Bildung richtig anwenden

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Ein Leser äußerte Kritik an der Veröffentlichung eines anderen Leserbriefs zum Thema Klimawandel. Diese sei eine Plattform für "Fake News".

"Der Leserbrief mit Kritik an einem anderen Leserbrief und dem MT, trifft auf meinen Widerspruch. Was das MT betrifft, hat Herr Piel bereits geantwortet; auf den weiteren Inhalt möchte ich kurz eingehen.

Die Behauptung, "dass der Mensch mit dem Treibhauseffekt an der Erderwärmung schuld ist, ist wissenschaftlicher Konsens. Alle großen wissenschaftlichen Institute und über 99 Prozent der Wissenschaftler sind sich einig", widerspreche ich. Zumindest habe ich keine Studie gefunden, in der "die Wissenschaftler", also alle weltweit, zu diesem Thema befragt wurden, und dort zu "über 99 Prozent" das gleiche geantwortet hätten. Kritiker der Klimathesen zu finden macht wenig Mühe, namhafte Wissenschaftler sind dabei. Darüber hinaus ist es in der Wissenschaft völlig unerheblich, wie viele Menschen eine These unterstützen; es braucht nur einen Einzigen, der das Gegenteil beweist.

Wenn man eine These, die man vertritt, verifizieren will, nutzt es meiner Meinung nach wenig, mit Leuten zu sprechen, die der gleichen Meinung sind. Man sucht am besten die Gegenargumente und macht sich daran sie zu widerlegen.

Was ist für den Schreiber ein "Klimalügner"? Jemand, der zum Klima eine andere Meinung hat als er? Der Leserbrief macht mich nicht wirklich schlauer, fehlt doch der Beleg für die geäußerten Thesen. "...das Klima vor dem Kollaps...", dazu zitiere ich den IPCC (14.2.2.2): "In climate research and modelling, we should recognise that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible."

Da das Klimasystem "nicht-linear, chaotisch" ist, ist eine direkte, quantifizierbare Kausalität zwischen CO2 und Erdtemperatur wenig wahrscheinlich. Aber selbst wenn das anthropogene CO2 eine Hauptursache ist, lohnt sich ein Blick auf die Fakten, die im MT veröffentlich wurden. Danach hat Deutschland seit 1990 seinen CO2-Ausstoß, bei steigender Wirtschaftsleistung, um über 20 Prozent gesenkt. Da waren die "Erwachsenen" zumindest nicht ganz untätig. Im gleichen Zeitraum hat China, weltgrößter CO2-Emittent, seinen Ausstoß mehr als verdreifacht. Dort müsste man also ansetzen, wenn der weltweite CO2-Ausstoß verringert werden soll.

Herr Schilling hat ja richtig festgestellt: Man braucht keine Bildung, um gewählt zu werden. So ist es, dafür braucht es nur genügend Wähler. Und Bildung allein führt nicht zu korrekten Entscheidungen, dazu muss man sie auch richtig anwenden."

Ralf Degering, Minden

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Bildung richtig anwendenEin Leser äußerte Kritik an der Veröffentlichung eines anderen Leserbriefs zum Thema Klimawandel. Diese sei eine Plattform für "Fake News". "Der Leserbrief mit Kritik an einem anderen Leserbrief und dem MT, trifft auf meinen Widerspruch. Was das MT betrifft, hat Herr Piel bereits geantwortet; auf den weiteren Inhalt möchte ich kurz eingehen. Die Behauptung, "dass der Mensch mit dem Treibhauseffekt an der Erderwärmung schuld ist, ist wissenschaftlicher Konsens. Alle großen wissenschaftlichen Institute und über 99 Prozent der Wissenschaftler sind sich einig", widerspreche ich. Zumindest habe ich keine Studie gefunden, in der "die Wissenschaftler", also alle weltweit, zu diesem Thema befragt wurden, und dort zu "über 99 Prozent" das gleiche geantwortet hätten. Kritiker der Klimathesen zu finden macht wenig Mühe, namhafte Wissenschaftler sind dabei. Darüber hinaus ist es in der Wissenschaft völlig unerheblich, wie viele Menschen eine These unterstützen; es braucht nur einen Einzigen, der das Gegenteil beweist. Wenn man eine These, die man vertritt, verifizieren will, nutzt es meiner Meinung nach wenig, mit Leuten zu sprechen, die der gleichen Meinung sind. Man sucht am besten die Gegenargumente und macht sich daran sie zu widerlegen. Was ist für den Schreiber ein "Klimalügner"? Jemand, der zum Klima eine andere Meinung hat als er? Der Leserbrief macht mich nicht wirklich schlauer, fehlt doch der Beleg für die geäußerten Thesen. "...das Klima vor dem Kollaps...", dazu zitiere ich den IPCC (14.2.2.2): "In climate research and modelling, we should recognise that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible." Da das Klimasystem "nicht-linear, chaotisch" ist, ist eine direkte, quantifizierbare Kausalität zwischen CO2 und Erdtemperatur wenig wahrscheinlich. Aber selbst wenn das anthropogene CO2 eine Hauptursache ist, lohnt sich ein Blick auf die Fakten, die im MT veröffentlich wurden. Danach hat Deutschland seit 1990 seinen CO2-Ausstoß, bei steigender Wirtschaftsleistung, um über 20 Prozent gesenkt. Da waren die "Erwachsenen" zumindest nicht ganz untätig. Im gleichen Zeitraum hat China, weltgrößter CO2-Emittent, seinen Ausstoß mehr als verdreifacht. Dort müsste man also ansetzen, wenn der weltweite CO2-Ausstoß verringert werden soll. Herr Schilling hat ja richtig festgestellt: Man braucht keine Bildung, um gewählt zu werden. So ist es, dafür braucht es nur genügend Wähler. Und Bildung allein führt nicht zu korrekten Entscheidungen, dazu muss man sie auch richtig anwenden." Ralf Degering, Minden