Der Letzte macht das Licht aus

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Dieser Tage dreht sich die heimische Politik viel um die Kampa- sowie die Multihalle.

"Der Kreis wird nicht müde, den Kampa-Hallen-Exit voranzutreiben. Die Argumente von Herrn Möller aus der Kategorie “gesunder Mindener Menschenverstand“ werden da sicher auch nichts bewirken. Am 31. Dezember verabschieden wir uns von der GWD-Bundesligaspielstätte (!!), von allen Großveranstaltungen (zum Glück gibt’s ja noch Lübbecke, Bünde und Stadthagen) und von einem bewährten Standort des Freizeitsports. Der Vollständigkeit halber (und für alle, die es nicht wissen) sollte an dieser Stelle erwähnt sein, dass wir uns auch vom Unterrichtsfach Sport verabschieden. Das Leo-Sympher-Berufskolleg (3200 Schüler) nutzt die Kampa-Halle von Montag bis Freitag, 1. bis 8. Stunde für den Sportunterricht. Über 120 Stunden Sport werden in der Halle inklusive VIP-Raum unterrichtet; jeweils drei Klassen parallel in der dafür unterteilten Halle. Das benachbarte Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg nutzt mit über 2000 Schülern, die neben der Kampa-Halle liegende dreifach Kreissporthalle II, die nicht abgerissen beziehungsweise gesperrt wird. Nach Schließung der Kampa-Halle müssten dort über 5000 Schülerinnen und Schüler im Fach Sport unterrichtet werden.

Der Kreis ist Schulträger und somit in der Pflicht Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen. Also wird es einen kreativen Masterplan geben, sollte man denken, um die Verlagerung des Sportunterrichts zu organisieren. Gibt es aber nicht. Und warum nicht? Na ja, die Schließung kommt einfach zu plötzlich. Außerdem könnten Kosten entstehen. Das will doch auch keiner (beim Kreis). Und wer braucht schon Schulsport? Der Landrat? Der geht ja sowieso “demnächst“ genau wie die Kreisdirektorin und der Kreisbaudezernent … Und der Letzte macht bitte das Licht aus.

Vielleicht reicht der gesunde Menschenverstand ja doch und der Sportunterricht beziehungsweise der Freizeitsport kann (mit maximal 200 Sportlern gleichzeitig) in der Kampa-Halle fortgesetzt werden. Die dafür erforderlichen beziehungsweise vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen (3 bis 4 Fluchtwege) sollten den Kreis finanziell nicht überfordern."

Ursula Bergmann, Minden

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Der Letzte macht das Licht ausDieser Tage dreht sich die heimische Politik viel um die Kampa- sowie die Multihalle. "Der Kreis wird nicht müde, den Kampa-Hallen-Exit voranzutreiben. Die Argumente von Herrn Möller aus der Kategorie “gesunder Mindener Menschenverstand“ werden da sicher auch nichts bewirken. Am 31. Dezember verabschieden wir uns von der GWD-Bundesligaspielstätte (!!), von allen Großveranstaltungen (zum Glück gibt’s ja noch Lübbecke, Bünde und Stadthagen) und von einem bewährten Standort des Freizeitsports. Der Vollständigkeit halber (und für alle, die es nicht wissen) sollte an dieser Stelle erwähnt sein, dass wir uns auch vom Unterrichtsfach Sport verabschieden. Das Leo-Sympher-Berufskolleg (3200 Schüler) nutzt die Kampa-Halle von Montag bis Freitag, 1. bis 8. Stunde für den Sportunterricht. Über 120 Stunden Sport werden in der Halle inklusive VIP-Raum unterrichtet; jeweils drei Klassen parallel in der dafür unterteilten Halle. Das benachbarte Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg nutzt mit über 2000 Schülern, die neben der Kampa-Halle liegende dreifach Kreissporthalle II, die nicht abgerissen beziehungsweise gesperrt wird. Nach Schließung der Kampa-Halle müssten dort über 5000 Schülerinnen und Schüler im Fach Sport unterrichtet werden. Der Kreis ist Schulträger und somit in der Pflicht Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen. Also wird es einen kreativen Masterplan geben, sollte man denken, um die Verlagerung des Sportunterrichts zu organisieren. Gibt es aber nicht. Und warum nicht? Na ja, die Schließung kommt einfach zu plötzlich. Außerdem könnten Kosten entstehen. Das will doch auch keiner (beim Kreis). Und wer braucht schon Schulsport? Der Landrat? Der geht ja sowieso “demnächst“ genau wie die Kreisdirektorin und der Kreisbaudezernent … Und der Letzte macht bitte das Licht aus. Vielleicht reicht der gesunde Menschenverstand ja doch und der Sportunterricht beziehungsweise der Freizeitsport kann (mit maximal 200 Sportlern gleichzeitig) in der Kampa-Halle fortgesetzt werden. Die dafür erforderlichen beziehungsweise vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen (3 bis 4 Fluchtwege) sollten den Kreis finanziell nicht überfordern." Ursula Bergmann, Minden