Femizid als Strafbestand Das Landgericht Bielefeld verurteilt den 42-jährigen Mindener Sergej F. zu einer elfjährigen Haftstrafe.Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslänglich gefordert. Femizid sollte neben Mord längst ein eigener Straftatbestand sein, mit dem Mordmerkmal: Tötung aus Besitzstreben und Macht über die Frau. Dieses Urteil zeigt wie viele andere, dass die herkömmlichen Mordmerkmale im Falle von Femizid nicht ausreichen, das führt dann zu absurden juristischen Spitzfindereien wie: "Heimtücke fehlt, weil die Frau sich ja gewehrt hat". Tja, Pech für die Frau, wenn sie an einen Kerl gerät, der eher mit Muskeln, Aggressivität und Mordinstinkt ausgestattet ist als mit Herz und Hirn.Jährlich gibt es allein in Deutschland circa 150 femizid-bedingte Morde, die aber juristisch nicht als Mord gesehen werden. Den Richtern kann man kaum Vorwürfe machen, sie sind an Gesetze gebunden, auch an stümperhafte. Staatsversagen zeigt sich in diesem Land auf vielen Ebenen. Bleibt zu hoffen, dass der Regierungswechsel zur Schließung dieser fatalen Rechtslücke führt.Brigitte Olschok, Minden

Femizid als Strafbestand

Das Landgericht Bielefeld verurteilt den 42-jährigen Mindener Sergej F. zu einer elfjährigen Haftstrafe.Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslänglich gefordert.

Femizid sollte neben Mord längst ein eigener Straftatbestand sein, mit dem Mordmerkmal: Tötung aus Besitzstreben und Macht über die Frau. Dieses Urteil zeigt wie viele andere, dass die herkömmlichen Mordmerkmale im Falle von Femizid nicht ausreichen, das führt dann zu absurden juristischen Spitzfindereien wie: "Heimtücke fehlt, weil die Frau sich ja gewehrt hat". Tja, Pech für die Frau, wenn sie an einen Kerl gerät, der eher mit Muskeln, Aggressivität und Mordinstinkt ausgestattet ist als mit Herz und Hirn.

Jährlich gibt es allein in Deutschland circa 150 femizid-bedingte Morde, die aber juristisch nicht als Mord gesehen werden. Den Richtern kann man kaum Vorwürfe machen, sie sind an Gesetze gebunden, auch an stümperhafte. Staatsversagen zeigt sich in diesem Land auf vielen Ebenen. Bleibt zu hoffen, dass der Regierungswechsel zur Schließung dieser fatalen Rechtslücke führt.

Brigitte Olschok, Minden

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Leserbriefe