Helden der Nation!

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Die Corona-Krise ist derzeit das bestimmende Thema.

Ich hoffe, ich bin nicht der Einzige, der es langsam nicht mehr hören kann, wie gewisse Berufsstände aktuell „Heldenstatus“ erlangen und dieses durch Kerzen oder kollektive alberne und sinnfreie abendliche Beifallsbekundungen vor der Tür oder am Fenster auch noch gefeiert wird. Ärzte, Pflegekräfte, Rettungskräfte, Ordnungshüter, Kaufleute, Kraftfahrer, Spediteure. Alles Helden.

Jetzt, wo jeder feststellt, wie wichtig diese Menschen sind. Merkwürdig nur, dass das niemandem vor Corona aufgefallen ist, und wenn Corona überstanden ist, auch niemand mehr honorieren wird. Oder stellen wir für die nächsten 100 Jahre für diese Menschen jetzt jeden Abend ne Kerze ins Fenster? Sicher nicht.

Soviel zur Solidarität…

Was ist mit den Handwerksbetrieben und Dienstleistern, die dir täglich Deine Lebensmittel verarbeiten und bereitstellen? Was ist mit den Landwirten, die überhaupt erst mal dafür sorgen, dass es überhaupt erst Lebensmittel gibt? Was ist mit den Abfallentsorgern, die dafür sorgen, das das ganze auch wieder wegkommt ? Was ist mit den Straßenreinigern, die dir deinen achtlos weggeworfen Müll hinterherräumen ? Und das könnte ich seitenweise so weitemachen...

Und das JEDEN Tag! Sind das keine Helden?

Aber soweit weg brauch ich nichtmal gehen: Was ist mit den Kindergarten- und Schulkindern, die alljährlich kollektiv im Rahmen des „Umwelttages“ alles was nicht in den Straßengraben, auf den Feldweg oder in den Wald gehört einsammeln?

Auch das sind Helden, bekommen dafür aber auch keinen Beifall. Ganz ehrlich? Das will auch gar keiner! Jeder, der seinen Beruf ausführt, macht das aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Idealerweise, jeder weil er/sie/es Spaß und Freude an dem hat, was man macht. Und das nicht für sich selbst, sondern für die Allgemeinheit ! Oder ist hier ein LKW-Fahrer, der tonnenweise Güter für sich selber durch die Gegend fährt? Ist hier nen Chirurg, der sich selber tausendfach wieder zusammenflickt? Ist hier Pflegepersonal, das sich selber wieder gesund pflegt?

Der langen Rede, kurzer Sinn: „Helden“ gibt’s überall. Dafür ist jeder einzelne geboren. Das muss nicht unbedingt zelebriert werden. Wozu wir nicht geboren sind ist, gerade in Situationen, wo es mal nicht so rund läuft, wie aktuell, zu unterstützen und helfen, wo es benötigt wird. Egal in welcher Form. Nicht durch Worte, sondern durch Taten ! Das macht unsere Regierung schon oft genug..

Und wenn denn die Aufgabe erledigt ist, dann bin auch ich dafür, dieses zu feiern. Gemeinsam, nicht nur einzelne Berufe/Organisationen/Vereine/Menschen.

So definiere ich jedenfalls „Solidarität“…

Sven Lohmüller, Lübbecke

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Helden der Nation!Die Corona-Krise ist derzeit das bestimmende Thema. Ich hoffe, ich bin nicht der Einzige, der es langsam nicht mehr hören kann, wie gewisse Berufsstände aktuell „Heldenstatus“ erlangen und dieses durch Kerzen oder kollektive alberne und sinnfreie abendliche Beifallsbekundungen vor der Tür oder am Fenster auch noch gefeiert wird. Ärzte, Pflegekräfte, Rettungskräfte, Ordnungshüter, Kaufleute, Kraftfahrer, Spediteure. Alles Helden. Jetzt, wo jeder feststellt, wie wichtig diese Menschen sind. Merkwürdig nur, dass das niemandem vor Corona aufgefallen ist, und wenn Corona überstanden ist, auch niemand mehr honorieren wird. Oder stellen wir für die nächsten 100 Jahre für diese Menschen jetzt jeden Abend ne Kerze ins Fenster? Sicher nicht. Soviel zur Solidarität… Was ist mit den Handwerksbetrieben und Dienstleistern, die dir täglich Deine Lebensmittel verarbeiten und bereitstellen? Was ist mit den Landwirten, die überhaupt erst mal dafür sorgen, dass es überhaupt erst Lebensmittel gibt? Was ist mit den Abfallentsorgern, die dafür sorgen, das das ganze auch wieder wegkommt ? Was ist mit den Straßenreinigern, die dir deinen achtlos weggeworfen Müll hinterherräumen ? Und das könnte ich seitenweise so weitemachen... Und das JEDEN Tag! Sind das keine Helden? Aber soweit weg brauch ich nichtmal gehen: Was ist mit den Kindergarten- und Schulkindern, die alljährlich kollektiv im Rahmen des „Umwelttages“ alles was nicht in den Straßengraben, auf den Feldweg oder in den Wald gehört einsammeln? Auch das sind Helden, bekommen dafür aber auch keinen Beifall. Ganz ehrlich? Das will auch gar keiner! Jeder, der seinen Beruf ausführt, macht das aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Idealerweise, jeder weil er/sie/es Spaß und Freude an dem hat, was man macht. Und das nicht für sich selbst, sondern für die Allgemeinheit ! Oder ist hier ein LKW-Fahrer, der tonnenweise Güter für sich selber durch die Gegend fährt? Ist hier nen Chirurg, der sich selber tausendfach wieder zusammenflickt? Ist hier Pflegepersonal, das sich selber wieder gesund pflegt? Der langen Rede, kurzer Sinn: „Helden“ gibt’s überall. Dafür ist jeder einzelne geboren. Das muss nicht unbedingt zelebriert werden. Wozu wir nicht geboren sind ist, gerade in Situationen, wo es mal nicht so rund läuft, wie aktuell, zu unterstützen und helfen, wo es benötigt wird. Egal in welcher Form. Nicht durch Worte, sondern durch Taten ! Das macht unsere Regierung schon oft genug.. Und wenn denn die Aufgabe erledigt ist, dann bin auch ich dafür, dieses zu feiern. Gemeinsam, nicht nur einzelne Berufe/Organisationen/Vereine/Menschen. So definiere ich jedenfalls „Solidarität“… Sven Lohmüller, Lübbecke