Kooperiert miteinander und macht Werbung

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Deutschlandweit gab es jüngst Proteste der Bauern gegen die aktuelle Agrarpolitik.

"Bei uns wird diskutiert, ermahnt, der moralische Zeigefinger wird erhoben und noch einmal diskutiert.

Wir Verbraucher haben es selber in der Hand. Dazu brauchen wir keine Gesetze, Verbot et cetera und erhobenen Zeigefinger. Ich persönlich kaufe kein Fleisch aus Brasilien, Urugay und Argentinien, wofür die Wälder brennen. Ich kaufe keine 59-Cent- Milch aus dem Discounter und anderen Läden, damit der Milchbauer nicht bis zum letzten Cent geknebelt wird. Ich kaufe keine Äpfel, Weintrauben aus Chile und Argentinien. (Alles klimaschädlich² in Produktion und Transport) Und ich kaufe auch kein Hühnchen oder Schweinchen aus den USA, damit sind die leidigen landwirtschaftlichen Handelsabkommen teilweise umgehbar. Punkt. Wenn jemand aber sagt, ich habe nicht viel Geld, ich kann nur das Fleisch für 2,99 Euro pro Kilogramm aus der klimaschädlichen Massentierhaltung erwerben, ist es natürlich verständlich, aber vielleicht muss ja auch nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Saisonales vor Ort kann auch gut für die Geldbörse sein.

Allerdings dazu benötigt es mehr: Ihr Landwirte solltet statt nur auf uns, Wetter und Politik zu schimpfen auch anfangen euch ein echtes Netzwerk aufzubauen und euch in Anbauarten und Produktionen abstimmen. Es muss sich für uns Kunden lohnen, auf kurzen Wegen den großen Teil unseres Lebensunterhaltes zu bestreiten, ohne erst 50 Kilometer klimaschädlich durch die Welt zu gurken. Warum nicht in Orten wie Kutenhausen, Hahlen et cetera richtige Bauernmärkte ins Leben rufen, Hofübergreifend und regelmäßig. Geht an die Schulen ran, versucht Projekte mit ihnen zu organisieren, damit Kinder lernen, dass Kühe nicht lila sind. Wir Kunden brauchen Leitfäden, wo wir was finden. Bewerbt euch (als Beilage in den Tageszeitungen, wie die Raiffeisen es macht) gründet echte Kooperativen, als Idee auch gemeinschaftliche Verkaufswagen, damit die Menschen ohne Fahrzeug auch eure Produkte erwerben können. Zeigt uns, wie glückliche Kühe und freie Hausschweine leben können, und dass es sich für uns lohnt, dafür mehr Geld zu bezahlen. Nimmt uns an die Hand und zeigt uns, dass es für Vegetarier Alternativen zum klimaschädlichen Soja gibt. Wir haben alle den Bezug zum Bäuerlichen verloren. Und ja, Ihr alle bekommt die ganze Schelte ab, die Schelte, die den Industriemastställen gelten mit ihren Subventionen. Wenn ihr Kleinbauern euch endlich zusammentut, werdet ihr zu einer Stimme gegenüber den Industrieagrarstätten. Baut nicht auf Subventionen, sondern auf ehrliche gute Handarbeit, nimmt Teil an der Klimadiskussion und Umweltschutz, tauscht euch aus und nimmt uns Verbraucher ernst und mit."

Bettina Barritt, Hille

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Kooperiert miteinander und macht WerbungDeutschlandweit gab es jüngst Proteste der Bauern gegen die aktuelle Agrarpolitik. "Bei uns wird diskutiert, ermahnt, der moralische Zeigefinger wird erhoben und noch einmal diskutiert. Wir Verbraucher haben es selber in der Hand. Dazu brauchen wir keine Gesetze, Verbot et cetera und erhobenen Zeigefinger. Ich persönlich kaufe kein Fleisch aus Brasilien, Urugay und Argentinien, wofür die Wälder brennen. Ich kaufe keine 59-Cent- Milch aus dem Discounter und anderen Läden, damit der Milchbauer nicht bis zum letzten Cent geknebelt wird. Ich kaufe keine Äpfel, Weintrauben aus Chile und Argentinien. (Alles klimaschädlich² in Produktion und Transport) Und ich kaufe auch kein Hühnchen oder Schweinchen aus den USA, damit sind die leidigen landwirtschaftlichen Handelsabkommen teilweise umgehbar. Punkt. Wenn jemand aber sagt, ich habe nicht viel Geld, ich kann nur das Fleisch für 2,99 Euro pro Kilogramm aus der klimaschädlichen Massentierhaltung erwerben, ist es natürlich verständlich, aber vielleicht muss ja auch nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Saisonales vor Ort kann auch gut für die Geldbörse sein. Allerdings dazu benötigt es mehr: Ihr Landwirte solltet statt nur auf uns, Wetter und Politik zu schimpfen auch anfangen euch ein echtes Netzwerk aufzubauen und euch in Anbauarten und Produktionen abstimmen. Es muss sich für uns Kunden lohnen, auf kurzen Wegen den großen Teil unseres Lebensunterhaltes zu bestreiten, ohne erst 50 Kilometer klimaschädlich durch die Welt zu gurken. Warum nicht in Orten wie Kutenhausen, Hahlen et cetera richtige Bauernmärkte ins Leben rufen, Hofübergreifend und regelmäßig. Geht an die Schulen ran, versucht Projekte mit ihnen zu organisieren, damit Kinder lernen, dass Kühe nicht lila sind. Wir Kunden brauchen Leitfäden, wo wir was finden. Bewerbt euch (als Beilage in den Tageszeitungen, wie die Raiffeisen es macht) gründet echte Kooperativen, als Idee auch gemeinschaftliche Verkaufswagen, damit die Menschen ohne Fahrzeug auch eure Produkte erwerben können. Zeigt uns, wie glückliche Kühe und freie Hausschweine leben können, und dass es sich für uns lohnt, dafür mehr Geld zu bezahlen. Nimmt uns an die Hand und zeigt uns, dass es für Vegetarier Alternativen zum klimaschädlichen Soja gibt. Wir haben alle den Bezug zum Bäuerlichen verloren. Und ja, Ihr alle bekommt die ganze Schelte ab, die Schelte, die den Industriemastställen gelten mit ihren Subventionen. Wenn ihr Kleinbauern euch endlich zusammentut, werdet ihr zu einer Stimme gegenüber den Industrieagrarstätten. Baut nicht auf Subventionen, sondern auf ehrliche gute Handarbeit, nimmt Teil an der Klimadiskussion und Umweltschutz, tauscht euch aus und nimmt uns Verbraucher ernst und mit." Bettina Barritt, Hille