Thüringer Bratwurst Die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen löste ein politisches Erdbeben aus. "Ich könnte eigentlich immer essen. Nur jetzt stehe ich vor der Wahl: Thüringer Bratwurst oder ein Drei-Sterne-Menü. Die Bratwurst ist bodenständig, nahrhaft und lecker, das Drei-Sterne-Menü hingegen ist exklusiv, elitär und leider sehr teuer. Ein Schelm, der jetzt an Politik denkt, aber irgendwie geht mir diese Metapher nicht aus dem Kopf und ja, ich spiele auf die Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Thüringen an. Fakt ist, dass die Thüringer Bratwurst nach einer speziellen Rezeptur hergestellt wird. Fakt ist auch, dass die Bürger in Thüringen bei der Landtagswahl im Oktober 2019 die AfD als zweitstärkste Partei gewählt haben. Die Bratwurst schmeckt immer gleich lecker, aber wie sieht das aus mit der Landespolitik in Thüringen. Für mich ist es wichtig, dass wenn ich ein Schild an einer Bratwurst-Bude sehe, meine Geschmacksnerven im Vorfeld schon wissen, was sie erwartet. Was ist denn jetzt in der Politik in Thüringen wichtig? Sollte es jetzt nicht darum gehen, eine handlungsfähige Politik für die Bürger in Thüringen zu gestalten. Treten „die gewählten Volksvertreter“ nicht genau dafür ein? Warum diktieren die Parteien auf Bundesebene, die „Zutaten für ein Drei-Sterne-Menü“ auf Landesebene, wenn der Bürger „vor Ort“ eigentlich nur die „Bratwurst“ will. Mich interessiert nicht das Essen, was ich mir nicht leisten kann (Bundespolitik) und in der Komposition das eigentliche Ansinnen wie Macht und Geld verschleiert. Mich interessiert die gutbürgerliche Küche (Landespolitik), die direkt Auswirkungen für mich und meine Geschmacksnerven hat. Die Zutaten für die gutbürgerliche Küche kaufen die Bürgen bei den Wahlen im Vorfeld, jetzt kommt es darauf an, was die Köche in der Landesküche daraus zubereiten. Hoffentlich kommt dabei ein gescheites Gericht für die Bürger heraus, an dem sich keiner den Magen verdirbt und was sich jeder leisten kann." Stephan Frahling, Minden

Thüringer Bratwurst

Die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen löste ein politisches Erdbeben aus.

"Ich könnte eigentlich immer essen. Nur jetzt stehe ich vor der Wahl: Thüringer Bratwurst oder ein Drei-Sterne-Menü. Die Bratwurst ist bodenständig, nahrhaft und lecker, das Drei-Sterne-Menü hingegen ist exklusiv, elitär und leider sehr teuer. Ein Schelm, der jetzt an Politik denkt, aber irgendwie geht mir diese Metapher nicht aus dem Kopf und ja, ich spiele auf die Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Thüringen an. Fakt ist, dass die Thüringer Bratwurst nach einer speziellen Rezeptur hergestellt wird. Fakt ist auch, dass die Bürger in Thüringen bei der Landtagswahl im Oktober 2019 die AfD als zweitstärkste Partei gewählt haben. Die Bratwurst schmeckt immer gleich lecker, aber wie sieht das aus mit der Landespolitik in Thüringen. Für mich ist es wichtig, dass wenn ich ein Schild an einer Bratwurst-Bude sehe, meine Geschmacksnerven im Vorfeld schon wissen, was sie erwartet. Was ist denn jetzt in der Politik in Thüringen wichtig? Sollte es jetzt nicht darum gehen, eine handlungsfähige Politik für die Bürger in Thüringen zu gestalten. Treten „die gewählten Volksvertreter“ nicht genau dafür ein? Warum diktieren die Parteien auf Bundesebene, die „Zutaten für ein Drei-Sterne-Menü“ auf Landesebene, wenn der Bürger „vor Ort“ eigentlich nur die „Bratwurst“ will. Mich interessiert nicht das Essen, was ich mir nicht leisten kann (Bundespolitik) und in der Komposition das eigentliche Ansinnen wie Macht und Geld verschleiert. Mich interessiert die gutbürgerliche Küche (Landespolitik), die direkt Auswirkungen für mich und meine Geschmacksnerven hat. Die Zutaten für die gutbürgerliche Küche kaufen die Bürgen bei den Wahlen im Vorfeld, jetzt kommt es darauf an, was die Köche in der Landesküche daraus zubereiten. Hoffentlich kommt dabei ein gescheites Gericht für die Bürger heraus, an dem sich keiner den Magen verdirbt und was sich jeder leisten kann."

Stephan Frahling, Minden

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