Alternativen Schüler müssen am Ende des zweiten Corona-Schuljahres keine „Blauen Briefe“ fürchten, so beschließt der Landtag in seinem Zweiten Bildungsgesetz. Keine Blauen Briefe, aber trotzdem ein Sitzenbleiben? Und dann besser ein freiwillig wiederholtes Schuljahr? Ist das wirklich durchdacht? Nach mehr als einem Jahr unregelmäßigen Unterrichts hat keine Schulklasse das vorgeschriebene Pensum erreicht! Was nützt es dann einem Schüler, sein Schuljahr zu wiederholen, wenn er auf eine Klasse trifft, die ihrerseits Ausfälle hat. Allein die erste Klasse lohnt sich zu wiederholen, weil sie keinen Schulstoff voraussetzt. Die ideale Lösung wäre meines Erachtens aus jeder Klasse zwei zu machen, denn es gibt überall Schüler, die zu Hause so unterstützt wurden, dass sie das Klassenziel erreicht haben. Dazu fehlt es an Lehrern – aber vielleicht nicht an zukünftigen, die noch ein Soziales Jahr zur endgültigen Berufsfindung einlegen möchten. So mancher wird während dieser Zeit seine Lehr-Begabung entdecken oder merken, dass sie ihm fehlt. Eine andere Lösung wäre, das Angebot eines weiteren – nicht angerechneten – Schuljahres ans Ende der Schulzeit zu legen, wenn sich bis dahin herausgestellt hat, dass der Schulabschluss nicht oder nur schwer erreicht wurde. Sehr guten Schülern könnte man das Überspringen einer Klasse erleichtern, weil da unter Umständen gar nicht so viel zu überspringen ist. Ich weiß – Schule ist im Moment äußerst problematisch und ich bin froh, nicht selbst beteiligt zu sein! Karin Wahlers, Minden

Alternativen

Schüler müssen am Ende des zweiten Corona-Schuljahres keine „Blauen Briefe“ fürchten, so beschließt der Landtag in seinem Zweiten Bildungsgesetz.

Keine Blauen Briefe, aber trotzdem ein Sitzenbleiben? Und dann besser ein freiwillig wiederholtes Schuljahr? Ist das wirklich durchdacht? Nach mehr als einem Jahr unregelmäßigen Unterrichts hat keine Schulklasse das vorgeschriebene Pensum erreicht! Was nützt es dann einem Schüler, sein Schuljahr zu wiederholen, wenn er auf eine Klasse trifft, die ihrerseits Ausfälle hat. Allein die erste Klasse lohnt sich zu wiederholen, weil sie keinen Schulstoff voraussetzt.

Die ideale Lösung wäre meines Erachtens aus jeder Klasse zwei zu machen, denn es gibt überall Schüler, die zu Hause so unterstützt wurden, dass sie das Klassenziel erreicht haben. Dazu fehlt es an Lehrern – aber vielleicht nicht an zukünftigen, die noch ein Soziales Jahr zur endgültigen Berufsfindung einlegen möchten. So mancher wird während dieser Zeit seine Lehr-Begabung entdecken oder merken, dass sie ihm fehlt.

Eine andere Lösung wäre, das Angebot eines weiteren – nicht angerechneten – Schuljahres ans Ende der Schulzeit zu legen, wenn sich bis dahin herausgestellt hat, dass der Schulabschluss nicht oder nur schwer erreicht wurde. Sehr guten Schülern könnte man das Überspringen einer Klasse erleichtern, weil da unter Umständen gar nicht so viel zu überspringen ist.

Ich weiß – Schule ist im Moment äußerst problematisch und ich bin froh, nicht selbst beteiligt zu sein!

Karin Wahlers, Minden

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