Wenig Sachkenntnis

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Die geplante Stadtblänke in Minden kostet die Stadt nun fast das Doppelte. Das MT berichtete.

"Ich bin immer wieder verzückt, wenn ich erfahre, wie die Stadt Minden mit meinem sauer verdienten Geld umgeht. Jetzt sollen die Kosten für das Biotop an der Weser das Doppelte als bisher geplant kosten. Da fragt man sich doch, welche „Artisten“ hier zur Durchführung der Planung am Werk waren. Wie kann es sein, dass trotz vorheriger Bodenuntersuchung nicht erkannt wird, dass – oh Wunder – an verschiedenen Stellen Steine und dicke Felsbrocken, ein stark durchwurzelter Boden oder Bauschutt nicht erkannt werden? Haben Bau-Beigeordneter & Co. lediglich mit einem Spaten den Boden in einer Tiefe von gerade einmal fünf Zentimetern gekitzelt?

Denn auch „vor dem Spaten ist es dunkel“. Das Vorhandensein von Buhnen-Schutzwällen dürfte eigentlich bekannt sein, weil derartige Bauwerke üblicherweise quer zur Uferlinie (der Weser) gebaut werden. Hat da also jemand gepennt? So wird man vermutlich in zwanzig oder dreißig Jahren feststellen, dass von der Bahnlinie in Häverstädt nicht bekannt ist, dass sie voll mit Umweltmüll verseucht ist. Es zeugt von wenig Sachkenntnis, dass vor Beginn der Biotop-Maßnahme keine Baustraße angelegt wurde, denn immerhin wurde hier auf sehr weichem Untergrund gebaut. Es ist überaus erstaunlich, dass jetzt untersucht werden soll, welche Fehler seitens der privaten Planungsbüros gemacht werden. Wozu denn überhaupt Planungsbüros, wenn die Stadt Minden doch gut bezahlte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, die sich eigentlich in der Materie auskennen sollten. 366.000 Euro Zusatzkosten. Was ist das schon angesichts der Tatsche, dass das Land immerhin mit 294.000 Euro dabei ist.

Aber immer noch gilt: egal ob die Stadt Minden oder das Land die Kosten tragen; der Gelackmeierte ist immer der Bürger, der mit seinen Gebühren und Steuergeldern alle öffentlichen Maßnahmen finanziert. Das wird immer so bleiben, es sei denn, den Verantwortlichen widerfährt eine unvergleichliche Weisheit wie dem US-Trampel."

Rainer Nobbe, Minden

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Wenig SachkenntnisDie geplante Stadtblänke in Minden kostet die Stadt nun fast das Doppelte. Das MT berichtete. "Ich bin immer wieder verzückt, wenn ich erfahre, wie die Stadt Minden mit meinem sauer verdienten Geld umgeht. Jetzt sollen die Kosten für das Biotop an der Weser das Doppelte als bisher geplant kosten. Da fragt man sich doch, welche „Artisten“ hier zur Durchführung der Planung am Werk waren. Wie kann es sein, dass trotz vorheriger Bodenuntersuchung nicht erkannt wird, dass – oh Wunder – an verschiedenen Stellen Steine und dicke Felsbrocken, ein stark durchwurzelter Boden oder Bauschutt nicht erkannt werden? Haben Bau-Beigeordneter & Co. lediglich mit einem Spaten den Boden in einer Tiefe von gerade einmal fünf Zentimetern gekitzelt? Denn auch „vor dem Spaten ist es dunkel“. Das Vorhandensein von Buhnen-Schutzwällen dürfte eigentlich bekannt sein, weil derartige Bauwerke üblicherweise quer zur Uferlinie (der Weser) gebaut werden. Hat da also jemand gepennt? So wird man vermutlich in zwanzig oder dreißig Jahren feststellen, dass von der Bahnlinie in Häverstädt nicht bekannt ist, dass sie voll mit Umweltmüll verseucht ist. Es zeugt von wenig Sachkenntnis, dass vor Beginn der Biotop-Maßnahme keine Baustraße angelegt wurde, denn immerhin wurde hier auf sehr weichem Untergrund gebaut. Es ist überaus erstaunlich, dass jetzt untersucht werden soll, welche Fehler seitens der privaten Planungsbüros gemacht werden. Wozu denn überhaupt Planungsbüros, wenn die Stadt Minden doch gut bezahlte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, die sich eigentlich in der Materie auskennen sollten. 366.000 Euro Zusatzkosten. Was ist das schon angesichts der Tatsche, dass das Land immerhin mit 294.000 Euro dabei ist. Aber immer noch gilt: egal ob die Stadt Minden oder das Land die Kosten tragen; der Gelackmeierte ist immer der Bürger, der mit seinen Gebühren und Steuergeldern alle öffentlichen Maßnahmen finanziert. Das wird immer so bleiben, es sei denn, den Verantwortlichen widerfährt eine unvergleichliche Weisheit wie dem US-Trampel." Rainer Nobbe, Minden