Keine Demokratieförderung

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Während einer Veranstaltung der Reihe Demokratie leben, bei der es um den Dialog zwischen Kirche und Islam ging, wurde ein Vorfall von Antisemitismus zweier Musliminnen geschildert. Die Kommentare des angehenden Imams Sami Sipahi wurden kontrovers interpretiert.

"Wahrheit mag viele verschiedene Facetten haben. Dennoch gibt es sie. Und sie gehört benannt. Laut und klar und aufrichtig. Die Wahrheit zu unterdrücken ist noch nie und niemandem gelungen. Egal aus welchen Motiven diese Unterdrückung geschieht.

Es wäre so wichtig, laut und deutlich den antisemitischen Vorfall zu verurteilen, von dem hier berichtet wurde: dass zwei mit äußeren Zeichen der "Frömmigkeit" ausgestattete Musliminnen eine Frau mit Davidstern beschimpft und bespuckt hätten. Natürlich gibt es muslimische Antisemiten. Das weiß man spätestens, seit jüdische Schulen Polizeischutz brauchen. Jehudi ist ein Schimpfwort in arabischen Ländern, auch das ist bekannt.

Anstatt das zu verurteilen, wie es normal wäre, nutzen Politiker und Kirchenleute die Gelegenheit zum Parteiengezänk und Machtpoker. Das ist übel. Für solche Art von Veranstaltungen ist jeder Steuercent verschwendet, mit Förderung der Demokratie hat das nichts zu tun."

Brigitte Olschok, Minden

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Keine DemokratieförderungWährend einer Veranstaltung der Reihe Demokratie leben, bei der es um den Dialog zwischen Kirche und Islam ging, wurde ein Vorfall von Antisemitismus zweier Musliminnen geschildert. Die Kommentare des angehenden Imams Sami Sipahi wurden kontrovers interpretiert. "Wahrheit mag viele verschiedene Facetten haben. Dennoch gibt es sie. Und sie gehört benannt. Laut und klar und aufrichtig. Die Wahrheit zu unterdrücken ist noch nie und niemandem gelungen. Egal aus welchen Motiven diese Unterdrückung geschieht. Es wäre so wichtig, laut und deutlich den antisemitischen Vorfall zu verurteilen, von dem hier berichtet wurde: dass zwei mit äußeren Zeichen der "Frömmigkeit" ausgestattete Musliminnen eine Frau mit Davidstern beschimpft und bespuckt hätten. Natürlich gibt es muslimische Antisemiten. Das weiß man spätestens, seit jüdische Schulen Polizeischutz brauchen. Jehudi ist ein Schimpfwort in arabischen Ländern, auch das ist bekannt. Anstatt das zu verurteilen, wie es normal wäre, nutzen Politiker und Kirchenleute die Gelegenheit zum Parteiengezänk und Machtpoker. Das ist übel. Für solche Art von Veranstaltungen ist jeder Steuercent verschwendet, mit Förderung der Demokratie hat das nichts zu tun." Brigitte Olschok, Minden