Finanzielle Fehlplanung GWD Minden hat die Hoffnung in die Kampa-Halle zurückzukehren. Dazu ist ein VIP-Raum erforderlich, um die Lizenz von der Handball-Bundesliga (HBL) zu erhalten. Markus Kalusche, kaufmännischer Geschäftsführer von GWD Minden, hat einen Antrag gestellt, in dem die Stadt Minden die Kosten für ein temporär aufgestelltes VIP-Zelt übernehmen soll. Ist es Naivität, schlichte Dreistigkeit oder berechnetes Kalkül? Seit einigen Wochen stehen regelmäßig Berichte über Neuzugänge des GWD im MT. Offensichtlich hat der GWD mutig kalkuliert. Denn obwohl bekannt war, dass ein VIP-Raum für eine Zulassung als Austragungsort von Bundesligaspielen erforderlich ist, hat der GWD nichts unternommen. Ein seriöser Kaufmann beugt in derartigen Fällen vor, sucht Investoren, schafft Rücklagen - aber nicht der Finanzvorstand vom Handballbundesligisten GWD Minden, Markus Kalusche. Kurz vor der Entscheidung, ob in der kommenden Saison in der Kampa-Halle Bundesligaspiele stattfinden können, stellt er fest, dass das Geld für einen VIP-Raum nicht vorhanden ist und darum Kreis und/oder Stadt einspringen müssen. Woher kommt eine so dreiste Forderung? Offensichtlich hält Herr Kalusche den GWD in Minden für systemrelevant und geht daher davon aus, dass die Politik schon zahlen wird. Aber diese Überlegung ist falsch. Im östlichen OWL gibt es vier Handballbundesligisten (TuS N, GWD, HSG Blomberg, TBV Lemgo). Ein Alleinstellungsmerkmal für Minden sieht anders aus, der Verein hat allenfalls eine etwas erweiterte lokale Bedeutung. Es ist schön, dass es in Minden einen Handball-Bundesligisten gibt, für die Fans sicherlich wichtig, aber für die Stadtentwicklung ist er eher bedeutungslos. Behauptungen wie der Verein “GWD sei ein emotionaler Anker und ein vitaler Baustein der Region“, (Peter Kock, SPD) wurden niemals empirisch belegt. Im Zusammenhang mit der Multi-Arena wurde nie eine Studie über die Bedeutung des GWD für Stadt und Kreis erstellt. Als sich 2003 der Handballbundesligist Eintracht Minden aus dem Profisport zurückzog, passierte nichts – kein Aufschrei wegen des Verlustes eines emotionalen Ankers. Warum die SPD sich dennoch zum distanzlosen Interessenvertreter des GWD machen lässt, ist mir schleierhaft? Die SPD war mal eine Partei der kleinen Leute, jetzt vertritt sie in Minden die Interessen der gut verdienenden Spitzensportler. Welch ein Wandel! Alfons Bomholt, Minden

Finanzielle Fehlplanung

GWD Minden hat die Hoffnung in die Kampa-Halle zurückzukehren. Dazu ist ein VIP-Raum erforderlich, um die Lizenz von der Handball-Bundesliga (HBL) zu erhalten. Markus Kalusche, kaufmännischer Geschäftsführer von GWD Minden, hat einen Antrag gestellt, in dem die Stadt Minden die Kosten für ein temporär aufgestelltes VIP-Zelt übernehmen soll.

Ist es Naivität, schlichte Dreistigkeit oder berechnetes Kalkül? Seit einigen Wochen stehen regelmäßig Berichte über Neuzugänge des GWD im MT. Offensichtlich hat der GWD mutig kalkuliert. Denn obwohl bekannt war, dass ein VIP-Raum für eine Zulassung als Austragungsort von Bundesligaspielen erforderlich ist, hat der GWD nichts unternommen. Ein seriöser Kaufmann beugt in derartigen Fällen vor, sucht Investoren, schafft Rücklagen - aber nicht der Finanzvorstand vom Handballbundesligisten GWD Minden, Markus Kalusche. Kurz vor der Entscheidung, ob in der kommenden Saison in der Kampa-Halle Bundesligaspiele stattfinden können, stellt er fest, dass das Geld für einen VIP-Raum nicht vorhanden ist und darum Kreis und/oder Stadt einspringen müssen.

Woher kommt eine so dreiste Forderung? Offensichtlich hält Herr Kalusche den GWD in Minden für systemrelevant und geht daher davon aus, dass die Politik schon zahlen wird. Aber diese Überlegung ist falsch. Im östlichen OWL gibt es vier Handballbundesligisten (TuS N, GWD, HSG Blomberg, TBV Lemgo). Ein Alleinstellungsmerkmal für Minden sieht anders aus, der Verein hat allenfalls eine etwas erweiterte lokale Bedeutung.

Es ist schön, dass es in Minden einen Handball-Bundesligisten gibt, für die Fans sicherlich wichtig, aber für die Stadtentwicklung ist er eher bedeutungslos. Behauptungen wie der Verein “GWD sei ein emotionaler Anker und ein vitaler Baustein der Region“, (Peter Kock, SPD) wurden niemals empirisch belegt. Im Zusammenhang mit der Multi-Arena wurde nie eine Studie über die Bedeutung des GWD für Stadt und Kreis erstellt. Als sich 2003 der Handballbundesligist Eintracht Minden aus dem Profisport zurückzog, passierte nichts – kein Aufschrei wegen des Verlustes eines emotionalen Ankers. Warum die SPD sich dennoch zum distanzlosen Interessenvertreter des GWD machen lässt, ist mir schleierhaft? Die SPD war mal eine Partei der kleinen Leute, jetzt vertritt sie in Minden die Interessen der gut verdienenden Spitzensportler. Welch ein Wandel!

Alfons Bomholt, Minden

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