Falsche Logik Trotz hoher Inzidenzzahlen dürfen Kommunen in NRW Bereiche wie Einzelhandel und Zoos offen halten. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test. „NRW will keine Notbremse“ (Schlagzeile MT vom 27./28. März). Woher weiß das MT das? Wenn man den Berichten im Fernsehen und in den Zeitungen Glauben schenkt, halten immer noch zwei Drittel der Bevölkerung die strengen Lockdown-Maßnahmen der Regierung für angemessen oder für zu gering. Wer bestimmt, was „NRW“ will? Werden die Begriffe „NRW“ und „Regierung“ verwechselt? Die Ministerpräsidentenkonferenz hat eine Notbremse beschlossen – aber sie hat nicht beschworen, sich daran zu halten. Jeder macht was er will, die Ministerpräsidenten, die Landräte, die Oberbürgermeister. Wozu sind Beschlüsse da, wenn man sie nicht bricht? Die Logik der Regierung Laschet ist: Der strenge Lockdown wirkt, die Inzidenzzahlen sinken – da muss etwas geschehen! Der Lockdown wird gelockert, und richtig, die Inzidenzzahlen steigen! Das muss genutzt werden, es wird weiter gelockert. Bremsen kann man immer noch! Wirklich? Kann man das? Richtig ist: Ein harter Lockdown schadet der Wirtschaft. Dafür müssen Entschädigungen gezahlt werden. Die werden aus Steuergeldern finanziert, also auch von der Wirtschaft. Steigende Erkrankungszahlen schädigen die Wirtschaft zwar auch, aber zuerst sind die Krankenkassen betroffen. Sie zahlen, sie belasten die Beitragszahler. Steigende Krankenzahlen bedeuten Fachkräftemangel, sinkenden Konsum, Schaden für die Wirtschaft. Die Mehrkosten dürften sogar höher sein, aber sie kommen erst später. Lockdown wirkt sofort, Krankheit trifft die Wirtschaft verzögert. Also Augen zu und durch: Was kümmert uns das Morgen? Nur das Heute zählt! (Und die Wahl zum Bundeskanzler.) Hans Dieter Seckelmann, Minden

Falsche Logik

Trotz hoher Inzidenzzahlen dürfen Kommunen in NRW Bereiche wie Einzelhandel und Zoos offen halten. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test.

„NRW will keine Notbremse“ (Schlagzeile MT vom 27./28. März). Woher weiß das MT das? Wenn man den Berichten im Fernsehen und in den Zeitungen Glauben schenkt, halten immer noch zwei Drittel der Bevölkerung die strengen Lockdown-Maßnahmen der Regierung für angemessen oder für zu gering. Wer bestimmt, was „NRW“ will? Werden die Begriffe „NRW“ und „Regierung“ verwechselt?

Die Ministerpräsidentenkonferenz hat eine Notbremse beschlossen – aber sie hat nicht beschworen, sich daran zu halten. Jeder macht was er will, die Ministerpräsidenten, die Landräte, die Oberbürgermeister. Wozu sind Beschlüsse da, wenn man sie nicht bricht? Die Logik der Regierung Laschet ist: Der strenge Lockdown wirkt, die Inzidenzzahlen sinken – da muss etwas geschehen! Der Lockdown wird gelockert, und richtig, die Inzidenzzahlen steigen! Das muss genutzt werden, es wird weiter gelockert. Bremsen kann man immer noch! Wirklich? Kann man das?

Richtig ist: Ein harter Lockdown schadet der Wirtschaft. Dafür müssen Entschädigungen gezahlt werden. Die werden aus Steuergeldern finanziert, also auch von der Wirtschaft. Steigende Erkrankungszahlen schädigen die Wirtschaft zwar auch, aber zuerst sind die Krankenkassen betroffen. Sie zahlen, sie belasten die Beitragszahler. Steigende Krankenzahlen bedeuten Fachkräftemangel, sinkenden Konsum, Schaden für die Wirtschaft. Die Mehrkosten dürften sogar höher sein, aber sie kommen erst später. Lockdown wirkt sofort, Krankheit trifft die Wirtschaft verzögert. Also Augen zu und durch: Was kümmert uns das Morgen? Nur das Heute zählt! (Und die Wahl zum Bundeskanzler.)

Hans Dieter Seckelmann, Minden

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