Arbeitsplätze als "Totschlagargument"? Die Pläne für einen großen Logistik-Standort in Lerbeck sorgen in Porta für hitzige Diskussionen. Dass Arbeitsplätze in unserer heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema sind und gerade jetzt, zu Corona Zeiten, noch verstärkt in den Blickpunkt rücken, dürfte wohl jedem denkenden Menschen klar sein! Aber dabei stellt sich doch auch die Frage, ob dafür wirklich alles andere geopfert werden darf, was fühlenden und denkenden Menschen wichtig ist. Viele Bürger der Stadt Porta, in erster Linie Lerbecker, wehren sich seit Bekanntwerden der Pläne für ein riesiges Logistikzentrum gegen dieses Bauprojekt im Zentrum ihres Dorfes. Sie haben darum über 900 Unterschriften von Gleichgesinnten gesammelt (es hätten noch viel mehr werden können, wenn die Zeit es zugelassen hätte). Jetzt, nach vielen Wochen, demonstrieren plötzlich Mitarbeiter der Firma Grohe mit Plakaten für den Erhalt von circa 600 Arbeitsplätzen. Ganz abgesehen davon, dass diese Zahl - und schon gar nicht in dieser Höhe - in allen Gesprächen und Sitzungen, trotz unserer wiederholten Forderungen noch nie konkret belegt werden konnte. Das ist Demokratie und wird natürlich voll und ganz akzeptiert. In der heimischen Presse wurde diese Aktion 'Die heiße Phase' genannt. Doch warum geschieht das erst jetzt, ohne dass die Mitarbeiter der Firma Grohe bisher überhaupt in Erscheinung getreten sind? Sie hätten - genau wie wir - ihre Meinung kundtun können. Sei es in der Presse oder bei den Sitzungen! Die Mitarbeiter der Firma Grohe sollten wissen, dass wir uns in allen bisherigen Gesprächen noch nie gegen den Erhalt beziehungsweise die Erweiterung ihres im Ort ansässigen Betriebes gewendet haben - ganz im Gegenteil. Es wurden auch Alternativen vorgeschlagen. Die Aktionen der Lerbecker Bürger richten sich nur gegen die riesigen Hallen eines global agierenden, ortsfremden Logistikkonzerns im Herzen unseres Ortes mit all den zu erwartenden Nebenwirkungen. Aber wer nicht spricht oder Fragen zulässt (auch das gehört zur Demokratie) beziehungsweise nur mit Parolen aufwartet...! Rüdiger Dreier, Porta Westfalica

Arbeitsplätze als "Totschlagargument"?

Die Pläne für einen großen Logistik-Standort in Lerbeck sorgen in Porta für hitzige Diskussionen.

Dass Arbeitsplätze in unserer heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema sind und gerade jetzt, zu Corona Zeiten, noch verstärkt in den Blickpunkt rücken, dürfte wohl jedem denkenden Menschen klar sein! Aber dabei stellt sich doch auch die Frage, ob dafür wirklich alles andere geopfert werden darf, was fühlenden und denkenden Menschen wichtig ist.

Viele Bürger der Stadt Porta, in erster Linie Lerbecker, wehren sich seit Bekanntwerden der Pläne für ein riesiges Logistikzentrum gegen dieses Bauprojekt im Zentrum ihres Dorfes. Sie haben darum über 900 Unterschriften von Gleichgesinnten gesammelt (es hätten noch viel mehr werden können, wenn die Zeit es zugelassen hätte).

Jetzt, nach vielen Wochen, demonstrieren plötzlich Mitarbeiter der Firma Grohe mit Plakaten für den Erhalt von circa 600 Arbeitsplätzen. Ganz abgesehen davon, dass diese Zahl - und schon gar nicht in dieser Höhe - in allen Gesprächen und Sitzungen, trotz unserer wiederholten Forderungen noch nie konkret belegt werden konnte. Das ist Demokratie und wird natürlich voll und ganz akzeptiert. In der heimischen Presse wurde diese Aktion 'Die heiße Phase' genannt.

Doch warum geschieht das erst jetzt, ohne dass die Mitarbeiter der Firma Grohe bisher überhaupt in Erscheinung getreten sind? Sie hätten - genau wie wir - ihre Meinung kundtun können. Sei es in der Presse oder bei den Sitzungen! Die Mitarbeiter der Firma Grohe sollten wissen, dass wir uns in allen bisherigen Gesprächen noch nie gegen den Erhalt beziehungsweise die Erweiterung ihres im Ort ansässigen Betriebes gewendet haben - ganz im Gegenteil. Es wurden auch Alternativen vorgeschlagen.

Die Aktionen der Lerbecker Bürger richten sich nur gegen die riesigen Hallen eines global agierenden, ortsfremden Logistikkonzerns im Herzen unseres Ortes mit all den zu erwartenden Nebenwirkungen. Aber wer nicht spricht oder Fragen zulässt (auch das gehört zur Demokratie) beziehungsweise nur mit Parolen aufwartet...!

Rüdiger Dreier, Porta Westfalica

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