Sehr unglückliche Wortwahl

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Das MT befragte zwei Grundschulrektorinnen zur Wiedereröffnung der Schulen.

Mindener Grundschulen versorgen ihre Elternschaft per E-Mail über Informationen rund um die derzeitige Schulsituation. Im Hinblick auf die Eine-Welt-Schule wird an dieser Stelle aufgrund von vermeintlich fehlender Digitalisierung, die zu verzögertem Informationsfluss in den Familien führt, im Artikel dabei von „Desaster“ gesprochen. Im Weiteren wird eine Aussage über uns Eltern getätigt, die mehr als frech ist und ein völlig verzerrtes Bild darstellt! „Da erreicht man die Eltern nicht über E-Mails, selbst wenn man sie erreichen würde, würden sie die Sprache nicht verstehen.“

Eine unmögliche Wortwahl! Was für einen Eindruck über die Familien der Schulkinder, die Arbeit des Kollegiums und Ganztagteams der Eine-Welt-Schule und über unser Schulleben entsteht so in der Öffentlichkeit? Wir Eltern der Eine-Welt-Schule haben noch nie etwas vom Internet gehört, kommunizieren mit Händen und Füßen und leben hinter'm Mond?!? Da haben sich Schulleitungen über die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen sehr unglücklich ausgedrückt.

Wir an der Eine-Welt-Schule sind eine sehr bunte, lebendige und fröhliche Schulgemeinschaft, die mit Abstand eine große Bereitschaft zeigt, Schulmaterialien ihrer Kinder an der Schule abzuholen und erbrachte Arbeiten dort auch wieder abzuliefern. So entsteht für uns die Möglichkeit eines persönlichen Informationsaustausch mit den Klassenlehrerinnen und -lehrern unter den derzeit vorgeschriebenen Kontaktregelungen. Ein großartiges Lehrer- und Ganztagteam überzeugt gerade jetzt mit hohem Engagement unter den besonderen Anforderungen Kontakt auf vielfältige Weise zuuns Familien zu halten. Jedes Kind wird weiterhin differenziert und individuell mit Lernmaterialien ausgestattet und erhält auf verschiedensten Wegen Hilfestellung und Rückmeldung aus der Schule.

Da werden Briefe und Postkarten verschickt, E-Mails geschrieben, Video- und Tonaufzeichnungen erstellt und abgeschickt, Telefonate geführt und Besuche am Gartenzaun organisiert. Die Herangehensweise unserer Schule ist im Vergleich zu anderen Mindener Grundschulen einfach eine andere, eine für das Kollegium sehr arbeitsintensive aber in keinster Weise ein Desaster!

Judith Schierholz, Minden

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Sehr unglückliche WortwahlDas MT befragte zwei Grundschulrektorinnen zur Wiedereröffnung der Schulen. Mindener Grundschulen versorgen ihre Elternschaft per E-Mail über Informationen rund um die derzeitige Schulsituation. Im Hinblick auf die Eine-Welt-Schule wird an dieser Stelle aufgrund von vermeintlich fehlender Digitalisierung, die zu verzögertem Informationsfluss in den Familien führt, im Artikel dabei von „Desaster“ gesprochen. Im Weiteren wird eine Aussage über uns Eltern getätigt, die mehr als frech ist und ein völlig verzerrtes Bild darstellt! „Da erreicht man die Eltern nicht über E-Mails, selbst wenn man sie erreichen würde, würden sie die Sprache nicht verstehen.“ Eine unmögliche Wortwahl! Was für einen Eindruck über die Familien der Schulkinder, die Arbeit des Kollegiums und Ganztagteams der Eine-Welt-Schule und über unser Schulleben entsteht so in der Öffentlichkeit? Wir Eltern der Eine-Welt-Schule haben noch nie etwas vom Internet gehört, kommunizieren mit Händen und Füßen und leben hinter'm Mond?!? Da haben sich Schulleitungen über die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen sehr unglücklich ausgedrückt. Wir an der Eine-Welt-Schule sind eine sehr bunte, lebendige und fröhliche Schulgemeinschaft, die mit Abstand eine große Bereitschaft zeigt, Schulmaterialien ihrer Kinder an der Schule abzuholen und erbrachte Arbeiten dort auch wieder abzuliefern. So entsteht für uns die Möglichkeit eines persönlichen Informationsaustausch mit den Klassenlehrerinnen und -lehrern unter den derzeit vorgeschriebenen Kontaktregelungen. Ein großartiges Lehrer- und Ganztagteam überzeugt gerade jetzt mit hohem Engagement unter den besonderen Anforderungen Kontakt auf vielfältige Weise zuuns Familien zu halten. Jedes Kind wird weiterhin differenziert und individuell mit Lernmaterialien ausgestattet und erhält auf verschiedensten Wegen Hilfestellung und Rückmeldung aus der Schule. Da werden Briefe und Postkarten verschickt, E-Mails geschrieben, Video- und Tonaufzeichnungen erstellt und abgeschickt, Telefonate geführt und Besuche am Gartenzaun organisiert. Die Herangehensweise unserer Schule ist im Vergleich zu anderen Mindener Grundschulen einfach eine andere, eine für das Kollegium sehr arbeitsintensive aber in keinster Weise ein Desaster! Judith Schierholz, Minden