Chaos am Kaiser Immer wieder verirren sich Autofahrer auf dem Weg zum Kaiser-Denkmal, denn wer den Anweisungen des Routenplaners von Google folgt, wird fehlgeleitet. Die Zukunftsprognosen sind leider jetzt schon eingetreten. Der Sorge um das große Durcheinander im Wittekindsberg kann ich voll zustimmen. Nicht nur „verirrte“, durchs Navi fehlgeleitete und Verbotsschilder ignorierende Pkws sind ständig bei Tag und Nacht im Wald unterwegs. Auch der Verkehr zur Wittekindsburg und dem Gästehaus wird vermutlich bei vollem Betrieb dieser Häuser zunehmen. Zusätzlich bewegen sich in diesem Naturschutzgebiet (Natura 2000) vielfach illegal, abseits der Wege, weitere Freizeitnutzer (Jogger, Reiter, Geocatcher, Mountainbiker und Motorcrossfahrer). Autorennen zum Kaiser Wilhelm-Denkmal in den Abend- und Nachtstunden haben sehr starke Ausmaße angenommen, sodass polizeiliches Eingreifen erforderlich war. Wohlgemerkt: Es handelt sich hier nicht um Denkmalbesucher, sondern um Raser, die auf dem Parkplatz zu vorgerückter Stunde Party machen. Inzwischen hat sich auch der Wanderparkplatz an der Kaiserstraße zu einem beliebten und gut frequentierten Übernachtungsplatz für Wohnmobile entwickelt. Ich bin fast täglich in diesem Gebiet unterwegs und weiß, dass Verkehrs- und Nutzerregelungen erforderlich sind. Als erster Schritt ist daher die Initiative des Kreises Minden-Lübbecke sehr zu begrüßen, einen Ranger, der dann hoffentlich auch hier tätig ist, einzustellen. Grundsätzlich wäre jedoch zu klären, wie die zukünftige Nutzung des Wittekindsberges aussehen soll. Wollen wir einen „Erlebnisberg“ zum Beispiel mit nächtlicher Partymeile und beleuchteten Waldwegen, erweiterte gastronomische Angebote, Schaffung eines Museums und als Highlight eine Seilbahn und eine Bimmelbahn und vieles mehr? Oder wollen wir in einer herrlichen Umgebung das Wiehengebirge mit seinen ausreichend vorhandenen touristischen Angeboten nachhaltig und sanft nutzen, in dem alle Nutzer ihren Platz haben? Eigentlich gibt es gar keine Wahlmöglichkeit, denn durch den Status „Natura 2000“ sind viele Dinge eindeutig rechtlich geregelt. Ulrich Rüter, Porta Westfalica

Chaos am Kaiser

Immer wieder verirren sich Autofahrer auf dem Weg zum Kaiser-Denkmal, denn wer den Anweisungen des Routenplaners von Google folgt, wird fehlgeleitet.

Die Zukunftsprognosen sind leider jetzt schon eingetreten. Der Sorge um das große Durcheinander im Wittekindsberg kann ich voll zustimmen. Nicht nur „verirrte“, durchs Navi fehlgeleitete und Verbotsschilder ignorierende Pkws sind ständig bei Tag und Nacht im Wald unterwegs. Auch der Verkehr zur Wittekindsburg und dem Gästehaus wird vermutlich bei vollem Betrieb dieser Häuser zunehmen. Zusätzlich bewegen sich in diesem Naturschutzgebiet (Natura 2000) vielfach illegal, abseits der Wege, weitere Freizeitnutzer (Jogger, Reiter, Geocatcher, Mountainbiker und Motorcrossfahrer). Autorennen zum Kaiser Wilhelm-Denkmal in den Abend- und Nachtstunden haben sehr starke Ausmaße angenommen, sodass polizeiliches Eingreifen erforderlich war. Wohlgemerkt: Es handelt sich hier nicht um Denkmalbesucher, sondern um Raser, die auf dem Parkplatz zu vorgerückter Stunde Party machen. Inzwischen hat sich auch der Wanderparkplatz an der Kaiserstraße zu einem beliebten und gut frequentierten Übernachtungsplatz für Wohnmobile entwickelt.

Ich bin fast täglich in diesem Gebiet unterwegs und weiß, dass Verkehrs- und Nutzerregelungen erforderlich sind. Als erster Schritt ist daher die Initiative des Kreises Minden-Lübbecke sehr zu begrüßen, einen Ranger, der dann hoffentlich auch hier tätig ist, einzustellen.

Grundsätzlich wäre jedoch zu klären, wie die zukünftige Nutzung des Wittekindsberges aussehen soll. Wollen wir einen „Erlebnisberg“ zum Beispiel mit nächtlicher Partymeile und beleuchteten Waldwegen, erweiterte gastronomische Angebote, Schaffung eines Museums und als Highlight eine Seilbahn und eine Bimmelbahn und vieles mehr? Oder wollen wir in einer herrlichen Umgebung das Wiehengebirge mit seinen ausreichend vorhandenen touristischen Angeboten nachhaltig und sanft nutzen, in dem alle Nutzer ihren Platz haben? Eigentlich gibt es gar keine Wahlmöglichkeit, denn durch den Status „Natura 2000“ sind viele Dinge eindeutig rechtlich geregelt.

Ulrich Rüter, Porta Westfalica

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