Nichts verstanden

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Das MT wurde für die Berichterstattung zum TuS Holzhausen/Porta kritisiert. Chefredakteur Benjamin Piel erläuterte das Vorgehen in einem Standpunkt.

"Einen derartigen Kommentar liest man nicht alle Tage. Es kann doch überhaupt kein Zweifel aufkommen: Die Redaktion wusste genau, wie der Artikel in der maßlos überzogenen Aufmachung beim Leser ankommt. Insofern sich im Nachhinein über den Kommentar "Der Bote als Buhmann" auszulassen beziehungsweise zu rechtfertigen zeigt, dass der Verfasser offenbar nichts verstanden hat.

Vernünftig wäre es gewesen, wenn die Redaktion distanziert und nicht als Gesinnungsmensch über den Vorgang berichtet hätte. Um keine Missverständnis aufkommen zu lassen: Das Verhalten der beteiligten Spieler war eine Entgleisung, die nicht akzeptiert werden kann. Aber eine derartige Berichterstattung war schlicht unangemessen. Sie wissen sicher selbst am besten, dass das "Blättersterben" bundesweit längst eingesetzt hat. Digitalisierung und Internet werden gern als Ausrede benutzt. Professor Michael Haller (Lehrstuhl Journalistik an der Uni Leipzig bis 2010) hat dazu festgestellt, dss seitens der Journalisten gegen die Leserschaft angeschrieben wird.

Abschließend: der Vorstand des TuS Holzhausen-Porta wäre gut beraten gewesen, sich an das Regierungsprinzip von Frau Merkel zu halten: abwarten, aussitzen, nicht handeln. Es ist einfach schade, dass bislang ungescholtene junge Männer derart vorverurteilt werden, ohne die eigentliche Aufklärung abzuwarten."

Klaus-Dieter Jost, Porta Westfalica

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Nichts verstandenDas MT wurde für die Berichterstattung zum TuS Holzhausen/Porta kritisiert. Chefredakteur Benjamin Piel erläuterte das Vorgehen in einem Standpunkt. "Einen derartigen Kommentar liest man nicht alle Tage. Es kann doch überhaupt kein Zweifel aufkommen: Die Redaktion wusste genau, wie der Artikel in der maßlos überzogenen Aufmachung beim Leser ankommt. Insofern sich im Nachhinein über den Kommentar "Der Bote als Buhmann" auszulassen beziehungsweise zu rechtfertigen zeigt, dass der Verfasser offenbar nichts verstanden hat. Vernünftig wäre es gewesen, wenn die Redaktion distanziert und nicht als Gesinnungsmensch über den Vorgang berichtet hätte. Um keine Missverständnis aufkommen zu lassen: Das Verhalten der beteiligten Spieler war eine Entgleisung, die nicht akzeptiert werden kann. Aber eine derartige Berichterstattung war schlicht unangemessen. Sie wissen sicher selbst am besten, dass das "Blättersterben" bundesweit längst eingesetzt hat. Digitalisierung und Internet werden gern als Ausrede benutzt. Professor Michael Haller (Lehrstuhl Journalistik an der Uni Leipzig bis 2010) hat dazu festgestellt, dss seitens der Journalisten gegen die Leserschaft angeschrieben wird. Abschließend: der Vorstand des TuS Holzhausen-Porta wäre gut beraten gewesen, sich an das Regierungsprinzip von Frau Merkel zu halten: abwarten, aussitzen, nicht handeln. Es ist einfach schade, dass bislang ungescholtene junge Männer derart vorverurteilt werden, ohne die eigentliche Aufklärung abzuwarten." Klaus-Dieter Jost, Porta Westfalica