Einsicht und Verzicht FDP-Ratsfrau Susanne Engelking verzichtet auf ihr Mandat, Parteikollege Oliver Liedtke rückt nach. Engelking will sich künftig auf die Kreistagsarbeit konzentrieren. Sie hatte sich ebenfalls um das Stadtratsmandat beworben, ein Einzug in beide Parlamente war für sie nicht absehbar. Einige Kandidaten und Kandidatinnen haben Doppelmandate gewonnen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es möglich ist, an Sitzungen gleichzeitig im Landtag, Kreistag oder Stadtparlament eine kontinuierliche Arbeit zu leisten. Wie will man in Ausschüssen und sonstigen Sitzungen immer informiert dabei sein? Nur schriftliche Info ersetzt nicht die lebendige Anwesenheit, trotz aller digitaler Möglichkeiten. Wenn ich richtig informiert bin, nehmen die Doppelmandate vorwiegend die Männer wahr, die dann ein Talent an den Tag legen, welches vorwiegend der Weiblichkeit nachgesagt wird: Multitasking. Darunter versteht man die Ausführung zweier oder mehrerer Aufgaben zur selben Zeit oder abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten. Die Aufgaben sind voneinander unabhängig, das Ziel einer Aufgabe ist also nicht von den Resultaten der anderen Aufgabe abhängig. Die Argumente von männlicher Seite lauten dann, als vorgeschobenes Motiv, Vernetzung beziehungsweise Bindeglied zu sein. Wird man dann bei Abstimmungen wegen Befangenheit immer ausgeschlossen? Das Doppelmandat auf Frauenseite bedeutet Einsicht und Verzicht auf ein Mandat. Die Doppelbelastung von zwei Mandaten würde den vielseitigen Aufgaben, mit der entsprechenden Belastung nicht gerecht werden. Das Argument sich nur auf ein Mandat zu konzentrieren, kann nur Anerkennung und Respekt verdienen. Dieses Auftreten sollte sich gehören und würde zu einer positiveren Einstellung gegenüber Politikern führen. Meine Abschluss-Frage: Wie wird die ehrenamtliche, doppelte Mandatsarbeit honoriert? Ist das auch ein Motiv? Heidi Bierbaum, Minden

Einsicht und Verzicht

FDP-Ratsfrau Susanne Engelking verzichtet auf ihr Mandat, Parteikollege Oliver Liedtke rückt nach. Engelking will sich künftig auf die Kreistagsarbeit konzentrieren. Sie hatte sich ebenfalls um das Stadtratsmandat beworben, ein Einzug in beide Parlamente war für sie nicht absehbar.

Einige Kandidaten und Kandidatinnen haben Doppelmandate gewonnen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es möglich ist, an Sitzungen gleichzeitig im Landtag, Kreistag oder Stadtparlament eine kontinuierliche Arbeit zu leisten. Wie will man in Ausschüssen und sonstigen Sitzungen immer informiert dabei sein? Nur schriftliche Info ersetzt nicht die lebendige Anwesenheit, trotz aller digitaler Möglichkeiten.

Wenn ich richtig informiert bin, nehmen die Doppelmandate vorwiegend die Männer wahr, die dann ein Talent an den Tag legen, welches vorwiegend der Weiblichkeit nachgesagt wird: Multitasking. Darunter versteht man die Ausführung zweier oder mehrerer Aufgaben zur selben Zeit oder abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten. Die Aufgaben sind voneinander unabhängig, das Ziel einer Aufgabe ist also nicht von den Resultaten der anderen Aufgabe abhängig. Die Argumente von männlicher Seite lauten dann, als vorgeschobenes Motiv, Vernetzung beziehungsweise Bindeglied zu sein. Wird man dann bei Abstimmungen wegen Befangenheit immer ausgeschlossen?

Das Doppelmandat auf Frauenseite bedeutet Einsicht und Verzicht auf ein Mandat. Die Doppelbelastung von zwei Mandaten würde den vielseitigen Aufgaben, mit der entsprechenden Belastung nicht gerecht werden. Das Argument sich nur auf ein Mandat zu konzentrieren, kann nur Anerkennung und Respekt verdienen. Dieses Auftreten sollte sich gehören und würde zu einer positiveren Einstellung gegenüber Politikern führen.

Meine Abschluss-Frage: Wie wird die ehrenamtliche, doppelte Mandatsarbeit honoriert? Ist das auch ein Motiv?

Heidi Bierbaum, Minden

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