaterstück „Kirche und Krone“ Karten reservieren. Es ist nur schwer oder gar nicht nachzuvollziehen, was die Evangelische Kirche Kleinenbremen veranlasst, die Geschichte um die Kopie der letzten preußischen Königskrone in den Mittelpunkt ihres 125-jährigen Jubiläums zu stellen. Gibt es keinen besser geeigneten Anlass in der langen Geschichte der Kirchengemeinde, als kopierte Symbole untergegangener hegemonialer preußischer Macht und deren Vertreter mit einem Theaterstück zu würdigen? Wann lernen wir endlich, Preußen, in seiner Zeit, als aggressive mitteleuropäische Macht zu begreifen. Das Original der Krone, so schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner Ausgabe Nr. 38 vom September 1948, habe Wilhelm II im Jahre 1889, mit hohenzollern-eigenen Edelsteinen besetzt, für die (nie erfolgte) Krönung Wilhelms zum preußischen König anfertigen lassen. Das Original der Krone sei allerdings im Eigentum des preußischen Staates und nicht im Eigentum der Familie gewesen, so schreibt "Der Spiegel". 1948. Das wertvolle Original galt 1948 noch als verschwunden. Heute ist das Symbol des untergegangenen preußischen Staates offensichtlich im Besitz der Familie und befindet sich auf der Burg Hohenzollern. Dito gilt das auch für die Kopie der letzten Königskrone. Hans Ulrich Gräf, Minden

Fragwürdiger Anlass

Ab sofort können Zuschauer für das Theaterstück „Kirche und Krone“ Karten reservieren.

Es ist nur schwer oder gar nicht nachzuvollziehen, was die Evangelische Kirche Kleinenbremen veranlasst, die Geschichte um die Kopie der letzten preußischen Königskrone in den Mittelpunkt ihres 125-jährigen Jubiläums zu stellen. Gibt es keinen besser geeigneten Anlass in der langen Geschichte der Kirchengemeinde, als kopierte Symbole untergegangener hegemonialer preußischer Macht und deren Vertreter mit einem Theaterstück zu würdigen? Wann lernen wir endlich, Preußen, in seiner Zeit, als aggressive mitteleuropäische Macht zu begreifen.

Das Original der Krone, so schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner Ausgabe Nr. 38 vom September 1948, habe Wilhelm II im Jahre 1889, mit hohenzollern-eigenen Edelsteinen besetzt, für die (nie erfolgte) Krönung Wilhelms zum preußischen König anfertigen lassen. Das Original der Krone sei allerdings im Eigentum des preußischen Staates und nicht im Eigentum der Familie gewesen, so schreibt "Der Spiegel". 1948. Das wertvolle Original galt 1948 noch als verschwunden. Heute ist das Symbol des untergegangenen preußischen Staates offensichtlich im Besitz der Familie und befindet sich auf der Burg Hohenzollern. Dito gilt das auch für die Kopie der letzten Königskrone.

Hans Ulrich Gräf, Minden

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