Der Konzern selbst gefährdet Arbeitsplätze Der Kalikonzern K+S möchte die Salzfracht in Werre und Weser langsamer reduzieren als verabredet. In einem Standpunkt verweist MT-Chefredakteur auch auf die wirtschaftliche Seite der Debatte. Mit Interesse habe ich den Kommentar von Benjamin Piel gelesen. Leider kann ich da so gar nicht zustimmen. Es kann nicht sein, dass es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass sich ein Großkonzern, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden, trotzig wie ein kleines Kind hinstellt, mit dem Bein aufstampft und dann mal wieder die Arbeitsplätze als gefährdet hinstellt. Dafür hat das Spiel zu viele Facetten. Es wird gerade so dargestellt, dass die Kritiker die Arbeitsplätze gefährden, aber es ist der Konzern selbst. Über Jahre hinweg wurden lieber Gewinne maximal abgeschöpft, um die Aktionäre zu befriedigen und mehr künstliches Geld zu generieren, anstatt in sinnvolle Entsorgungstechnik, die es durchaus gibt, zu investieren. Sowas geht mir salopp gesagt langsam auf den Keks. Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom Juli 2015 eine klare Kante zum wasserrechtlichen Verschlechterungsverbot von Oberflächengewässern gezeigt (Rs. C-461/13). Das scheint bei den Verwaltungen und Behörden in Deutschland aber nicht so richtig angekommen zu sein. Ich bin als Kind der 80er mit der Dünnsäureverklappung durch Kronos Titan in der Nordsee aufgewachsen und bin immer noch entsetzt, dass das damals Stand der Technik und geduldet war. Was der seinerzeit noch unter dem Namen Knoll AG firmierende Chemiekonzern in Minden in die Weser leiten durfte, kann man nur noch erahnen. Das ist heute einfach nicht mehr hip. Hier muss ein Kompromiss her. Auf Kosten der Umwelt immer wieder die Arbeitsplätze als Geisel zu präsentieren als gäbe es keine Alternativen, zeugt allerdings auch von einer gewissen Naivität der Unternehmen. Aber gut, im Normalfall kommen sie ja damit auch durch. Insbesondere vor Wahlterminen. Im Fall von den Plänen der K&S Minerals & Agriculture GmbH ist das allerdings völlig inakzeptabel und der Antrag muss abgelehnt werden. Björn Nommensen, Petershagen

Der Konzern selbst gefährdet Arbeitsplätze

Der Kalikonzern K+S möchte die Salzfracht in Werre und Weser langsamer reduzieren als verabredet. In einem Standpunkt verweist MT-Chefredakteur auch auf die wirtschaftliche Seite der Debatte.

Mit Interesse habe ich den Kommentar von Benjamin Piel gelesen. Leider kann ich da so gar nicht zustimmen. Es kann nicht sein, dass es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass sich ein Großkonzern, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden, trotzig wie ein kleines Kind hinstellt, mit dem Bein aufstampft und dann mal wieder die Arbeitsplätze als gefährdet hinstellt. Dafür hat das Spiel zu viele Facetten. Es wird gerade so dargestellt, dass die Kritiker die Arbeitsplätze gefährden, aber es ist der Konzern selbst.

Über Jahre hinweg wurden lieber Gewinne maximal abgeschöpft, um die Aktionäre zu befriedigen und mehr künstliches Geld zu generieren, anstatt in sinnvolle Entsorgungstechnik, die es durchaus gibt, zu investieren. Sowas geht mir salopp gesagt langsam auf den Keks. Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom Juli 2015 eine klare Kante zum wasserrechtlichen Verschlechterungsverbot von Oberflächengewässern gezeigt (Rs. C-461/13). Das scheint bei den Verwaltungen und Behörden in Deutschland aber nicht so richtig angekommen zu sein.

Ich bin als Kind der 80er mit der Dünnsäureverklappung durch Kronos Titan in der Nordsee aufgewachsen und bin immer noch entsetzt, dass das damals Stand der Technik und geduldet war. Was der seinerzeit noch unter dem Namen Knoll AG firmierende Chemiekonzern in Minden in die Weser leiten durfte, kann man nur noch erahnen. Das ist heute einfach nicht mehr hip. Hier muss ein Kompromiss her.

Auf Kosten der Umwelt immer wieder die Arbeitsplätze als Geisel zu präsentieren als gäbe es keine Alternativen, zeugt allerdings auch von einer gewissen Naivität der Unternehmen. Aber gut, im Normalfall kommen sie ja damit auch durch. Insbesondere vor Wahlterminen. Im Fall von den Plänen der K&S Minerals & Agriculture GmbH ist das allerdings völlig inakzeptabel und der Antrag muss abgelehnt werden.

Björn Nommensen, Petershagen

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