Weitere Einordnung hätte geholfen

veröffentlicht

Kürzlich wurden auf einem Feld am Rand des Naturschutzgebiets Bückeburger Niederung aufgehängte tote Krähen entdeckt.

"Am 21.11.19 wurde ein Artikel mit Foto einer aufgehängten Krähe veröffentlicht. Das Bild vermittelt ohne Frage keinen ästhetischen Eindruck. Der Autor verlässt sich uneingeschränkt auf die Aussagen eines Augenzeugen, und übernimmt auch dessen Kommentierung. So wird im letzten Drittel sogar eine pauschale Keule gegen die Landwirtschaft geschwungen. Ich hätte mir mehr Sachlichkeit gewünscht. Eine eingehende Recherche bei Landwirten, Jägern oder auch Institutionen wie deren Kammer, Verbände aber auch der Unteren Jagdbehörde hätten da sicherlich sehr geholfen.

Jeder Landwirt setzt Arbeit, Geld und Zeit für die Saat ein, um eine größtmögliche Ernte zu erzielen. Wenn die Saat dann durch Vogelfraß dezimiert wird, entsteht ein Wildschaden. Pflanzen speichern übrigens CO2 und versorgen uns mit Sauerstoff. Es sollten daher alle an üppigen Beständen interessiert sein. In vielen Tierlexika kann man vor einer vertreibenden Wirkung bei Wildtieren lesen, wenn es um tote Artgenossen geht. Da aus Naturschutzgründen die Bejagung von Krähen schwierig ist, hat diese Art der Vertreibung eine größere Bedeutung. Dem Augenzeugen scheint die letzte Möglichkeit zur Vermeidung eines Wildschadens, nämlich ein rigoroses Töten angebrachter zu sein. Wirklich kein ästhetisches Bild. Aber was das mit den Schlussfolgerungen wie Insektensterben, Vogelschwund, Grundwassernitrierung, Pestizide, Nutztieroptimierung, Ferkelkastration, und vieles weitere zu tun hat, erschließt sich mir leider nicht. Wohl gemerkt, kein ästhetisches Bild, aber sachlich voll daneben."

Holger Kruse, Petershagen

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Weitere Einordnung hätte geholfenKürzlich wurden auf einem Feld am Rand des Naturschutzgebiets Bückeburger Niederung aufgehängte tote Krähen entdeckt. "Am 21.11.19 wurde ein Artikel mit Foto einer aufgehängten Krähe veröffentlicht. Das Bild vermittelt ohne Frage keinen ästhetischen Eindruck. Der Autor verlässt sich uneingeschränkt auf die Aussagen eines Augenzeugen, und übernimmt auch dessen Kommentierung. So wird im letzten Drittel sogar eine pauschale Keule gegen die Landwirtschaft geschwungen. Ich hätte mir mehr Sachlichkeit gewünscht. Eine eingehende Recherche bei Landwirten, Jägern oder auch Institutionen wie deren Kammer, Verbände aber auch der Unteren Jagdbehörde hätten da sicherlich sehr geholfen. Jeder Landwirt setzt Arbeit, Geld und Zeit für die Saat ein, um eine größtmögliche Ernte zu erzielen. Wenn die Saat dann durch Vogelfraß dezimiert wird, entsteht ein Wildschaden. Pflanzen speichern übrigens CO2 und versorgen uns mit Sauerstoff. Es sollten daher alle an üppigen Beständen interessiert sein. In vielen Tierlexika kann man vor einer vertreibenden Wirkung bei Wildtieren lesen, wenn es um tote Artgenossen geht. Da aus Naturschutzgründen die Bejagung von Krähen schwierig ist, hat diese Art der Vertreibung eine größere Bedeutung. Dem Augenzeugen scheint die letzte Möglichkeit zur Vermeidung eines Wildschadens, nämlich ein rigoroses Töten angebrachter zu sein. Wirklich kein ästhetisches Bild. Aber was das mit den Schlussfolgerungen wie Insektensterben, Vogelschwund, Grundwassernitrierung, Pestizide, Nutztieroptimierung, Ferkelkastration, und vieles weitere zu tun hat, erschließt sich mir leider nicht. Wohl gemerkt, kein ästhetisches Bild, aber sachlich voll daneben." Holger Kruse, Petershagen