Das Weltall und die Dummheit In einem Leserbrief äußerte dessen Verfasser, dass er in einem erneuten Lockdown lediglich aufgrund des Inzidenzwerts keine Lösung für die aktuellen Probleme sehe. Dafür wurde er von einem anderen Leserbriefschreiber scharf kritisiert. Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, bemühte dieser Albert Einstein. Darauf antwortet nun der Vater des ersten Verfassers. Herr Einstein zwischen den Fronten. Wir können ihn nicht mehr nach seiner Meinung fragen. Auch Herr Buhrmester nicht. Trotzdem nutzt er das Zitat, um sein Weltbild öffentlich zu machen. Einstein war sich zu seinen Lebzeiten bestimmt sicher, dass seine Aussage als Zitat für etwas, aber auch als Beweis für das Gegenteil verwendet werden könnte. Er war ein kluger Mann. Die Frage ist doch, was den Kritiker so sicher macht, dass Einstein, in Kenntnis beider Leserbriefe, sich für seine Auffassung entscheiden würde. Als Physiker hat er sich mit beweisbaren Fakten beschäftigt! Da ist es eine Grundvoraussetzung die Bedingungen im Umfeld der Fakten zu kennen. Das erfordert eine nüchterne und objektive Betrachtung. Interessant ist auch die Rolle Einsteins im Bereich der Völkerverständigung. Seine Definition der Toleranz scheint Buhrmester nicht zu kennen. Ich vermisse eine objektive und auf Toleranz für Andersdenkende basierende Haltung des Kritikers. Mit dieser Beurteilung stehe ich nicht allein. Als Hasselaborat hat ein anderer Leser die Aussagen Buhrmesters eingestuft. Soweit würde ich nicht gehen wollen. Für mich ist das die gelebte Intoleranz. Mir ist es wichtig, auch bei unterschiedlichen Auffassungen tolerant zu bleiben. Man sollte darauf verzichten, einem Andersdenkenden Dummheit zu unterstellen. Wenn man darauf aber nicht verzichten will, dann muss man dafür den Beweis antreten. Dass bedeutet aber, dass in diesem Fall Buhrmester sich mit den Fakten aus dem angegriffenen Leserbrief befasst. Damit wären wir nun beim Thema. Die Beurteilung der erwähnten Fakten durch den Kritiker interessieren. Würde er Dr. Witte, den im Leserbrief zitierten Fachmann des MKK, auch so beschimpfen? Auch andere Fachleute kritisieren zunehmend die Orientierung ausschließlich am Inzidenzwert! Die Antwort an Buhrmester habe ich übernommen, weil die Sandkästen unserer Kindheit direkt nebeneinanderstanden – meinen Sohn erreicht er auf diese Art eh nicht! Rolf Biere, Minden

Das Weltall und die Dummheit

In einem Leserbrief äußerte dessen Verfasser, dass er in einem erneuten Lockdown lediglich aufgrund des Inzidenzwerts keine Lösung für die aktuellen Probleme sehe. Dafür wurde er von einem anderen Leserbriefschreiber scharf kritisiert. Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, bemühte dieser Albert Einstein. Darauf antwortet nun der Vater des ersten Verfassers.

Herr Einstein zwischen den Fronten. Wir können ihn nicht mehr nach seiner Meinung fragen. Auch Herr Buhrmester nicht. Trotzdem nutzt er das Zitat, um sein Weltbild öffentlich zu machen. Einstein war sich zu seinen Lebzeiten bestimmt sicher, dass seine Aussage als Zitat für etwas, aber auch als Beweis für das Gegenteil verwendet werden könnte. Er war ein kluger Mann. Die Frage ist doch, was den Kritiker so sicher macht, dass Einstein, in Kenntnis beider Leserbriefe, sich für seine Auffassung entscheiden würde.

Als Physiker hat er sich mit beweisbaren Fakten beschäftigt! Da ist es eine Grundvoraussetzung die Bedingungen im Umfeld der Fakten zu kennen. Das erfordert eine nüchterne und objektive Betrachtung. Interessant ist auch die Rolle Einsteins im Bereich der Völkerverständigung. Seine Definition der Toleranz scheint Buhrmester nicht zu kennen. Ich vermisse eine objektive und auf Toleranz für Andersdenkende basierende Haltung des Kritikers. Mit dieser Beurteilung stehe ich nicht allein. Als Hasselaborat hat ein anderer Leser die Aussagen Buhrmesters eingestuft. Soweit würde ich nicht gehen wollen. Für mich ist das die gelebte Intoleranz.

Mir ist es wichtig, auch bei unterschiedlichen Auffassungen tolerant zu bleiben. Man sollte darauf verzichten, einem Andersdenkenden Dummheit zu unterstellen. Wenn man darauf aber nicht verzichten will, dann muss man dafür den Beweis antreten. Dass bedeutet aber, dass in diesem Fall Buhrmester sich mit den Fakten aus dem angegriffenen Leserbrief befasst. Damit wären wir nun beim Thema. Die Beurteilung der erwähnten Fakten durch den Kritiker interessieren. Würde er Dr. Witte, den im Leserbrief zitierten Fachmann des MKK, auch so beschimpfen? Auch andere Fachleute kritisieren zunehmend die Orientierung ausschließlich am Inzidenzwert!

Die Antwort an Buhrmester habe ich übernommen, weil die Sandkästen unserer Kindheit direkt nebeneinanderstanden – meinen Sohn erreicht er auf diese Art eh nicht!

Rolf Biere, Minden

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