Bedenken ignoriert? Im Stadtbezirk Königstor entsteht eine Klimaschutzsiedlung. Bislang wurde an dieser Stelle Ackerbau betrieben. In Ihrem Bericht stellen Sie dar, dass „(…) Bürger viele eher kritische Stellungnahmen und Bedenken im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung (…)“ abgegeben haben. In welcher Form sind diese Bedenken in die Planungen eingeflossen? Vermutlich überhaupt nicht, denn auf unsere schriftliche Stellungnahme erfolgte keinerlei Reaktion seitens der Stadt. Nicht einmal eine Empfangsbestätigung haben wir bekommen. Das erweckt den Eindruck, dass die Meinungen und Ängste von betroffenen Bürgern bei der Durchsetzung keine Rolle spielen. Bis heute wurde kein Verkehrsgutachten vorgelegt, welches die Verkehrssituation durch die beiden Schulen (Besselgymnasium und Leo Sympher/Berufsschule) auf der Hahler Straße, besonders zu den Stoßzeiten 7 bis 8.30 Uhr und 13 bis 14 Uhr, berücksichtigt. Ebenfalls unberücksichtigt blieb der Verkehr, der durch die beiden Kleingartenanlagen und durch den Königstorsportplatz entsteht. Es ist schon jetzt nicht ungefährlich, zu Fuß die Beethovenstraße zu benützen, auf der einen Seite parken die Kleingärtner, auf der anderen Seite versuchen sich Radfahrer und Autofahrer durch die schmale Straße zu zwängen. Jetzt stelle man sich vor, dass morgens noch die Kinder zum geplanten Kindergarten gebracht werden (beziehungsweise nachmittags wieder abgeholt werden), da ist das Chaos absehbar. An eventuelle Unfälle mögen wir nicht denken. Dazu käme noch der Verkehr, der durch die neue Bebauung entstehen wird. Mieter haben Autos und Autos brauchen Parkmöglichkeiten, wo sollen die herkommen? Die gesamte Vorgehensweise erweckt den Eindruck, dass hier finanzielle Überlegungen ausschlaggebend sind. Die Stadt Minden finanziert den Bau des Kindergartens und die Kosten der Infrastruktur übernimmt der Investor der Wohnbebauung? Das gesamte Projekt kann die Stadt Minden bei der vorhandenen Schuldenlast sicher alleine nicht stemmen. Oder benötigt die Politik ein neues Prestigeobjekt, nachdem die Multifunktionshalle in weite Ferne gerückt ist? Ute und Klaus-Ditmar Wiese, Minden

Bedenken ignoriert?

Im Stadtbezirk Königstor entsteht eine Klimaschutzsiedlung. Bislang wurde an dieser Stelle Ackerbau betrieben.

In Ihrem Bericht stellen Sie dar, dass „(…) Bürger viele eher kritische Stellungnahmen und Bedenken im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung (…)“ abgegeben haben.

In welcher Form sind diese Bedenken in die Planungen eingeflossen? Vermutlich überhaupt nicht, denn auf unsere schriftliche Stellungnahme erfolgte keinerlei Reaktion seitens der Stadt. Nicht einmal eine Empfangsbestätigung haben wir bekommen. Das erweckt den Eindruck, dass die Meinungen und Ängste von betroffenen Bürgern bei der Durchsetzung keine Rolle spielen.

Bis heute wurde kein Verkehrsgutachten vorgelegt, welches die Verkehrssituation durch die beiden Schulen (Besselgymnasium und Leo Sympher/Berufsschule) auf der Hahler Straße, besonders zu den Stoßzeiten 7 bis 8.30 Uhr und 13 bis 14 Uhr, berücksichtigt. Ebenfalls unberücksichtigt blieb der Verkehr, der durch die beiden Kleingartenanlagen und durch den Königstorsportplatz entsteht.

Es ist schon jetzt nicht ungefährlich, zu Fuß die Beethovenstraße zu benützen, auf der einen Seite parken die Kleingärtner, auf der anderen Seite versuchen sich Radfahrer und Autofahrer durch die schmale Straße zu zwängen. Jetzt stelle man sich vor, dass morgens noch die Kinder zum geplanten Kindergarten gebracht werden (beziehungsweise nachmittags wieder abgeholt werden), da ist das Chaos absehbar. An eventuelle Unfälle mögen wir nicht denken. Dazu käme noch der Verkehr, der durch die neue Bebauung entstehen wird. Mieter haben Autos und Autos brauchen Parkmöglichkeiten, wo sollen die herkommen?

Die gesamte Vorgehensweise erweckt den Eindruck, dass hier finanzielle Überlegungen ausschlaggebend sind. Die Stadt Minden finanziert den Bau des Kindergartens und die Kosten der Infrastruktur übernimmt der Investor der Wohnbebauung? Das gesamte Projekt kann die Stadt Minden bei der vorhandenen Schuldenlast sicher alleine nicht stemmen. Oder benötigt die Politik ein neues Prestigeobjekt, nachdem die Multifunktionshalle in weite Ferne gerückt ist?

Ute und Klaus-Ditmar Wiese, Minden

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