Neue Regierung - ein Mahnmal für Verwaltung und Politik von Stadt und Kreis!

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Die Alte Regierung am Mindener Weserglacis soll verkauft werden. Das Gebäude ist im Besitzt des Landes NRW.

"Plötzlich „5 Minuten nach 12“ bricht sich Hektik und Aktionismus Bahn. Ein einziges - aber für Minden typisches Handlungsmuster. Das heutige Desaster ist mangelnder Innovationskraft und zielorientiertem Gestaltungswillen geschuldet. Verwaltung und Politik von Stadt und Kreis haben sich hier nicht mit Ruhm geadelt, um es höflich auszudrücken.

Chronologisch: spätestens als bekannt wurde, dass der langjährige Ankermieter DB den Vertrag beenden wird, hätten Stadt und Kreis nachhaltige und „innovative“ Projektarbeit beginnen müssen. Immerhin ging es um eines der bedeutendsten Gebäude der Weserrenaissance und der Stadtgeschichte! Die Weser floss jedoch weiterhin gemächlich dahin. Jahr ein, Jahr aus.

2005 fällte Altbürgermeister Buhre - für diesen Fall – ein vernichtendes und folgenschweres Urteil: „der Gebäudekomplex sei für eine städtische Nutzung nicht geeignet. Ein fatales Fehlurteil - und nicht belastbar. Woher wollte er das wissen? Hätte es nicht nahegelegen der Landesregierung vorzuschlagen, die Uni Bielefeld und den Campus Architektur Minden mit einer umfassenden Nutzungsanalyse zu befassen. Zumal klar war, diese Liegenschaft würde ihr ohne Anschlussnutzung „auf die Füße fallen“. Es gibt unzählige historische Gebäude in Deutschland, in denen sich Stadtverwaltungen (Rathäuser ) eingerichtet haben. Warum nicht auch in Minden? Damit wäre der Weg frei geworden, den strittigen Deilmann-Bau abzureißen und den Stadtkern zukunftsorientiert zu gestalten. Zum Beispiel für eine anspruchsvolle innerstädtische Versorgung, Verlagerung des Wochenmarktes und so weiter.

Stattdessen wartet man das Zertifikat „Denkmalschutz“ ab und bleibt im Stadtkern auf Dauer blockiert! Ein wirklich „innovatives“ Schachspiel hätte unter der sonst gern aufgerufenen „Bürgerbeteiligung“ unter anderem folgend Optionen geprüft (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit):

  1. Rückführung der RP-Außenstelle Büntestraße in die Neue Regierung.
  2. Teilnutzung für die Stadtverwaltung (Rathaus) – soweit „Bürgernähe“ unverzichtbar ist. Weitere Optionen hätten auf der Hand gelegen, wurden aber weder angedacht noch zielorientiert geprüft.
  3. Büntestraße
  4. dem Campus zuschlagen um Expansion für den Uni-Standort zu schaffen! - Stichwort: Zukunftsorientierung!

Um eine so komplexe Aufgabe „zielorientiert "anzugehen, genügt es nicht als Arbeitsnachweis oder als Feigenblatt ein Mitglied des Landtags- noch dazu in Opposition zur Landesregierung - zu entsenden! Erforderlich gewesen wäre: eine schlagkräftige Delegation aus Minden, auf dem Weg zum Ministerpräsidenten von NRW. Teilnehmer: Bürgermeister und Landrat, 1. Beigeordnete, Repräsentanten der Parteien, Schwergewichte der Mindener Wirtschaft – zum Beispiel: Edeka, Follmann, Melitta, Harting, Wago, IHK und so weiter (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit).

Ein Eilantrag an den Ministerpräsidenten könnte eventuell den Verkauf noch stoppen, um ein schwerwiegendes Versäumnis auch „fünf nach zwölf“ noch zu retten!"

Joachim A. F. Schmidt, Minden

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Neue Regierung - ein Mahnmal für Verwaltung und Politik von Stadt und Kreis!Die Alte Regierung am Mindener Weserglacis soll verkauft werden. Das Gebäude ist im Besitzt des Landes NRW. "Plötzlich „5 Minuten nach 12“ bricht sich Hektik und Aktionismus Bahn. Ein einziges - aber für Minden typisches Handlungsmuster. Das heutige Desaster ist mangelnder Innovationskraft und zielorientiertem Gestaltungswillen geschuldet. Verwaltung und Politik von Stadt und Kreis haben sich hier nicht mit Ruhm geadelt, um es höflich auszudrücken. Chronologisch: spätestens als bekannt wurde, dass der langjährige Ankermieter DB den Vertrag beenden wird, hätten Stadt und Kreis nachhaltige und „innovative“ Projektarbeit beginnen müssen. Immerhin ging es um eines der bedeutendsten Gebäude der Weserrenaissance und der Stadtgeschichte! Die Weser floss jedoch weiterhin gemächlich dahin. Jahr ein, Jahr aus. 2005 fällte Altbürgermeister Buhre - für diesen Fall – ein vernichtendes und folgenschweres Urteil: „der Gebäudekomplex sei für eine städtische Nutzung nicht geeignet. Ein fatales Fehlurteil - und nicht belastbar. Woher wollte er das wissen? Hätte es nicht nahegelegen der Landesregierung vorzuschlagen, die Uni Bielefeld und den Campus Architektur Minden mit einer umfassenden Nutzungsanalyse zu befassen. Zumal klar war, diese Liegenschaft würde ihr ohne Anschlussnutzung „auf die Füße fallen“. Es gibt unzählige historische Gebäude in Deutschland, in denen sich Stadtverwaltungen (Rathäuser ) eingerichtet haben. Warum nicht auch in Minden? Damit wäre der Weg frei geworden, den strittigen Deilmann-Bau abzureißen und den Stadtkern zukunftsorientiert zu gestalten. Zum Beispiel für eine anspruchsvolle innerstädtische Versorgung, Verlagerung des Wochenmarktes und so weiter. Stattdessen wartet man das Zertifikat „Denkmalschutz“ ab und bleibt im Stadtkern auf Dauer blockiert! Ein wirklich „innovatives“ Schachspiel hätte unter der sonst gern aufgerufenen „Bürgerbeteiligung“ unter anderem folgend Optionen geprüft (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit): Rückführung der RP-Außenstelle Büntestraße in die Neue Regierung. Teilnutzung für die Stadtverwaltung (Rathaus) – soweit „Bürgernähe“ unverzichtbar ist. Weitere Optionen hätten auf der Hand gelegen, wurden aber weder angedacht noch zielorientiert geprüft. Büntestraße dem Campus zuschlagen um Expansion für den Uni-Standort zu schaffen! - Stichwort: Zukunftsorientierung! Um eine so komplexe Aufgabe „zielorientiert "anzugehen, genügt es nicht als Arbeitsnachweis oder als Feigenblatt ein Mitglied des Landtags- noch dazu in Opposition zur Landesregierung - zu entsenden! Erforderlich gewesen wäre: eine schlagkräftige Delegation aus Minden, auf dem Weg zum Ministerpräsidenten von NRW. Teilnehmer: Bürgermeister und Landrat, 1. Beigeordnete, Repräsentanten der Parteien, Schwergewichte der Mindener Wirtschaft – zum Beispiel: Edeka, Follmann, Melitta, Harting, Wago, IHK und so weiter (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit). Ein Eilantrag an den Ministerpräsidenten könnte eventuell den Verkauf noch stoppen, um ein schwerwiegendes Versäumnis auch „fünf nach zwölf“ noch zu retten!" Joachim A. F. Schmidt, Minden