FDP in Privatisierungslaune

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Die Spielbank Bad Oeynhausen gehört zu den vier Casinos, die das Land NRW verkaufen will. Noch im Mai wird mit einer Entscheidung gerechnet.

Aus der Presse erfahre ich, dass das von der FDP geführte Wirtschaftsministerium unbehelligt seine Aktivitäten in Sachen Entfesselung von wirtschaftlichem Belehren in die Tat umsetzen kann. Benachteiligung und Rücksichtslosigkeit gegenüber der Gesellschaft wird im Interesse der Vermehrung des Kapitals Einzelner in Kauf genommen. Die Bürger - Wähler - sind mit der „Conona-Krise“ beschäftigt, besonnen und gut abgelenkt, da ist die Gelegenheit zeitgemäß mal schnell das „Tafelsilber“ zu verscherbeln. Auf Einwände von Sucht-Koryphäen wird nicht gehört. Die Kontrolle und Folgen über „Spielerschicksale“ und Arbeitnehmer werden ignoriert, dafür ist dann der Staat zuständig. Der Einwand der „Geldwäsche“ und weiterer Begleitkriminalität wird beiseitegelassen.

Die NRW-Landesregierung lässt die Bevölkerung zu diesem Verkauf im Dunkeln. Mich stört die Art und Weise, wie das geschieht. Mein Demokratieverständnis erwartet offenen Dialog über den Verkauf von Spielbanken an privat, zumal offensichtlich ist, dass die Absicht unterstützt wird von Gutachter-Lobbyisten, deren Nähe zu Kaufinteressenten vorhanden und bekannt ist. Das Schema Veräußerung an Privat hatten wir in vielen Fällen. Später - nach Einsicht, dass es ein Fehler war - musste es für teures Geld wieder zurückgekauft werden (zum Beispiel Stadtwerke, Wasserwerke, Wohnungsgesellschaften usw.)

Irgendwann muss doch Einsicht dominieren, dass bestimmte Dinge nicht in private Hand gehören!

Heidi Bierbaum, Minden

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FDP in PrivatisierungslauneDie Spielbank Bad Oeynhausen gehört zu den vier Casinos, die das Land NRW verkaufen will. Noch im Mai wird mit einer Entscheidung gerechnet. Aus der Presse erfahre ich, dass das von der FDP geführte Wirtschaftsministerium unbehelligt seine Aktivitäten in Sachen Entfesselung von wirtschaftlichem Belehren in die Tat umsetzen kann. Benachteiligung und Rücksichtslosigkeit gegenüber der Gesellschaft wird im Interesse der Vermehrung des Kapitals Einzelner in Kauf genommen. Die Bürger - Wähler - sind mit der „Conona-Krise“ beschäftigt, besonnen und gut abgelenkt, da ist die Gelegenheit zeitgemäß mal schnell das „Tafelsilber“ zu verscherbeln. Auf Einwände von Sucht-Koryphäen wird nicht gehört. Die Kontrolle und Folgen über „Spielerschicksale“ und Arbeitnehmer werden ignoriert, dafür ist dann der Staat zuständig. Der Einwand der „Geldwäsche“ und weiterer Begleitkriminalität wird beiseitegelassen. Die NRW-Landesregierung lässt die Bevölkerung zu diesem Verkauf im Dunkeln. Mich stört die Art und Weise, wie das geschieht. Mein Demokratieverständnis erwartet offenen Dialog über den Verkauf von Spielbanken an privat, zumal offensichtlich ist, dass die Absicht unterstützt wird von Gutachter-Lobbyisten, deren Nähe zu Kaufinteressenten vorhanden und bekannt ist. Das Schema Veräußerung an Privat hatten wir in vielen Fällen. Später - nach Einsicht, dass es ein Fehler war - musste es für teures Geld wieder zurückgekauft werden (zum Beispiel Stadtwerke, Wasserwerke, Wohnungsgesellschaften usw.) Irgendwann muss doch Einsicht dominieren, dass bestimmte Dinge nicht in private Hand gehören! Heidi Bierbaum, Minden