Fehlender Kontext Die Hiller SPD will eine Debatte zum Klimaschutz in Gang setzen. Fraktionsvorsitzende Susanne Steuber sieht beim Trinkwasser große Verschwendungen. Toilettenspülungen sollten besser mit Regenwasser erfolgen, sie wünscht sich für künftige Baugebiete dafür getrennte Leitungen. Ich bin immer wieder erstaunt über Milchmädchenrechnungen und Praxisferne in der Politik. Ressourcen und energieschonendes Bauen sind längst überfällige Themen. Der Kontext zur Siedlungs- und Wohnform fehlt den Protagonisten. Überlegungen zu Priorisierungen, wie Verdichtung vor Neuerschließung oder Mehr- vor Einfamilienhäusern, sind offenbar vor der Diskussion ausgenommen. Minimierung von oder Verzicht auf Flächen- und Energieverbrauch sollte kommunale Maxime sein. Auch die wundersame Mehrung der Pekunia tritt dann nicht ein, wenn staatliche Förderung zur Finanzierung in Anspruch genommen wird. Die Kosten bleiben dieselben, nur die Geldquellen ändern sich. Warum man ein zweites Brauchwasser- neben dem Frischwassernetz benötigt, um die Toilette zu spülen oder die Wäsche zu waschen, wir nicht erklärt. In vielen Ländern der Welt arbeitet man mit Reservoirs, Zisternen oder Boilern, die mit gesammeltem Regen- und Oberflächenwasser befüllt werden, also ohne Versorgungsnetze. Für manche Kommunalpolitikerin ist offenbar der Kirchturm die höchste Erhebung, von der sie den Blick auf die Welt richtet. Hans Ulrich Gräf, Minden

Fehlender Kontext

Die Hiller SPD will eine Debatte zum Klimaschutz in Gang setzen. Fraktionsvorsitzende Susanne Steuber sieht beim Trinkwasser große Verschwendungen. Toilettenspülungen sollten besser mit Regenwasser erfolgen, sie wünscht sich für künftige Baugebiete dafür getrennte Leitungen.

Ich bin immer wieder erstaunt über Milchmädchenrechnungen und Praxisferne in der Politik. Ressourcen und energieschonendes Bauen sind längst überfällige Themen. Der Kontext zur Siedlungs- und Wohnform fehlt den Protagonisten. Überlegungen zu Priorisierungen, wie Verdichtung vor Neuerschließung oder Mehr- vor Einfamilienhäusern, sind offenbar vor der Diskussion ausgenommen. Minimierung von oder Verzicht auf Flächen- und Energieverbrauch sollte kommunale Maxime sein.

Auch die wundersame Mehrung der Pekunia tritt dann nicht ein, wenn staatliche Förderung zur Finanzierung in Anspruch genommen wird. Die Kosten bleiben dieselben, nur die Geldquellen ändern sich. Warum man ein zweites Brauchwasser- neben dem Frischwassernetz benötigt, um die Toilette zu spülen oder die Wäsche zu waschen, wir nicht erklärt. In vielen Ländern der Welt arbeitet man mit Reservoirs, Zisternen oder Boilern, die mit gesammeltem Regen- und Oberflächenwasser befüllt werden, also ohne Versorgungsnetze. Für manche Kommunalpolitikerin ist offenbar der Kirchturm die höchste Erhebung, von der sie den Blick auf die Welt richtet.

Hans Ulrich Gräf, Minden

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