Ausdruck vollkommener Hilflosigkeit In der Corona-Krise verspricht die Europäische Zentralbank (EZB) Notprogramme in Milliardenhöhe. Der EZB-Rat wird im Rahmen seines Mandates alles Notwendige tun, versicherten am späten Mittwochabend die Währungshüter und erneuerten damit das einstige Versprechen vom "Whatever it takes" (Was auch immer nötig ist), mit dem der frühere EZB-Präsident Mario Draghi die Währungsunion im Jahre 2012 aus der Euro-Krise geführt hatte. Sollten die selbst gesteckten Grenzen, die sich die EZB bei ihrem Anleihekaufprogramm bisher aufgelegt habe, notwendige Maßnahmen verhindern, werde der Rat gegebenenfalls über eine Revision dieser Regeln entscheiden. "Es gibt für unser Versprechen keine Grenzen", twitterte EZB-Präsidentin Christine Lagarde kurz nach der Entscheidung. Die EZB könnte jetzt quasi alles kaufen, um die Märkte zu beruhigen. Die zusätzlichen 750 Milliarden Euro bis zum Jahresende würden zusätzlich zu dem bereits laufenden Programm ein monatliches Kaufvolumen von gut 100 Milliarden Euro bedeuten. "Das ist mehr als jene 80 Milliarden Euro, die Draghi damals in der Eurokrise eingesetzt hat und zeigt, dass wirklich Feuerkraft hinter dem Programm steckt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und der EZB-Rat sind sicherlich froh, dass es das Virus gibt, auf das sie die ganze Schuld schieben können. Ohnehin scheint das Virus als schwarzer Schwan genau zur richtigen Zeit gekommen zu sein. Vorweg: Ich will diesen Virus nicht verharmlosen. Wir müssen alles tun, um es so gut wie möglich einzudämmen. Das sind wir allen Mitmenschen schuldig, die einer Risikogruppe angehören. Trotzdem glaube ich, das wir hier einen Zaubertrick sehen, in der Form, dass man unsere Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache lenkt, während man im Hintergrund eigentlich etwas ganz anderes tut. Was technisch stattfindet, ist nichts anderes als die Einführung von Helikoptergeld, welches notwendig wird, weil man die Wirtschaft zuvor gezielt an die Wand fährt. Dadurch wird die Geldmenge extrem ausgeweitet, was auf der einen Seite zur Folge hat, dass das Geld extrem an Wert verliert, auf der anderen Seite aber die realen Schulden verringert und die Geldnachfrage ankurbelt. Ich will das auch gar nicht schlecht reden - eventuell ist es die einzige Möglichkeit das desolate Finanzsystem zu stabilisieren. Es sollte nur jedem klar sein, dass das Geld extrem an Wert verlieren wird, vor allem wenn man Sparguthaben auf dem Konto liegen lässt. Ob das eine gute Entscheidung sein wird, wird man später sehen, verkürzen diese und ähnliche Maßnahmen doch die Lebensdauer des Euro erheblich. Es ist das letzte Aufbäumen, das letzte Strohfeuer eines sterbenden Währungsverbundes. Nach der Virus-Katastrophe folgt das sehr viel länger anhaltende, schmerzliche Siechtum einer Geldentwertung mit all seinen Folgen auf das tägliche Leben eines jeden Einzelnen. Geld drucken hat noch zu keiner Zeit irgendein Problem gelöst. Die geldpolitischen Entscheidungen sind ein einziger Ausdruck vollkommener Hilflosigkeit und Panik. Neben den fraglichen Rettungserfolgen für die Wirtschaft wird jetzt noch die private finanzielle Altersversorgung für viele sparende Bürger zerstört. Anschließend kann allerdings etwas Neues, hoffentlich Besseres entstehen! Heinz-Gerhard de Groot, Petershagen

Ausdruck vollkommener Hilflosigkeit

In der Corona-Krise verspricht die Europäische Zentralbank (EZB) Notprogramme in Milliardenhöhe.

Der EZB-Rat wird im Rahmen seines Mandates alles Notwendige tun, versicherten am späten Mittwochabend die Währungshüter und erneuerten damit das einstige Versprechen vom "Whatever it takes" (Was auch immer nötig ist), mit dem der frühere EZB-Präsident Mario Draghi die Währungsunion im Jahre 2012 aus der Euro-Krise geführt hatte.

Sollten die selbst gesteckten Grenzen, die sich die EZB bei ihrem Anleihekaufprogramm bisher aufgelegt habe, notwendige Maßnahmen verhindern, werde der Rat gegebenenfalls über eine Revision dieser Regeln entscheiden. "Es gibt für unser Versprechen keine Grenzen", twitterte EZB-Präsidentin Christine Lagarde kurz nach der Entscheidung.

Die EZB könnte jetzt quasi alles kaufen, um die Märkte zu beruhigen. Die zusätzlichen 750 Milliarden Euro bis zum Jahresende würden zusätzlich zu dem bereits laufenden Programm ein monatliches Kaufvolumen von gut 100 Milliarden Euro bedeuten. "Das ist mehr als jene 80 Milliarden Euro, die Draghi damals in der Eurokrise eingesetzt hat und zeigt, dass wirklich Feuerkraft hinter dem Programm steckt.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde und der EZB-Rat sind sicherlich froh, dass es das Virus gibt, auf das sie die ganze Schuld schieben können. Ohnehin scheint das Virus als schwarzer Schwan genau zur richtigen Zeit gekommen zu sein. Vorweg: Ich will diesen Virus nicht verharmlosen. Wir müssen alles tun, um es so gut wie möglich einzudämmen. Das sind wir allen Mitmenschen schuldig, die einer Risikogruppe angehören. Trotzdem glaube ich, das wir hier einen Zaubertrick sehen, in der Form, dass man unsere Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache lenkt, während man im Hintergrund eigentlich etwas ganz anderes tut.

Was technisch stattfindet, ist nichts anderes als die Einführung von Helikoptergeld, welches notwendig wird, weil man die Wirtschaft zuvor gezielt an die Wand fährt. Dadurch wird die Geldmenge extrem ausgeweitet, was auf der einen Seite zur Folge hat, dass das Geld extrem an Wert verliert, auf der anderen Seite aber die realen Schulden verringert und die Geldnachfrage ankurbelt.

Ich will das auch gar nicht schlecht reden - eventuell ist es die einzige Möglichkeit das desolate Finanzsystem zu stabilisieren. Es sollte nur jedem klar sein, dass das Geld extrem an Wert verlieren wird, vor allem wenn man Sparguthaben auf dem Konto liegen lässt.

Ob das eine gute Entscheidung sein wird, wird man später sehen, verkürzen diese und ähnliche Maßnahmen doch die Lebensdauer des Euro erheblich. Es ist das letzte Aufbäumen, das letzte Strohfeuer eines sterbenden Währungsverbundes.

Nach der Virus-Katastrophe folgt das sehr viel länger anhaltende, schmerzliche Siechtum einer Geldentwertung mit all seinen Folgen auf das tägliche Leben eines jeden Einzelnen. Geld drucken hat noch zu keiner Zeit irgendein Problem gelöst. Die geldpolitischen Entscheidungen sind ein einziger Ausdruck vollkommener Hilflosigkeit und Panik. Neben den fraglichen Rettungserfolgen für die Wirtschaft wird jetzt noch die private finanzielle Altersversorgung für viele sparende Bürger zerstört. Anschließend kann allerdings etwas Neues, hoffentlich Besseres entstehen!

Heinz-Gerhard de Groot, Petershagen

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