Aushöhlung des Demokratieprinzips Ein Leser äußert sich zum Prostitutionsverbot in Nordrhein-Westfalen im Zuge der Coronapandemie. Im Kontext der legitimierten Grundrechtseinschränkungen in der Coronapandemie will sich wohl unser Landesvater Herr Laschet mit einem Durchsetzen eines Prostitutionsverbots profilieren. Dieses Vorgehen klingt für mich nach dem Motto: "Sicher zurück in die Zukunft a la 50er Jahre." Sollte es moralischen Handlungsdruck geben, gäbe es sicherlich zielführendere Optionen wie unter anderem Wohnungswirtschaft, Steuerbetrug et cetera. Was will man unter dem Deckmantel der Pandemie als Nächstes verbieten? Das freie Internet? Es mag sicherlich Handlungsfelder im Bereich der Prostitution geben, die man aufgrund des Staatsversagens bis heute nicht in den Griff bekommen hat, trotz Prostitutions(bevormundungs)schutzgesetz. Stellen Sie sich vor, der Staat würde aufgrund dessen, dass sich in Banken auch Rechtsbrecher tummeln, auf die Idee kommen Banken zu verbieten. Das wäre meines Erachtens ein vergleichbares Vorgehen und würde die Probleme nur kaschieren. Moralisch subjektive Bewertungen sollten in der Politik nicht zum Handlungsmaßstab werden (siehe Donald Trump in den USA). Wer solche Mätzchen vorantreibt, eignet sich nicht als zukünftiger Staatslenker und sollte von solch einem hohen Amt Abstand nehmen. Manfred Pallentin, Minden

Aushöhlung des Demokratieprinzips

Ein Leser äußert sich zum Prostitutionsverbot in Nordrhein-Westfalen im Zuge der Coronapandemie.

Im Kontext der legitimierten Grundrechtseinschränkungen in der Coronapandemie will sich wohl unser Landesvater Herr Laschet mit einem Durchsetzen eines Prostitutionsverbots profilieren. Dieses Vorgehen klingt für mich nach dem Motto: "Sicher zurück in die Zukunft a la 50er Jahre."

Sollte es moralischen Handlungsdruck geben, gäbe es sicherlich zielführendere Optionen wie unter anderem Wohnungswirtschaft, Steuerbetrug et cetera. Was will man unter dem Deckmantel der Pandemie als Nächstes verbieten? Das freie Internet?

Es mag sicherlich Handlungsfelder im Bereich der Prostitution geben, die man aufgrund des Staatsversagens bis heute nicht in den Griff bekommen hat, trotz Prostitutions(bevormundungs)schutzgesetz.

Stellen Sie sich vor, der Staat würde aufgrund dessen, dass sich in Banken auch Rechtsbrecher tummeln, auf die Idee kommen Banken zu verbieten. Das wäre meines Erachtens ein vergleichbares Vorgehen und würde die Probleme nur kaschieren.

Moralisch subjektive Bewertungen sollten in der Politik nicht zum Handlungsmaßstab werden (siehe Donald Trump in den USA). Wer solche Mätzchen vorantreibt, eignet sich nicht als zukünftiger Staatslenker und sollte von solch einem hohen Amt Abstand nehmen.

Manfred Pallentin, Minden

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