Unverantwortliche Ignoranz

veröffentlicht

In Zeiten der Corona-Krise eröffnete ein neuer WEZ in Minden.

In einer Zeit, in welcher sich unsere Gesellschaft im Ausnahmezustand befindet, ruft die Bundeskanzlerin zu besonderer Solidarität und Rücksichtnahme auf. Der Staat reduziert bewusst zum Schutz der Bevölkerung die Möglichkeiten der Begegnung. Ein Abstand von zwei Metern soll aus Infektionsschutzgründen eingehalten werden.

Viele Geschäfte schließen. Insbesondere kleine Unternehmen erleben, wie ihre Existenz in Gefahr gerät. Die ärztliche Versorgung verschlechtert sich rapide aus Angst vor Infektionen. Wir Bürger leben in Sorge um uns und unsere Angehörigen. Leider gibt’s es auch Menschen, denen all diese Vorsicht egal ist. Sie drängen sich in Baumärkte um Schnäppchen zu ergattern. Das Infektionsrisiko scheint dort nicht zu existieren.

In diese Kerbe der Unvernunft und Gefährdung unserer Gesellschaft schlägt Familie Preuß mit der Ankündigung ihrer Markteröffnung.Vier Seiten MT-Bericht machen uns glauben, es sie alles so wie immer. Ich frage mich, warum musste diese Werbung sein. Das Geschäft wird heute von Besuchermassen gestürmt. Bestimmt sind alle kerngesund. Sicherlich wird die WEZ Mannschaft Zeit genug haben, auf den persönlichen Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen den Kunden zu achten.

Geht es eigentlich immer noch nur um Geld? Warum hat das MT eine solche Berichterstattung nicht abgelehnt? Muss die Zeitung auch in Zeiten einer Pandemie einem guten Anzeigenkunden entgegen kommen? Ich stelle fest, dass hier mindestens an zwei Stellen unverantwortlich gehandelt wurde. Ich bedauere, dass eine Zeitung sich journalistisch in der Informationsverantwortung sieht und gleichzeitig mit ihrer Berichterstattung für einen Massenauflauf mit extrem hohem Infektionspotenzial sorgt. Seien Sie, liebe Familie Preuß, versichert, Ihre Kunden hätten auch so bemerkt, dass der Markt wieder geöffnet hat.

Berndt Bornemann, Porta Westfalica

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Unverantwortliche IgnoranzIn Zeiten der Corona-Krise eröffnete ein neuer WEZ in Minden. In einer Zeit, in welcher sich unsere Gesellschaft im Ausnahmezustand befindet, ruft die Bundeskanzlerin zu besonderer Solidarität und Rücksichtnahme auf. Der Staat reduziert bewusst zum Schutz der Bevölkerung die Möglichkeiten der Begegnung. Ein Abstand von zwei Metern soll aus Infektionsschutzgründen eingehalten werden. Viele Geschäfte schließen. Insbesondere kleine Unternehmen erleben, wie ihre Existenz in Gefahr gerät. Die ärztliche Versorgung verschlechtert sich rapide aus Angst vor Infektionen. Wir Bürger leben in Sorge um uns und unsere Angehörigen. Leider gibt’s es auch Menschen, denen all diese Vorsicht egal ist. Sie drängen sich in Baumärkte um Schnäppchen zu ergattern. Das Infektionsrisiko scheint dort nicht zu existieren. In diese Kerbe der Unvernunft und Gefährdung unserer Gesellschaft schlägt Familie Preuß mit der Ankündigung ihrer Markteröffnung.Vier Seiten MT-Bericht machen uns glauben, es sie alles so wie immer. Ich frage mich, warum musste diese Werbung sein. Das Geschäft wird heute von Besuchermassen gestürmt. Bestimmt sind alle kerngesund. Sicherlich wird die WEZ Mannschaft Zeit genug haben, auf den persönlichen Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen den Kunden zu achten. Geht es eigentlich immer noch nur um Geld? Warum hat das MT eine solche Berichterstattung nicht abgelehnt? Muss die Zeitung auch in Zeiten einer Pandemie einem guten Anzeigenkunden entgegen kommen? Ich stelle fest, dass hier mindestens an zwei Stellen unverantwortlich gehandelt wurde. Ich bedauere, dass eine Zeitung sich journalistisch in der Informationsverantwortung sieht und gleichzeitig mit ihrer Berichterstattung für einen Massenauflauf mit extrem hohem Infektionspotenzial sorgt. Seien Sie, liebe Familie Preuß, versichert, Ihre Kunden hätten auch so bemerkt, dass der Markt wieder geöffnet hat. Berndt Bornemann, Porta Westfalica