Schädlich und deshalb nicht akzeptabel

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Die Freie Evangelische Schule in Minden war Veranstaltungsort für einen Kreationisten-Kongress. Das MT berichtete.

"Es erschreckt mich, dass in der FES die Kreationisten das Wort zu führen scheinen. Die Bibel als biologisches Lehrbuch zu interpretieren, erscheint mir ein Versuch z sein, Gott zu einem "Westentaschen-Gott" zu machen, den man beliebig klein machen kann.

In Psalm 90, Vers 4 steht, dass vor Gott 1000 Jahre wie ein Tag sind. Für Gott spielt die Zeit keine Rolle, ob 1000 Jahre oder 13 Milliarden Jahre, das ist für den Schöpfergott kein Problem. Insofern ist die Evolution auch als Gottes Handeln zu verstehen.

Die Bibel in allen Teilen wörtlich zu nehmen, ist zu engführend. Selbst die Schöpfungsgeschichte ist in zwei unterschiedlichen Versionen aufgeschrieben. Die Menschen damals waren keine Naturwissenschaftler, deshalb wurde ihnen das Handeln Gottes in einer fast märchenhaften Form nahegebracht.

Wenn die Kreationisten (Zitat Lena Voth im MT: "Die Kinder sollen sich als sündhaft begreifen"), sich Gott als "Himmelspolizisten" vorstellen, wird die frohe Botschaft in eine Drohbotschaft verkehrt. Diese schwarze Pädagogik kann Menschen seelisch krank machen, und sie landen möglicherweise in meiner Praxis.

Also: Die Kreationisten-Theologie kann sehr schädlich sein und ich kann sie deshalb nicht akzeptieren."

Dr. Eckhard Franzius, Minden

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Schädlich und deshalb nicht akzeptabelDie Freie Evangelische Schule in Minden war Veranstaltungsort für einen Kreationisten-Kongress. Das MT berichtete. "Es erschreckt mich, dass in der FES die Kreationisten das Wort zu führen scheinen. Die Bibel als biologisches Lehrbuch zu interpretieren, erscheint mir ein Versuch z sein, Gott zu einem "Westentaschen-Gott" zu machen, den man beliebig klein machen kann. In Psalm 90, Vers 4 steht, dass vor Gott 1000 Jahre wie ein Tag sind. Für Gott spielt die Zeit keine Rolle, ob 1000 Jahre oder 13 Milliarden Jahre, das ist für den Schöpfergott kein Problem. Insofern ist die Evolution auch als Gottes Handeln zu verstehen. Die Bibel in allen Teilen wörtlich zu nehmen, ist zu engführend. Selbst die Schöpfungsgeschichte ist in zwei unterschiedlichen Versionen aufgeschrieben. Die Menschen damals waren keine Naturwissenschaftler, deshalb wurde ihnen das Handeln Gottes in einer fast märchenhaften Form nahegebracht. Wenn die Kreationisten (Zitat Lena Voth im MT: "Die Kinder sollen sich als sündhaft begreifen"), sich Gott als "Himmelspolizisten" vorstellen, wird die frohe Botschaft in eine Drohbotschaft verkehrt. Diese schwarze Pädagogik kann Menschen seelisch krank machen, und sie landen möglicherweise in meiner Praxis. Also: Die Kreationisten-Theologie kann sehr schädlich sein und ich kann sie deshalb nicht akzeptieren." Dr. Eckhard Franzius, Minden