Warum Einschränkungen für Geimpfte? Mit Blick auf die neue Virus-Variante Omikron appelliert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu, Kontakte zu beschränken, da sonst ein Lockdown drohe. Die Inzidenzen steigen und überall füllen sich die Intensivstationen mit ungeimpften Corona-Patienten. Wie kann man eine Überlastung vermeiden? Die Antwort liegt auf der Hand: Man muss verhindern, dass Ungeimpfte sich infizieren und man muss so schnell wie möglich dafür sorgen, dass Ungeimpfte geimpft werden. Also: Sofortiger Lockdown für Ungeimpfte, mit Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren, das Ganze bewehrt mit entsprechenden Bußgeldern und Kontrollen. Für eine nachhaltige Wirkung kommt dazu eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen. Eigentlich müssten die Geimpften davon nicht betroffen sein. Wenn sich die Freiwillige Feuerwehr zur Weihnachtsfeier unter 2G-Bedingungen trifft und sich einige tatsächlich infizieren, entwickeln sie bestenfalls Erkältungssymptome oder merken gar nichts. Vorausgesetzt, die krankhaft Immungeschwächten sind dieser Veranstaltung ferngeblieben. Treffen sich dagegen zwei ungeimpfte Großfamilien zu Hause zum Kaffee und tauschen dabei ihre Coronaviren aus, liegt Papa vielleicht drei Wochen später auf der Intensivstation. Von Opa wollen wir gar erst nicht reden. Jetzt aber soll die Wirkung der Impfungen noch durch Tests abgesichert werden. Impfdurchbrüche werden als Schreckgespenst an die Wand gemalt. Geimpfte sollen ihre Kontakte beschränken. Die politisch Verantwortlichen und die Medien bedienen damit ungewollt die Argumentation der Impfgegner. Denn die greifen das genüsslich auf und sagen: Seht ihr, die Impfung wirkt doch nicht so gut, ihr sagt es ja selbst. Warum sollen wir uns dann impfen lassen? Ich möchte mir meine Impfung nicht madig machen lassen. Im Januar lasse ich mich boostern. Bis dahin - und erst recht danach - treffe ich mich weiter mit Bekannten, besuche Kulturveranstaltungen, gehe ins Kino und nutze unsere Gastronomie. Es sei denn, die Panik und die Unvernunft siegen, und alles wird wieder allen verboten. Martin Simon, Minden

Warum Einschränkungen für Geimpfte?

Mit Blick auf die neue Virus-Variante Omikron appelliert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu, Kontakte zu beschränken, da sonst ein Lockdown drohe.

Die Inzidenzen steigen und überall füllen sich die Intensivstationen mit ungeimpften Corona-Patienten. Wie kann man eine Überlastung vermeiden? Die Antwort liegt auf der Hand: Man muss verhindern, dass Ungeimpfte sich infizieren und man muss so schnell wie möglich dafür sorgen, dass Ungeimpfte geimpft werden. Also: Sofortiger Lockdown für Ungeimpfte, mit Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren, das Ganze bewehrt mit entsprechenden Bußgeldern und Kontrollen. Für eine nachhaltige Wirkung kommt dazu eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen.

Eigentlich müssten die Geimpften davon nicht betroffen sein. Wenn sich die Freiwillige Feuerwehr zur Weihnachtsfeier unter 2G-Bedingungen trifft und sich einige tatsächlich infizieren, entwickeln sie bestenfalls Erkältungssymptome oder merken gar nichts. Vorausgesetzt, die krankhaft Immungeschwächten sind dieser Veranstaltung ferngeblieben. Treffen sich dagegen zwei ungeimpfte Großfamilien zu Hause zum Kaffee und tauschen dabei ihre Coronaviren aus, liegt Papa vielleicht drei Wochen später auf der Intensivstation. Von Opa wollen wir gar erst nicht reden.

Jetzt aber soll die Wirkung der Impfungen noch durch Tests abgesichert werden. Impfdurchbrüche werden als Schreckgespenst an die Wand gemalt. Geimpfte sollen ihre Kontakte beschränken. Die politisch Verantwortlichen und die Medien bedienen damit ungewollt die Argumentation der Impfgegner. Denn die greifen das genüsslich auf und sagen: Seht ihr, die Impfung wirkt doch nicht so gut, ihr sagt es ja selbst. Warum sollen wir uns dann impfen lassen?

Ich möchte mir meine Impfung nicht madig machen lassen. Im Januar lasse ich mich boostern. Bis dahin - und erst recht danach - treffe ich mich weiter mit Bekannten, besuche Kulturveranstaltungen, gehe ins Kino und nutze unsere Gastronomie. Es sei denn, die Panik und die Unvernunft siegen, und alles wird wieder allen verboten.

Martin Simon, Minden

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