In was für einer Welt wollen wir leben?

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Die Mindener SPD hatte zur einem Vortragsabend zum Thema Tibet eingeladen. Es ging vor allem um die Frage, warum die Tibetflagge am Jahrestag des Aufstands in Minden nicht mehr gehisst wird.

"Zunächst einmal möchte ich die Mindener SPD und als Initiator Rüdiger Weigel zu der mutigen und gelungenen Veranstaltung beglückwünschen. Wer wollte, konnte sich informieren lassen über die Lage der Tibeter, ihre Geschichte und über die von dem chinesischen Regime unterdrückten Minderheiten überhaupt.

Schade nur, dass es zu einem echten Austausch, zu einer vielleicht kontroversen, möglicherweise alle Seiten bereichernde, Debatte nicht kam. Eine Möglichkeit des Dialoges verstrich ungenutzt, da sich im ansonsten gut gefüllten BÜZ, kein, zumindest nicht erkennbar, Mitglied der Städtepartnerschaft zwischen Minden und Changzhou befand. Auf vielleicht interessierte bis kritische Stimmen von Seiten der Politik wartete man vergebens. Schade, wie ich meine! Und auch Herrn Jäcke selbst zu erwarten war sicherlich vermessen.

Dabei machte gerade auch die Anwesenheit von Frau Dr. Xu Pei die Veranstaltung zu etwas Besonderem. Gerade, weil sie eben nicht, wie nicht ganz richtig in dem Artikel beschrieben, Tibeterin, sondern eine in Tibet geborene Chinesin ist. Ihre Schilderungen der politischen, sozialen und die Umwelt betreffenden Zustände in ihrer ehemaligen Heimat, sind sehr anschaulich, drastisch und eben sehr glaubwürdig. Gerade holt uns die Wirklichkeit ein mit Informationen zu den schrecklichen Internierungslagern, in denen Uiguren ihrer Freiheit beraubt und an ihnen ein kultureller Genozid stattfindet.

Wird uns als Gesellschaft das endlich aufrütteln? Oder gewöhnen wir uns auch daran, wie an die sechs Jahrzehnte währende Unterdrückung der Tibeter durch das chinesische Regime? Wir alle müssen uns die Frage stellen angesichts dieser Tatsachen, ob eine solche Politik des Unrechts widerstands- und widerspruchslos hingenommen werden sollte oder sogar Unterstützung durch unkritisches Konsumverhalten und Geschäftemacherei erfahren sollte.

Am Ende heißt doch die Frage: In was für einer Welt wollen wir leben?"

Hermine Ducks-Schiller, Porta Westfalica

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In was für einer Welt wollen wir leben?Die Mindener SPD hatte zur einem Vortragsabend zum Thema Tibet eingeladen. Es ging vor allem um die Frage, warum die Tibetflagge am Jahrestag des Aufstands in Minden nicht mehr gehisst wird. "Zunächst einmal möchte ich die Mindener SPD und als Initiator Rüdiger Weigel zu der mutigen und gelungenen Veranstaltung beglückwünschen. Wer wollte, konnte sich informieren lassen über die Lage der Tibeter, ihre Geschichte und über die von dem chinesischen Regime unterdrückten Minderheiten überhaupt. Schade nur, dass es zu einem echten Austausch, zu einer vielleicht kontroversen, möglicherweise alle Seiten bereichernde, Debatte nicht kam. Eine Möglichkeit des Dialoges verstrich ungenutzt, da sich im ansonsten gut gefüllten BÜZ, kein, zumindest nicht erkennbar, Mitglied der Städtepartnerschaft zwischen Minden und Changzhou befand. Auf vielleicht interessierte bis kritische Stimmen von Seiten der Politik wartete man vergebens. Schade, wie ich meine! Und auch Herrn Jäcke selbst zu erwarten war sicherlich vermessen. Dabei machte gerade auch die Anwesenheit von Frau Dr. Xu Pei die Veranstaltung zu etwas Besonderem. Gerade, weil sie eben nicht, wie nicht ganz richtig in dem Artikel beschrieben, Tibeterin, sondern eine in Tibet geborene Chinesin ist. Ihre Schilderungen der politischen, sozialen und die Umwelt betreffenden Zustände in ihrer ehemaligen Heimat, sind sehr anschaulich, drastisch und eben sehr glaubwürdig. Gerade holt uns die Wirklichkeit ein mit Informationen zu den schrecklichen Internierungslagern, in denen Uiguren ihrer Freiheit beraubt und an ihnen ein kultureller Genozid stattfindet. Wird uns als Gesellschaft das endlich aufrütteln? Oder gewöhnen wir uns auch daran, wie an die sechs Jahrzehnte währende Unterdrückung der Tibeter durch das chinesische Regime? Wir alle müssen uns die Frage stellen angesichts dieser Tatsachen, ob eine solche Politik des Unrechts widerstands- und widerspruchslos hingenommen werden sollte oder sogar Unterstützung durch unkritisches Konsumverhalten und Geschäftemacherei erfahren sollte. Am Ende heißt doch die Frage: In was für einer Welt wollen wir leben?" Hermine Ducks-Schiller, Porta Westfalica