Vermeidbare Ansteckungssituation

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Nachdem sein Wunsch auf einen vorsorgliche Corona-Test - er verbrachte seinen Urlaub in Südtirol - abgelehnt worden war, arbeitete ein Bielefelder Physiotherapeut weiter. Zwei Wochen später zeigt er doch Symptome.

Seit dem 18.3.2020 haben wir unsere Physiotherapiepraxis geschlossen. Alle Patienten reagierten durchweg positiv und auch dankbar auf diese Entscheidung. Der Artikel zeigt, wie richtig unsere Entscheidung war! Bei unserer Arbeit können wir keinen Mindestabstand einhalten! Wir wollen weder „Virenumschlagplatz“ sein, noch uns und unsere Patienten in eine vermeidbare Ansteckungssituation bringen. Empfohlene Hygienemaßnahmen sind langfristig derzeit nicht realisierbar, da es Engpässe bei Desinfektionsmitteln, Handschuhen, Mundschutz und so weiter gibt. Diese Artikel werden aktuell viel dringender in Kliniken und Pflegeeinrichtungen benötigt. Ich bin sehr dankbar einen Chef zu haben, der mit Verstand und „Rückgrat“ handelt und finanzielle Verluste über die Gesundheit unserer Patienten und seines Teams stellt. Denn was nützt einem Patienten eine schmerzreduzierende Behandlung, wenn er schlimmstenfalls in zwei Wochen an einem Beatmungsgerät ums Überleben kämpft!? Unsere Arbeit ist immer wichtig, aber momentan sind wir weder mit lebenswichtiger Dialyse noch Intensivmedizin gleichzusetzen! Es sind sehr schwere Zeiten in jeder Hinsicht und es wird noch schwerer! Aber nur durch vernünftiges und verantwortungsvolles Handeln können wir furchtbare Zustände wie zum Beispiel in Italien vermeiden! Bitte bleiben Sie zu Hause und gesund!

Anke Wietholz, Minden

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Vermeidbare AnsteckungssituationNachdem sein Wunsch auf einen vorsorgliche Corona-Test - er verbrachte seinen Urlaub in Südtirol - abgelehnt worden war, arbeitete ein Bielefelder Physiotherapeut weiter. Zwei Wochen später zeigt er doch Symptome. Seit dem 18.3.2020 haben wir unsere Physiotherapiepraxis geschlossen. Alle Patienten reagierten durchweg positiv und auch dankbar auf diese Entscheidung. Der Artikel zeigt, wie richtig unsere Entscheidung war! Bei unserer Arbeit können wir keinen Mindestabstand einhalten! Wir wollen weder „Virenumschlagplatz“ sein, noch uns und unsere Patienten in eine vermeidbare Ansteckungssituation bringen. Empfohlene Hygienemaßnahmen sind langfristig derzeit nicht realisierbar, da es Engpässe bei Desinfektionsmitteln, Handschuhen, Mundschutz und so weiter gibt. Diese Artikel werden aktuell viel dringender in Kliniken und Pflegeeinrichtungen benötigt. Ich bin sehr dankbar einen Chef zu haben, der mit Verstand und „Rückgrat“ handelt und finanzielle Verluste über die Gesundheit unserer Patienten und seines Teams stellt. Denn was nützt einem Patienten eine schmerzreduzierende Behandlung, wenn er schlimmstenfalls in zwei Wochen an einem Beatmungsgerät ums Überleben kämpft!? Unsere Arbeit ist immer wichtig, aber momentan sind wir weder mit lebenswichtiger Dialyse noch Intensivmedizin gleichzusetzen! Es sind sehr schwere Zeiten in jeder Hinsicht und es wird noch schwerer! Aber nur durch vernünftiges und verantwortungsvolles Handeln können wir furchtbare Zustände wie zum Beispiel in Italien vermeiden! Bitte bleiben Sie zu Hause und gesund! Anke Wietholz, Minden