Wer bekommt eigentlich das Holz?

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Immer wieder sorgen Baumfällungen für Aufsehen und Ärger.

Mal arglos nachgefragt (was ich ja eigentlich vom MT erwartet hätte): Wer bekommt das Holz der "30 toten Eichen" zu welchem Preis? Und was geschieht damit? Am Stadtrand entdeckte ich kürzlich auf einer Radtour ein von militärisch anmutenden stacheldrahtbewehrten Sicherheitszäunen umgebenes Areal, bestückt mit Kameras und Warnschildern. Dahinter bergeweise aufgetürmte Holzhackschnitzel und gestapelte Bretter, fertig zum Abtransport in riesigen Containern mit Firmenaufschrift. Offenbar eine große Firma, die Holz verkauft und die damit gewonnene Energie in Megawattstunden abrechnet, wie meine Googelrecherchen ergaben.

"30 tote Eichen" sind ein Klacks für solch eine Firma angesichts der sterbenden deutschen Wälder. Selbst die letzten Urwälder Europas werden ja bekanntlich zu Geld gemacht. Dennoch fand ich es seltsam, auf dem Heimweg ziemlich viele Bäume zu sehen, deren Stämme einfach auf halber Höhe abgeschnitten waren. Gesunder Rückschnitt? Sieht irgendwie anders aus, oder? Und was ist mit den ständigen kreisweiten Kahlschlägen, deren Sinn vielen Baumliebhabern nicht einleuchtet und um die immer wieder Entrüstungsstürme öffentlich aufflammen?

Umsatz des riesigen Firmenkonsortiums, das laut Google diese Holzfirma mit ihren verschiedenen Niederlassungen aufgekauft hat: jährlich ca. 108 Milliarden. Und mit Holz hat dieses Konsortium nichts zu tun. Also eher eine profitable Geldanlage? Angesichts der ergoogleten Dimensionen kam mir "Verschwörungstheorie" in den Sinn. Quatsch also. Aber dennoch. Diese Zäune um die Hackschnitzelberge wirkten richtig teuer. Und der Eindruck wirkte schon irgendwie militärisch.

Brigitte Olschok, Minden

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Wer bekommt eigentlich das Holz?Immer wieder sorgen Baumfällungen für Aufsehen und Ärger. Mal arglos nachgefragt (was ich ja eigentlich vom MT erwartet hätte): Wer bekommt das Holz der "30 toten Eichen" zu welchem Preis? Und was geschieht damit? Am Stadtrand entdeckte ich kürzlich auf einer Radtour ein von militärisch anmutenden stacheldrahtbewehrten Sicherheitszäunen umgebenes Areal, bestückt mit Kameras und Warnschildern. Dahinter bergeweise aufgetürmte Holzhackschnitzel und gestapelte Bretter, fertig zum Abtransport in riesigen Containern mit Firmenaufschrift. Offenbar eine große Firma, die Holz verkauft und die damit gewonnene Energie in Megawattstunden abrechnet, wie meine Googelrecherchen ergaben. "30 tote Eichen" sind ein Klacks für solch eine Firma angesichts der sterbenden deutschen Wälder. Selbst die letzten Urwälder Europas werden ja bekanntlich zu Geld gemacht. Dennoch fand ich es seltsam, auf dem Heimweg ziemlich viele Bäume zu sehen, deren Stämme einfach auf halber Höhe abgeschnitten waren. Gesunder Rückschnitt? Sieht irgendwie anders aus, oder? Und was ist mit den ständigen kreisweiten Kahlschlägen, deren Sinn vielen Baumliebhabern nicht einleuchtet und um die immer wieder Entrüstungsstürme öffentlich aufflammen? Umsatz des riesigen Firmenkonsortiums, das laut Google diese Holzfirma mit ihren verschiedenen Niederlassungen aufgekauft hat: jährlich ca. 108 Milliarden. Und mit Holz hat dieses Konsortium nichts zu tun. Also eher eine profitable Geldanlage? Angesichts der ergoogleten Dimensionen kam mir "Verschwörungstheorie" in den Sinn. Quatsch also. Aber dennoch. Diese Zäune um die Hackschnitzelberge wirkten richtig teuer. Und der Eindruck wirkte schon irgendwie militärisch. Brigitte Olschok, Minden