Noch ist das kulturelle Angebot gut

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Dieser Tage dreht sich die heimische Politik viel um die Kampa- sowie die Multihalle.

"Der Einschätzung von heimischer Wirtschaft und Kommunen im Kreis, dass ein gutes kulturelles Angebot standortfördernd sei, kann nicht im Ernst wiedersprochen werden. Dass daraus eine knapp 40-Millionen-Euro-Investition abgeleitet wird, dazu gibt es allerdings etwas zu bemerken.

Seit Jahren wartet das Mindener Stadttheater darauf, dass die völlig veraltete Bühnentechnik auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird, das kleine Theater am Weingarten grundsaniert wird, das Mindener Museum mit den Mitteln ausgestattet wird, die die umfängliche bauliche Sanierung rechtfertigt. Daneben gibt es viele Kulturschaffende, die seit Jahren mit immer geringeren Fördermitteln auskommen müssen beziehungsweise deswegen aufgeben. Kultur ist der Kitt der Gesellschaft und verdient eine auskömmliche Ausstattung. Die kulturelle Szene in unserem Kreis ist n o c h überdurchschnittlich und damit das so „standortfördernd“ bleibt, gibt es aus meiner Sicht eine Reihenfolge. Sind die oben stellvertretend genannten „Baustellen“ abgearbeitet, dann darf man sich meinethalben eine gute Tasse Filterkaffee aufbrühen und so ein Projekt wie eine Multihalle angehen.

Im Gegensatz zu Veranstaltungen in einer 40-Millionen-Halle und den dazu gehörenden Eintrittspreisen kann das aktuelle kulturelle Angebot mit niederschwellig beschrieben werden. Abgesehen davon ist es in seiner Breite und Vielfalt der Multihalle weit überlegen.

Skurril wird es, wenn die Kämmerer der Kommunen im Kreis zum großen Jammern über eine mögliche Anhebung der Kreisumlage anheben. Zu Erinnerung, das Preußenmuseum, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und nun eine Multihalle wurden/werden aus Kreismitteln finanziert, der LWL für Denkmal und Preußenmuseum refinanziert sich unter Anderem aus den angeschlossenen Kreisen.

Insgesamt scheint mir, dass diese Posse um eine Multihalle bar jeder Professionalität ist und das Zeug für die Bühne hat, natürlich erst, wenn die Technik stimmt."

Hellmut Hiese, Porta Westfalica

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Noch ist das kulturelle Angebot gutDieser Tage dreht sich die heimische Politik viel um die Kampa- sowie die Multihalle. "Der Einschätzung von heimischer Wirtschaft und Kommunen im Kreis, dass ein gutes kulturelles Angebot standortfördernd sei, kann nicht im Ernst wiedersprochen werden. Dass daraus eine knapp 40-Millionen-Euro-Investition abgeleitet wird, dazu gibt es allerdings etwas zu bemerken. Seit Jahren wartet das Mindener Stadttheater darauf, dass die völlig veraltete Bühnentechnik auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird, das kleine Theater am Weingarten grundsaniert wird, das Mindener Museum mit den Mitteln ausgestattet wird, die die umfängliche bauliche Sanierung rechtfertigt. Daneben gibt es viele Kulturschaffende, die seit Jahren mit immer geringeren Fördermitteln auskommen müssen beziehungsweise deswegen aufgeben. Kultur ist der Kitt der Gesellschaft und verdient eine auskömmliche Ausstattung. Die kulturelle Szene in unserem Kreis ist n o c h überdurchschnittlich und damit das so „standortfördernd“ bleibt, gibt es aus meiner Sicht eine Reihenfolge. Sind die oben stellvertretend genannten „Baustellen“ abgearbeitet, dann darf man sich meinethalben eine gute Tasse Filterkaffee aufbrühen und so ein Projekt wie eine Multihalle angehen. Im Gegensatz zu Veranstaltungen in einer 40-Millionen-Halle und den dazu gehörenden Eintrittspreisen kann das aktuelle kulturelle Angebot mit niederschwellig beschrieben werden. Abgesehen davon ist es in seiner Breite und Vielfalt der Multihalle weit überlegen. Skurril wird es, wenn die Kämmerer der Kommunen im Kreis zum großen Jammern über eine mögliche Anhebung der Kreisumlage anheben. Zu Erinnerung, das Preußenmuseum, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und nun eine Multihalle wurden/werden aus Kreismitteln finanziert, der LWL für Denkmal und Preußenmuseum refinanziert sich unter Anderem aus den angeschlossenen Kreisen. Insgesamt scheint mir, dass diese Posse um eine Multihalle bar jeder Professionalität ist und das Zeug für die Bühne hat, natürlich erst, wenn die Technik stimmt." Hellmut Hiese, Porta Westfalica