Kleinod geht verloren

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Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe hat den beliebten Wanderweg "Wolfschluchtweg" in Porta Westfalica gesperrt.

In Zeiten, da die Corona-Krise sämtliche Themen dominiert, lassen sich unpopuläre Entscheidungen vermeintlich unauffällig und ohne viel Aufmerksamkeit durchsetzen, zum Beispiel die Sperrung des Wolfsschluchtweges in Porta Westfalica. Die FFH-Richtlinie bzw. das vorliegende Wildnisentwicklungsgebiet wird gern als Argument bemüht, die Pflege komplett einzustellen. Dabei wird die Verkehrssicherung in § 40 LNatSchG NRW – Wildnisentwicklungsgebiete (zu § 23 des Bundesnaturschutzgesetzes) explizit ausgenommen. So heißt es in Absatz 2: „Maßnahmen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich sind […] bleiben unberührt“.

Und auch ein Betreten der Gebiete ist ausdrücklich erwünscht, wie Wald und Holz NRW selber auf seiner Internetseite schreibt: „Ja. Die Wildnisentwicklungsgebiete sollen der Öffentlichkeit zugänglich sein. […] Natürlich müssen Waldbesucher, egal ob im "normalen" Wald oder im Wildnisentwicklungsgebiet, selbst auf die waldtypischen Gefahren achten, wie herunterfallende Äste und Stolperfallen.“ Natürlich ist es der einfachste Weg, Verbotsschilder aufzuhängen. Hier aber geht einer der schönsten Wanderwege in Porta und ein touristisches Kleinod verloren. Und wer weiß, welcher Weg als nächstes folgt?

Das sollten wir nicht hinnehmen – auch nicht in Corona-Zeiten.

Manuel Ohlemeyer, Porta Westfalica

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Kleinod geht verlorenDas Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe hat den beliebten Wanderweg "Wolfschluchtweg" in Porta Westfalica gesperrt. In Zeiten, da die Corona-Krise sämtliche Themen dominiert, lassen sich unpopuläre Entscheidungen vermeintlich unauffällig und ohne viel Aufmerksamkeit durchsetzen, zum Beispiel die Sperrung des Wolfsschluchtweges in Porta Westfalica. Die FFH-Richtlinie bzw. das vorliegende Wildnisentwicklungsgebiet wird gern als Argument bemüht, die Pflege komplett einzustellen. Dabei wird die Verkehrssicherung in § 40 LNatSchG NRW – Wildnisentwicklungsgebiete (zu § 23 des Bundesnaturschutzgesetzes) explizit ausgenommen. So heißt es in Absatz 2: „Maßnahmen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich sind […] bleiben unberührt“. Und auch ein Betreten der Gebiete ist ausdrücklich erwünscht, wie Wald und Holz NRW selber auf seiner Internetseite schreibt: „Ja. Die Wildnisentwicklungsgebiete sollen der Öffentlichkeit zugänglich sein. […] Natürlich müssen Waldbesucher, egal ob im "normalen" Wald oder im Wildnisentwicklungsgebiet, selbst auf die waldtypischen Gefahren achten, wie herunterfallende Äste und Stolperfallen.“ Natürlich ist es der einfachste Weg, Verbotsschilder aufzuhängen. Hier aber geht einer der schönsten Wanderwege in Porta und ein touristisches Kleinod verloren. Und wer weiß, welcher Weg als nächstes folgt? Das sollten wir nicht hinnehmen – auch nicht in Corona-Zeiten. Manuel Ohlemeyer, Porta Westfalica