Falsches Vorgehen Eine Leserin wünscht sich, dass Genesene und Geimpfte ebenso getestet werden, wie die Ungeimpften. Es sei hinlänglich bekannt, dass von den Ungeimpften ein höheres Infektionsrisiko ausgeht, betont ein Leserbriefschreiber. Das stimmt so nicht. Laut Experten ist die Virenlast von Geimpften genauso hoch wie von Ungeimpften und kann auch über Tage weitergegeben werden. Der Leserbriefschreiber verbreitet die Legende, dass Ungeimpfte sorglos sein dürfen, was den eigenen Schutz sowie den Schutz der Mitmenschen angeht. Wozu diese Haltung führt, kann man wieder bestens in den Karnevalshochburgen betrachten, aber auch bei sämtlichen anderen Massenveranstaltungen. Das Ausufern der "vierten Welle" ist die direkte Folge.An dieser Sorglosigkeitslegende hat unsere Regierung fleißig gestrickt und in fahrlässiger Weise zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Die Impfung schützt zwar viele Geimpfte vor schwereren Verläufen, aber führt nicht zum geplanten Herdenschutz. Ehe die letzten geimpft sind, lässt die Wirkung bei den ersten schon wieder nach. Die Impfung wirkt nicht bei jedem gleich und hält auch nicht dauerhaft an, dritte Impfungen stehen an und manche Virologen fordern bereits vierte. Indessen weisen Virologen auf Medikamente hin, die, wenn sie in den ersten drei Tagen der Infektion verabreicht werden, wirksam schwere Verläufe verhindern können. Eine Virologin der Leopoldina forderte in dieser Woche die Regierung zu Recht auf, diese Medikamente nach Deutschland zu holen. Bis dahin muss es heißen: testen, testen, testen, Geimpfte wie Ungeimpfte, neben Abstand, Masken und Hygiene.Unglaublich, dass die zur Infektionseindämmung bestens geeigneten Tests mitten in der vierten Welle zurückgefahren wurden. Was soll man auch erwarten, wenn ein gelernter Bankkaufmann Gesundheitsminister wird? Wer mitten im drastisch anwachsenden Infektionsgeschehen das Ende der Gefahr verkündet und gleichzeitig die Menschen für teure Tests zur Kasse bittet, ist nicht nur unfähig, sondern vor allem gefährlich.Brigitte Olschok, Minden

Falsches Vorgehen

Eine Leserin wünscht sich, dass Genesene und Geimpfte ebenso getestet werden, wie die Ungeimpften.

Es sei hinlänglich bekannt, dass von den Ungeimpften ein höheres Infektionsrisiko ausgeht, betont ein Leserbriefschreiber. Das stimmt so nicht. Laut Experten ist die Virenlast von Geimpften genauso hoch wie von Ungeimpften und kann auch über Tage weitergegeben werden. Der Leserbriefschreiber verbreitet die Legende, dass Ungeimpfte sorglos sein dürfen, was den eigenen Schutz sowie den Schutz der Mitmenschen angeht. Wozu diese Haltung führt, kann man wieder bestens in den Karnevalshochburgen betrachten, aber auch bei sämtlichen anderen Massenveranstaltungen. Das Ausufern der "vierten Welle" ist die direkte Folge.

An dieser Sorglosigkeitslegende hat unsere Regierung fleißig gestrickt und in fahrlässiger Weise zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Die Impfung schützt zwar viele Geimpfte vor schwereren Verläufen, aber führt nicht zum geplanten Herdenschutz. Ehe die letzten geimpft sind, lässt die Wirkung bei den ersten schon wieder nach. Die Impfung wirkt nicht bei jedem gleich und hält auch nicht dauerhaft an, dritte Impfungen stehen an und manche Virologen fordern bereits vierte. Indessen weisen Virologen auf Medikamente hin, die, wenn sie in den ersten drei Tagen der Infektion verabreicht werden, wirksam schwere Verläufe verhindern können. Eine Virologin der Leopoldina forderte in dieser Woche die Regierung zu Recht auf, diese Medikamente nach Deutschland zu holen. Bis dahin muss es heißen: testen, testen, testen, Geimpfte wie Ungeimpfte, neben Abstand, Masken und Hygiene.

Unglaublich, dass die zur Infektionseindämmung bestens geeigneten Tests mitten in der vierten Welle zurückgefahren wurden. Was soll man auch erwarten, wenn ein gelernter Bankkaufmann Gesundheitsminister wird? Wer mitten im drastisch anwachsenden Infektionsgeschehen das Ende der Gefahr verkündet und gleichzeitig die Menschen für teure Tests zur Kasse bittet, ist nicht nur unfähig, sondern vor allem gefährlich.

Brigitte Olschok, Minden

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