Es passt nicht zusammen Heinrich Traue, der Opfer eines Identitätsdiebstahls, erfährt regelmäßige mediale Aufmerksamkeit. Identitätsdiebstahl ist offenbar immer noch so neu, dass die Verfolgung und Verurteilung der Täter nach wie vor schwierig und langwierig ist. Die finanziellen Folgen für die Opfer sind nur schwer in Euros zu beziffern (zum Beispiel durch den unrechtmäßigen negativen Schufa-Eintrag), die psychischen Probleme sind noch viel komplexer und damit diffiziler zu benennen. Herr Traue hat mein Mitgefühl. Was er durchgemacht hat und offenbar immer noch durchmacht, ist kaum vorstellbar. Ich verstehe nur eine Sache nicht: Er möchte nicht berühmt sein. Warum gibt er dann immer noch Interviews? Jedes Interview führt dazu, dass er in der Öffentlichkeit steht. Jedes Interview führt dazu, dass er das, was er erlebt hat (und wohl noch erlebt), „frisch“ hält. Wieder und wieder. Sorry, das verstehe ich nicht. Wenn ich etwas traumatisches erlebt habe, dann versuche ich, damit abzuschließen. Irgendwann. Irgendwie. Ständiges „Darüberreden“ und vor die Kamera treten passt für mich nicht zu dem Satz: „Aber berühmt wolle er nicht sein.“ - Und ich denke nicht, dass er dazu gezwungen wird. Christine Hamer, Minden

Es passt nicht zusammen

Heinrich Traue, der Opfer eines Identitätsdiebstahls, erfährt regelmäßige mediale Aufmerksamkeit.

Identitätsdiebstahl ist offenbar immer noch so neu, dass die Verfolgung und Verurteilung der Täter nach wie vor schwierig und langwierig ist. Die finanziellen Folgen für die Opfer sind nur schwer in Euros zu beziffern (zum Beispiel durch den unrechtmäßigen negativen Schufa-Eintrag), die psychischen Probleme sind noch viel komplexer und
damit diffiziler zu benennen. Herr Traue hat mein Mitgefühl. Was er durchgemacht hat und offenbar immer noch durchmacht, ist kaum vorstellbar. Ich verstehe nur eine Sache nicht: Er möchte nicht berühmt sein. Warum gibt er dann immer noch Interviews? Jedes Interview führt dazu, dass er in der Öffentlichkeit steht. Jedes Interview führt dazu, dass er das, was er erlebt hat (und wohl noch erlebt), „frisch“ hält. Wieder und wieder. Sorry, das verstehe ich nicht. Wenn ich etwas traumatisches erlebt habe, dann versuche ich, damit abzuschließen. Irgendwann. Irgendwie. Ständiges „Darüberreden“ und vor die Kamera treten passt für mich nicht zu dem Satz: „Aber berühmt wolle er nicht sein.“ - Und ich denke nicht, dass er dazu gezwungen wird.

Christine Hamer, Minden

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