Warum werden längere Ruhezeiten zugrunde gelegt? Der Mindener Rat hatte zum Ende des Jahres 2019 höhere Gebühren in vielen Bereichen beschlossen. Gerade die Friedhofsgebühren sollen deutlich steigen. "Wir alle leben nur endlich; dabei ist kaum einem bewusst, wie kostspielig eine Beerdigung nach der neuen Friedhofssatzung werden kann! Es sind nur die - gängigen - sprich:" kostspieligen Bestattungsformen" aufgeführt, wobei ich persönlich zu einer einfachen Beerdigung (Urne im Rasen) tendiere. Diese Form ist gar nicht erwähnt worden, wahrscheinlich nicht lukrativ genug! Weiter frage ich mich auch, wieso nun immer 40 Jahre angenommen werden, die Zeit des "Vergehens" kann sich doch logischerweise nicht verändert haben! Unsere Familie betreut eine Grabstätte auf dem Friedhof in Todtenhausen, das sind nun 28 Jahre und die Pflege endet im Jahr 2022. Zu diesem Zeitpunkt werden die Pflegenden über 80 Jahre sein, ich bin überzeugt, dass wir das nicht länger durchhalten würden. Immerhin ist das ein Alter, in dem schon viele verstorben sind und die noch Lebenden sich nicht mehr kümmern können. Das wäre dann ja wohl ein Fall für die Städtischen Betriebe Minden, die die Pflege übernehmen würden. Dabei stellt sich doch die Frage, welcher Angehörige heute noch in der Lage ist, diese Pflege selbst durchzuführen beziehungsweise zu bezahlen. Im Fall meiner Familie würde das eins meiner Kinder treffen, die dann 40 Jahre, das heißt bis zu ihrem 80. Lebensjahr, für die Grabpflege zuständig wären! Und wenn sie das Alter nicht erreichen, werden ihre Kinder dann weiterpflegen müssen! Mal abgesehen davon, dass jeder heute schon für die Kosten der Beerdigung ansparen muss, damit er sich neben seiner spärlichen Rente eine Beisetzung überhaupt leisten kann oder dafür noch seine Kinder belasten muss! Aber im Notfall kann man ja das "Amt für Soziales" der Kommune bitten, die Kosten zu übernehmen. Da wir schon lange den Friedhof in Todtenhausen für die Pflege besuchen, ist mir aufgefallen, dass es dort Flächen gibt, die sich eignen würden: es gibt eine größere Fläche unter einer schönen, großen Linde, die sich für einfachere Bestattungsformen anbieten würde. Es erstaunt mich, dass es dort noch keinerlei Aktivitäten gegeben hat, die sicherlich Zuspruch finden würden. Immerhin möchte ich gern in Todtenhausen beigesetzt werden, so dass mich das sehr interessiert." Rosemarie Franke, Minden :

Warum werden längere Ruhezeiten zugrunde gelegt?

Der Mindener Rat hatte zum Ende des Jahres 2019 höhere Gebühren in vielen Bereichen beschlossen. Gerade die Friedhofsgebühren sollen deutlich steigen.

"Wir alle leben nur endlich; dabei ist kaum einem bewusst, wie kostspielig eine Beerdigung nach der neuen Friedhofssatzung werden kann! Es sind nur die - gängigen - sprich:" kostspieligen Bestattungsformen" aufgeführt, wobei ich persönlich zu einer einfachen Beerdigung (Urne im Rasen) tendiere. Diese Form ist gar nicht erwähnt worden, wahrscheinlich nicht lukrativ genug! Weiter frage ich mich auch, wieso nun immer 40 Jahre angenommen werden, die Zeit des "Vergehens" kann sich doch logischerweise nicht verändert haben! Unsere Familie betreut eine Grabstätte auf dem Friedhof in Todtenhausen, das sind nun 28 Jahre und die Pflege endet im Jahr 2022. Zu diesem Zeitpunkt werden die Pflegenden über 80 Jahre sein, ich bin überzeugt, dass wir das nicht länger durchhalten würden. Immerhin ist das ein Alter, in dem schon viele verstorben sind und die noch Lebenden sich nicht mehr kümmern können. Das wäre dann ja wohl ein Fall für die Städtischen Betriebe Minden, die die Pflege übernehmen würden.

Dabei stellt sich doch die Frage, welcher Angehörige heute noch in der Lage ist, diese Pflege selbst durchzuführen beziehungsweise zu bezahlen. Im Fall meiner Familie würde das eins meiner Kinder treffen, die dann 40 Jahre, das heißt bis zu ihrem 80. Lebensjahr, für die Grabpflege zuständig wären! Und wenn sie das Alter nicht erreichen, werden ihre Kinder dann weiterpflegen müssen! Mal abgesehen davon, dass jeder heute schon für die Kosten der Beerdigung ansparen muss, damit er sich neben seiner spärlichen Rente eine Beisetzung überhaupt leisten kann oder dafür noch seine Kinder belasten muss! Aber im Notfall kann man ja das "Amt für Soziales" der Kommune bitten, die Kosten zu übernehmen.

Da wir schon lange den Friedhof in Todtenhausen für die Pflege besuchen, ist mir aufgefallen, dass es dort Flächen gibt, die sich eignen würden: es gibt eine größere Fläche unter einer schönen, großen Linde, die sich für einfachere Bestattungsformen anbieten würde. Es erstaunt mich, dass es dort noch keinerlei Aktivitäten gegeben hat, die sicherlich Zuspruch finden würden. Immerhin möchte ich gern in Todtenhausen beigesetzt werden, so dass mich das sehr interessiert."

Rosemarie Franke, Minden

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