Chancen erkennen Die Untersuchung der Bestandsstrecke für die ICE-Trasse Hannover-Bielefeld beginnt zeitnah, das wurde im Bauausschuss Ende Februar bekannt gegeben. Heimische Initiativen fordern vehement den trassennahen Ausbau anstelle einer Neubaustrecke, die womöglich drastische Folgen für die Portaner Landschaft hätte. Der Vortrag vor dem Bauausschuss des Gemeinderats der Stadt Porta Westfalica hat keine neuen Erkenntnisse über die Planungssystematik- und die zeitliche Abfolge des Projektprozesses geliefert. Die Vorladung der Bahn in den Bauausschuss diente offenbar den Kommunalpolitikern als Bühne für die Selbstdarstellung. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Bericht in der heutigen FAZ und dem aero Telegraph über den Ausbau der Kooperation zwischen Lufthansa und DB AG. Die DB AG möchte die Anzahl der Direktverbindungen zum internationalen Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt am Main von 17 auf 21 erhöhen, mit dem langfristigen Ziel, auf den Inlandsflugverkehr ganz zu verzichten. Frankreich beabsichtigt, in einem ersten Schritt alle Inlandsflüge zu verbieten, bei denen die Distanzen mit dem TGV in weniger als zweieinhalb Stunden erreichbar sind. Flüge von Paris nach Lion oder nach Brüssel würden dann entfallen. Ich empfehle den Kommunen dringend, sich frühzeitig für die Anbindung der Regionen Schaumburg und OWL an das schnelle ICE-Express-Zubringersystem der Bahn einzusetzen, anstatt die Mobilitäts- und Verkehrswende mit unsinnigen und realitätsfremden Forderungen zu destruieren und zu unterlaufen. Auch die Forderung nach einem Bahnhof Schaumburg/OWL wäre wichtig für die Wirtschaftsentwicklung der Regionen. Anstatt ständig das Haar in der Suppe zu suchen, macht es mehr Sinn nach den Chancen zu suchen, die das Projekt bietet. Hier hat die Kommunalpolitik erhebliche Defizite, weil das nur mit Kompetenz und innovativer Grundhaltung herstellbar ist. Daran fehlt es aber bei den kommunalen Protagonisten. Hans Ulrich Gräf, Minden

Chancen erkennen

Die Untersuchung der Bestandsstrecke für die ICE-Trasse Hannover-Bielefeld beginnt zeitnah, das wurde im Bauausschuss Ende Februar bekannt gegeben. Heimische Initiativen fordern vehement den trassennahen Ausbau anstelle einer Neubaustrecke, die womöglich drastische Folgen für die Portaner Landschaft hätte.

Der Vortrag vor dem Bauausschuss des Gemeinderats der Stadt Porta Westfalica hat keine neuen Erkenntnisse über die Planungssystematik- und die zeitliche Abfolge des Projektprozesses geliefert. Die Vorladung der Bahn in den Bauausschuss diente offenbar den Kommunalpolitikern als Bühne für die Selbstdarstellung. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Bericht in der heutigen FAZ und dem aero Telegraph über den Ausbau der Kooperation zwischen Lufthansa und DB AG. Die DB AG möchte die Anzahl der Direktverbindungen zum internationalen Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt am Main von 17 auf 21 erhöhen, mit dem langfristigen Ziel, auf den Inlandsflugverkehr ganz zu verzichten. Frankreich beabsichtigt, in einem ersten Schritt alle Inlandsflüge zu verbieten, bei denen die Distanzen mit dem TGV in weniger als zweieinhalb Stunden erreichbar sind. Flüge von Paris nach Lion oder nach Brüssel würden dann entfallen.

Ich empfehle den Kommunen dringend, sich frühzeitig für die Anbindung der Regionen Schaumburg und OWL an das schnelle ICE-Express-Zubringersystem der Bahn einzusetzen, anstatt die Mobilitäts- und Verkehrswende mit unsinnigen und realitätsfremden Forderungen zu destruieren und zu unterlaufen. Auch die Forderung nach einem Bahnhof Schaumburg/OWL wäre wichtig für die Wirtschaftsentwicklung der Regionen. Anstatt ständig das Haar in der Suppe zu suchen, macht es mehr Sinn nach den Chancen zu suchen, die das Projekt bietet. Hier hat die Kommunalpolitik erhebliche Defizite, weil das nur mit Kompetenz und innovativer Grundhaltung herstellbar ist. Daran fehlt es aber bei den kommunalen Protagonisten.

Hans Ulrich Gräf, Minden

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