Differenzierung ist geboten Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich hat sich noch nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das sorgt für Diskussionen. Vor vielen Jahre gab es einen Bayern Spieler, der in einer schwierigen – sportlichen – Situation forderte „Wir brauchen Eier, wenn Sie verstehen, was ich meine.“ Für mein Empfinden hat Joshua Kimmichs klares Statement auf die Frage des Sky-Reporters genau diese Qualität. Man kann die Argumentationskette der nun Empörten doch auch umdrehen: Warum soll sich ein 26-jähriger Sportler impfen lassen? Gehört er zur Risikogruppe? Nein. Ist er von der Sinnhaftigkeit der Impfung überzeugt? Nein. Also hat er keinen Grund, darf das so äußern und entsprechend handeln.Gerade der Fall Kimmich zeigt doch, dass Differenzierung geboten ist bei der Frage, für wen eine Impfung sinnvoll ist oder für wen nicht. Aber ganz schnell sind die Moralapostel am Ball und fordern eine Impfung aufgrund der Vorbildfunktion eines in der Öffentlichkeit stehenden Menschen. Wer in eine Diskussion mit moralischen Argumenten einsteigt, der hat keine anderen, hat mal ein weiser liberaler Mann aus Schleswig-Holstein gesagt.Ob Lauterbach, Seibert, Buyx oder auch Rummenigge, alle folgen der Logik, die derzeit kaum infrage gestellt wird: Alle ab 12 impfen, um Herdenimmunität zu erreichen und damit die Pandemie zu überwinden. Und genau das darf man hierzulande anders sehen. Jeder aus der Risikogruppe soll sich impfen lassen und wer sich außerhalb dieser Gruppe mit Impfung besser fühlt bitte auch. Aber wer nicht, der darf und sollte das Impfangebot nicht annehmen. Man muss (leider) dabei einen heftigen Gegenwind der staatsgläubigen Menge ertragen. Aber diese Menge möchte bitte auch den Zeitgenossen ertragen, der seinen gesunden Menschenverstand anwendet, sich gegen die Impfung entscheidet und den Mumm hat seine Meinung öffentlich zu vertreten.Ralf Biere, Minden

Differenzierung ist geboten

Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich hat sich noch nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das sorgt für Diskussionen.

Vor vielen Jahre gab es einen Bayern Spieler, der in einer schwierigen – sportlichen – Situation forderte „Wir brauchen Eier, wenn Sie verstehen, was ich meine.“ Für mein Empfinden hat Joshua Kimmichs klares Statement auf die Frage des Sky-Reporters genau diese Qualität. Man kann die Argumentationskette der nun Empörten doch auch umdrehen: Warum soll sich ein 26-jähriger Sportler impfen lassen? Gehört er zur Risikogruppe? Nein. Ist er von der Sinnhaftigkeit der Impfung überzeugt? Nein. Also hat er keinen Grund, darf das so äußern und entsprechend handeln.

Gerade der Fall Kimmich zeigt doch, dass Differenzierung geboten ist bei der Frage, für wen eine Impfung sinnvoll ist oder für wen nicht. Aber ganz schnell sind die Moralapostel am Ball und fordern eine Impfung aufgrund der Vorbildfunktion eines in der Öffentlichkeit stehenden Menschen. Wer in eine Diskussion mit moralischen Argumenten einsteigt, der hat keine anderen, hat mal ein weiser liberaler Mann aus Schleswig-Holstein gesagt.

Ob Lauterbach, Seibert, Buyx oder auch Rummenigge, alle folgen der Logik, die derzeit kaum infrage gestellt wird: Alle ab 12 impfen, um Herdenimmunität zu erreichen und damit die Pandemie zu überwinden. Und genau das darf man hierzulande anders sehen. Jeder aus der Risikogruppe soll sich impfen lassen und wer sich außerhalb dieser Gruppe mit Impfung besser fühlt bitte auch. Aber wer nicht, der darf und sollte das Impfangebot nicht annehmen. Man muss (leider) dabei einen heftigen Gegenwind der staatsgläubigen Menge ertragen. Aber diese Menge möchte bitte auch den Zeitgenossen ertragen, der seinen gesunden Menschenverstand anwendet, sich gegen die Impfung entscheidet und den Mumm hat seine Meinung öffentlich zu vertreten.

Ralf Biere, Minden

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