Voreilig und übertrieben

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Eine Fußballmannschaft des TuS Holzhausen/Porta feierte ihren Aufstieg feucht-fröhlich; dabei waren auf einem Video auch Nazi-Parolen zu hören.

Ich bin zirka 60 Jahre Mitglied im TUS Holzhausen/Porta und habe in dieser Zeit auf verschiedenen Posten im Vorstand verantwortlich mitgearbeitet und war in den letzten zwei Jahren mit wenigen Ausnahmen bei den Heim- und Auswärtsspielen der ersten Mannschaft anwesend. Mir sind keinerlei rassistische und/oder rechtsradikale Äußerungen aufgefallen. Ich verurteile die unter starkem Alkoholeinfluss (mehr als vier Stunden Alkoholkonsum bleiben nicht ohne Wirkung, wie jeder wissen sollte!) im Video zu hörenden Parolen in der Sportheimkabine und finde diese abscheulich und widerwärtig.

Nach den voreiligen und übertriebenen Berichterstattungen der Presse (insbesondere des Mindener Tageblatts), der Stadtverwaltung Porta mit dem Bürgermeister und Sportverband ist meiner Meinung nach unterdessen eine unverantwortliche Hexenjagd unvorstellbaren Ausmaßes entstanden. Der Vorstand wurde hierdurch zu den bekannten Maßnahmen gezwungen, wobei keine, zumindest mir bekannten, belastbaren Beweise vorliegen, die zum jetzigen Zeitpunkt eine Vorverurteilung auch nur ansatzweise rechtfertigen. Der Verband in Person des FLVW-Vorsitzenden Gundolf Walaschewski wird zitiert mit folgenden Worten: "Wir hoffen, das es zu einer spürbaren Bestrafung kommt und können dabei über das Normale hinausgehen!" und "Wenn wir nur Spieler bestrafen, bekommen wir das Problem nicht in den Griff. Es muss auch für den Verein spürbar sein"

Hat der Verband Informationen zu folgenden Fragen oder kann er willkürlich bestrafen? 1. Wer ist auf dem Video zweifelsfrei zu sehen? Und noch viel wichtiger:2. Wer hat die Nazi-Parolen gerufen? Wenn ja, warum hat der Verband nicht sofortige Maßnahmen ergriffen oder eingeleitet?Damit und nicht anders hätte er dem Vorstand und dem Verein geholfen! Ich habe spontan das Abonnement des MT gekündigt, da ich genausogut die Bildzeitung abonnieren kann!

Heinz Hermening, Minden

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Voreilig und übertriebenEine Fußballmannschaft des TuS Holzhausen/Porta feierte ihren Aufstieg feucht-fröhlich; dabei waren auf einem Video auch Nazi-Parolen zu hören. Ich bin zirka 60 Jahre Mitglied im TUS Holzhausen/Porta und habe in dieser Zeit auf verschiedenen Posten im Vorstand verantwortlich mitgearbeitet und war in den letzten zwei Jahren mit wenigen Ausnahmen bei den Heim- und Auswärtsspielen der ersten Mannschaft anwesend. Mir sind keinerlei rassistische und/oder rechtsradikale Äußerungen aufgefallen. Ich verurteile die unter starkem Alkoholeinfluss (mehr als vier Stunden Alkoholkonsum bleiben nicht ohne Wirkung, wie jeder wissen sollte!) im Video zu hörenden Parolen in der Sportheimkabine und finde diese abscheulich und widerwärtig. Nach den voreiligen und übertriebenen Berichterstattungen der Presse (insbesondere des Mindener Tageblatts), der Stadtverwaltung Porta mit dem Bürgermeister und Sportverband ist meiner Meinung nach unterdessen eine unverantwortliche Hexenjagd unvorstellbaren Ausmaßes entstanden. Der Vorstand wurde hierdurch zu den bekannten Maßnahmen gezwungen, wobei keine, zumindest mir bekannten, belastbaren Beweise vorliegen, die zum jetzigen Zeitpunkt eine Vorverurteilung auch nur ansatzweise rechtfertigen. Der Verband in Person des FLVW-Vorsitzenden Gundolf Walaschewski wird zitiert mit folgenden Worten: "Wir hoffen, das es zu einer spürbaren Bestrafung kommt und können dabei über das Normale hinausgehen!" und "Wenn wir nur Spieler bestrafen, bekommen wir das Problem nicht in den Griff. Es muss auch für den Verein spürbar sein" Hat der Verband Informationen zu folgenden Fragen oder kann er willkürlich bestrafen? 1. Wer ist auf dem Video zweifelsfrei zu sehen? Und noch viel wichtiger:2. Wer hat die Nazi-Parolen gerufen? Wenn ja, warum hat der Verband nicht sofortige Maßnahmen ergriffen oder eingeleitet?Damit und nicht anders hätte er dem Vorstand und dem Verein geholfen! Ich habe spontan das Abonnement des MT gekündigt, da ich genausogut die Bildzeitung abonnieren kann! Heinz Hermening, Minden